Verkehrsknotenpunkt: Roetgener Pläne für Bahnhofsgelände

Von: hes
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Roetgens Bürgermeister Jorma Klauss (2. v. li.) erläuterte Franz-Josef Lersch-Merse, NRW-Minister für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien (3. v. li.) die Roetgener Pläne für das ehemalige Bahnhofsgelände. Auch einige Parteigenossen des SPD-Ministers waren beim Ortstermin auf belgischem Gebiet mit dabei. Foto: Heiner Schepp

Roetgen. Wenn man über die B258 das „Tor zur Eifel“, also Roetgen erreicht, dann fällt einer der ersten Blicke auf das alte Bahnhofsgelände links der Bundesstraße. Dieser erste Eindruck aber ist kein sonderlich positiver. Das Gelände links und rechts des Vennbahnradweges sieht eher verwahrlost aus mit seinem geflickten Weg, meist nicht gepflegten Wiesen und Pflanzstreifen und schief stehenden Straßenlampen.

Das würde die Gemeinde Roetgen gerne ändern: „Wir haben schon recht konkrete Vorstellungen“, sagte Roetgens Bürgermeister Jorma Klauss am Freitag beim Besuch eines Politikers, der die durchaus ehrgeizigen Pläne nach vorne bringen könnte: Franz-Josef Lersch-Merse, NRW-Minister für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien, gewann bei der kurzen Visite am Freitag Einblick in das Vorhaben und sagte die persönliche Unterstützung, aber gegebenenfalls auch die seines Ministeriums zu.

Den „Europaminister“ hatte der Bürgermeister kontaktiert, weil es sich bei der Planung des Roetgener Bahnhofsgeländes um belgisches Staatsgebiet handelt, das im Besitz der Société Nationale des Chemins de fer Belges (SNCB), also der Nationalen Gesellschaft der Belgischen Eisenbahnen ist. Auch wenn das Gelände ebenso wie die Vennbahn mitten durch Roetgen verläuft, „ist es seit dem Versailler Vertrag von 1919, also seit 98 Jahren, als ehemaliges Bahnhofsgelände Teil des Königreiches Belgien“, begrüßte Jorma Klauss den in Eschweiler geborenen SPD-Politiker.

Aus Roetgener Sicht sei eigentlich dieses Gelände das Tor zur Eifel, komme doch hier der Vennbahnradweg an und verlaufe hier auch der Eifelsteig, erläuterte Klauss. Der Bürgermeister verwies auch auf die historische Relevanz von diesem Fleckchen Erde: „Hier hat die Befreiung Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg ihren Ursprung genommen. Genau hier haben die Alliierten am 12. September 1944 erstmalig heutigen deutschen Boden betreten“, sagte Jorma Klauss. Und aus diesem Grund möchte man in die Planung für das Gelände auch die Errichtung einer Gedenkstätte einbeziehen.

Für die Infrastruktur der Gemeinde am wichtigsten ist aber natürlich der geplante Verkehrsknotenpunkt für den Öffentlichen Personennahverkehr, der damit viele Engpässe, die auch durch Busse immer wieder auf der Ortsdurchfahrt entstehen, gleichsam auslagern würde. Der Bushof könnte in Verbindung mit einem Park & Ride-Parkplatz entstehen, zusätzlich soll der bereits vorhandene Stellplatz für Wohnmobile aufgewertet werden.

All dies zu realisieren, wird aber nur im Konsens mit dem Eigentümer, also der belgischen Bahn, und der Gemeinde Raeren funktionieren. Die SNCB verpachte ihre Liegenschaften gewöhnlich nur für maximal elf Jahre, erläuterte der Roetgener Bürgermeister. „Wenn wir hier investieren, bedarf es eines längerfristigen Pachtvertrags mit der SNCB, um diese Investitionen abzusichern“, so Klauss.

Und nicht nur dabei könnte der Minister unterstützend tätig werden: Auch in Sachen Fördermittel des Landes und bei der Akquise europäischer Fördergelder könne er durchaus tätig werden, sagte der Minister zu. „Wenn es für Radwege Fördergelder gibt, warum dann nicht auch für andere Infrastruktur?“, fragte Franz-Josef Lersch-Merse und zeigte sich durchaus angetan von dem Projekt: „Das bringen wir notfalls gemeinsam in Brüssel vor.“

Von den Roetgener Plänen zeigte sich auch der SPD-Landtagsabgeordnete Stefan Kämmerling, der den Eifeltrip des Ministers initiiert hatte, angetan: „Auch wenn es derzeit vielleicht noch nicht so aussieht: Das Gelände hier ist ein infrastrukturelles Filetstück und könnte zu einem tollen Entré für Roetgen und die Eifel werden“, meinte der Abgeordnete.

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