Vergangenheit ist spürbar in Elsenborn

Von: Sonja Essers
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Gefechtsübungen und Munitionstests gehören zum Alltag im Lager Elsenborn an der deutsch-belgischen Grenze kurz hinter Kalterherberg.
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Hoher Besuch in Elsenborn: Im Jahr 1960 war der belgische König Baudouin (re.) zu Gast im Lager.

Nordeifel/Belgien. Am Südhang des hohen Venns liegt der Truppenübungsplatz Elsenborn. Dort wo in diesen Tagen Flüchtlinge untergebracht sind, waren während des Zweiten Weltkrieges Soldaten der Wehrmacht stationiert. Die Geschichte des Truppenübungsplatzes begann jedoch schon etliche Jahre früher. Genauer gesagt im Jahr 1893 als der Platz ursprünglich für das VIII. preußische Armee-Korps errichtet wurde.

Mit der Geschichte des Truppenübungsplatzes haben sich Leo Leyens, Léon Renardy und Leo Wintgens genauer auseinandergesetzt. Ihre Ergebnisse haben die drei Autoren in einem Buch, das den Titel „Elsenborn – Lager und Truppenübungsplatz – Instrument europäischer Geschichte“ trägt, nun festgehalten. Die Besonderheit: Das Werk bleibt nicht nur durch die etlichen Bilder, die den Truppenübungsplatz im Wandel der Zeit zeigen, sondern auch durch die Texte, die sowohl in deutscher, als auch in französischer Sprache verfasst sind, in Erinnerung.

„Die vorliegende Geschichte des Lagers Elsenborn ist nicht nur die Geschichte einer bedeutenden militärischen Anlage. Sie spiegelt auch in hohem Maße die Vergangenheit einer gesamten Grenzregion in den vergangenen 100 Jahren wider“, heißt es im Vorwort des Buches. Der Band „Elsenborn“ erschien als Gedenkbuch zum 70. Jahr des Kriegsendes 1945.

Nachdem der rund 28 Quadratkilometer große Platzes 1893 entstanden war, wurde der Bahnhof Sourbrodt zum Verladebahnhof für die auf dem Platz übenden Einheiten. Außerdem baute man für den Betrieb mit Personen- und Güterwagen eine Schmalspurbahn mit einer Spurbreite von rund 60 Zentimetern und einer Länge von 3,2 Kilometern.

Eine Bahn namens „Feuriger Elias“

Diese sollte als Verbindung des Bahnhofs Sourbrodt mit der Vennbahn und dem Militärlager dienen. Kleinbahn und Lok erhielten damals den Namen „Feuriger Elias“. Mit der Bahn wurde überwiegend Hafer, Gerste und Stroh für die Pferde transportiert.

Das Dorf Elsenborn sowie der gesamte Kreis Malmedy wurden erst nach dem Ersten Weltkrieg Beglien zugeordnet. Vorher gehörte Elsenborn Preußen an. So wurde der Truppenübungsplatz von der belgischen Armee übernommen. Einen weiteren Einschnitt gab es im Jahr 1939. Damals wurde der Kleinbahnbetrieb zum Platz eingestellt und die Schmalspurbahn abgebaut.

Und nach dem Zweiten Weltkrieg? Zwischen 1946 und 2005 wurde auch gemeinsam mit dem nördlich gelegenen Truppenübungsplatz Vogelsang geübt. Immerhin liegt das Gelände nur wenige Kilometer entfernt. In den 1950er Jahren schoss beispielsweise die Artillerie vom Truppenübungsplatz Elsenborn aus auf das Übungsdorf Wollseifen im Truppenübungsplatz Vogelsang.

Material für den Truppenübungsplatz wurde sowohl über die Vennbahn, als auch über die Vennquerbahn noch bis 1999 bis zum Bahnhof Sourbrodt befördert. Die Panzertransporte erreichten Sourbrodt jedoch in erster Linie über die im Jahr 2011 stillgelegte Vennquerbahn. Die Panzerbeförderung zum belgischen Truppenübungsplatz Vogelsang über die Oleftalbahn endete im Jahr 2005. Der Grund: Der Truppenübungsplatz Vogelsang wurde zum 1. Januar 2016 aufgegeben.

Ausbildung der Belgischen Armee

Der Truppenübungsplatz Elsenborn wird heute vor allem für die Ausbildung der Infanterie und Artillerie der Belgischen Armee eingesetzt.

Das Werk (ISBN 978-3-86833-135-5) ist im Helios-Verlag erschienen und kostet 34 Euro.

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