Vergleich in der Nordeifel: Beim Müll wird‘s kompliziert

Von: cro
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Verglichen wurden vier wichtige kommunalen Gebühren in der Nordeifel. Symbolbild: Archiv

Nordeifel. Wie teuer ist das Leben in den drei Kommunen der Nordeifel? Gibt es große Unterschiede zwischen Monschau, Simmerath und Roetgen? Und: Lassen sie sich überhaupt aussagekräftig vergleichen? Diese Fragen soll eine Jahres- und Monatsabrechnung beantworten, die die hiesigen elementaren Gebühren erfasst, die eine Musterfamilie finanziell am stärksten belasten.

Einbezogen wurden die Schmutzwasser- und Niederschlagsgebühr, die Kosten für die Müllentsorgung sowie die Gebühr der Straßenreinigung. Dazu kommt der Frischwasserverbrauch. Erste Erkenntnis: Nach dieser Auswertung ist Monschau mit 1829,54 Euro im Jahr beziehungsweise 152,46 Euro pro Monat am teuersten. Zwischen Simmerath und Roetgen liegt die Kostendifferenz pro Monat bei etwas weniger als zehn Euro – Simmerath kommt auf 132,34 Euro und Roetgen auf 120,21 Euro. Auf das Jahr gerechnet sind es 1588,10 Euro respektive 1442,56 Euro.

Den größten Anteil der Gesamtsumme hat jeweils die Schmutzwassergebühr: In Monschau beträgt diese 1132 Euro im Jahr (5,66 Euro pro Kubikmeter), in Simmerath 876 Euro (4,38 Euro/cbm). Roetgen als positives Schlusslicht dieser Tabelle erhebt eine Gebühr von 788 Euro (3,94 Euro/cbm). Simmerather Bürger müssen zudem eine Grundgebühr von zehn Euro monatlich für den standardmäßigen Wasserzähler entrichten.

Gekoppelt ist das erzeugte Schmutzwasser an den Frischwasserverbrauch. Hierfür entfallen bei 200 Kubikmeter in jeder Kommune 300 Euro im Jahr oder 25 Euro im Monat. Zuständig für die Versorgung ist das Wasserwerk Perlenbach, das einen Wasserpreis von 1,50 Euro pro Kubikmeter veranschlagt.

Die teuerste Niederschlagsgebühr fordert Monschau mit 1,31 Euro pro Quadratmeter abflusswirksamer Fläche. Bei 130 Quadratmetern ergibt es eine Rechnung von 170,30 Euro im Jahr (14,19 Euro im Monat). Für die gleiche Fläche zahlt die Musterfamilie in Roetgen einen Euro pro Quadratmeter. Das ergibt 130 Euro im Jahr oder 10,83 Euro im Monat. Die Gemeinde Simmerath verlangt für einen Quadratmeter abflusswirksame Fläche vergleichsweise wenig: nämlich nur 59 Cent. Die Jahresrechnung beträgt damit 76,70 Euro; jeden Monat sind es daher 6,39 Euro.

Bei der Berechnung der Kosten für die Straßenreinigung geht jede Kommune anders vor: Sie haben teilweise verschiedene Zyklen und Unterscheidungen.

Die Stadt Monschau unterscheidet zwischen einer Sommerreinigung der Hauptverkehrsstraßen, die dreimal jährlich erfolgt, sowie zwischen einer Reinigung der Fahrbahnen und Gehwege. Bei einer 20 Meter breiten Hausfront, die an Straße sowie Gehweg grenzt, kommt auf die Musterfamilie dort eine Jahresendabrechnung von 68 Euro zu (5,66 Euro pro Monat). 23,40 Euro entfallen auf die Sommerreinigung, die mit 39 Cent pro laufenden Meter berechnet wird. Für die Winterwartung der Straßen sind es 1,34 Euro (26,80 Euro im Jahr) und 89 Cent (17,80 Euro) für die Gehwege.

Sommer- und Winterreinigung

In Roetgen gibt es derweil einen Unterschied zwischen innerörtlicher und überörtlicher Reinigung. in Sommer und Winter. Die Musterfamilie zahlt aufgrund ihrer innerörtlichen Wohnlage 40,60 Euro – 54 Cent pro laufenden Meter im Sommer, 1,49 Euro im Winter – im Jahr; überörtlich wären es 36,20 Euro. Anlieger bezahlen 1,66 Euro pro laufenden Meter für die Winterreinigung.

Für Simmerath gestaltet es sich dagegen übersichtlicher: Für die Sommerreinigung werden 32 Cent pro laufenden Meter und somit 6,40 Euro fällig. Im Winter sind es 24 Euro bei 1,20 Euro pro laufenden Meter.

Kein direkter Vergleich

Noch komplizierter gestaltet sich die Errechnung der Müllentsorgungsgebühren, da Monschau neben einer Grundgebühr von 82,20 Euro – ohne Ermäßigung für Biotonne und Eigenkompostierung – zusätzlich 30 Cent pro Kilogramm Restmüll erhebt. Bei einem durschnittlichen Jahresverbrauch von 256,8 Kilogramm (laut ZEW-Abfallbilanz) ergibt sich so eine Summe von 77,04 Euro. Mit der Grundgebühr sind es 159,24 Euro im Jahr; auf den Monat gerechnet sind es 13,27 Euro – der günstigste Wert im Gemeindevergleich, den der Verbraucher je nach Müllaufkommen noch beeinflussen kann.

In Simmerath liegt die Grundgebühr für die 60 Liter-Restmülltonne ohne Ermäßigung bei 185 Euro (15,42 Euro im Monat).

Wieder anders wird in Roetgen gerechnet: Die Grundgebühr beträgt dort 165,36 Euro. Eine Biotonne kostet 33 Euro zusätzlich im Jahr, für die Eigenkompostierung werden 14,40 Euro abgezogen. Mit Biotonne und Eigenkompostierung ergibt sich eine Jahresabrechnung von 183,96 Euro – im Monat sind dies 15,33 Euro.

Neben der Übersicht über die jährliche finanzielle Belastung durch kommunale Gebühren ist auch ein Blick auf die Grundsteuer B wichtig für einen – ansatzweisen – Vergleich der Lebenskosten in Monschau, Roetgen und Simmerath. Eine exemplarische Rechnung wie für die genannten Gebühren lässt sich jedoch nicht so einfach vornehmen. In Monschau beträgt die Grundsteuer B 595 Prozentpunkte, in Roetgen derweil 530. Aktuell steht die Steuer in Simmerath noch bei 450 Prozentpunkten. Der endgültige Steuersatz für 2015 wird erst im März beschlossen.

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