Eicherscheid - Verdi-Streik lässt Blutspendetermine in der Eifel platzen

Verdi-Streik lässt Blutspendetermine in der Eifel platzen

Von: M. S.
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Der Pressesprecher des Rotkreuz-Blutspendedienstes West in Breitscheid, Heinz Kapschak (li.), überbrachte dem Eicherscheider Ortsverein und dem Helferteam extrem kurzfristig eine schlechte Nachricht: „Der heutige Spendentermin muss infolge Streiks unseres vorgesehenen Einsatzteams entfallen!” Foto: Manfred Schmitz

Eicherscheid. Die appetitlich geschmierten Brötchen lagen zum Anbeißen bereit, Kaffeeduft zog durch das Eicherscheider Pfarrheim, die Ortsgruppe des Deutschen Roten Kreuzes harrte Freitag vieler treuer Blutspender. Diese kamen auch - aber vergebens, denn das DRK-Team blieb aus.

Heinz Kapschak, Pressesprecher des Blutspendedienstes West war eigens aus Breitscheid bei Düsseldorf in die Nordeifel gereist, um der dortigen Blutspende-Koordinatorin Lucie Kell und ihrem Helferkollegium eine traurige Nachricht zu überbringen: Seit drei Monaten wird das DRK von der Gewerkschaft Verdi bestreikt.

Und das, obwohl nach Kapschaks Worten „wesentliche Forderungen der Arbeitnehmer-Vertretung erfüllt” worden seien, so etwa Zulagen für Kinder oder Zuschüsse zu Personal-Fahrtkosten. Plötzlich stünden weitere Forderungen, so beispielsweise nach glatten zehn Prozent mehr Lohn und Gehalt, im Raum.

Um Druck zu machen, werden anberaumte und fest vereinbarte Spendentermine durch spontane Arbeitsniederlegungen, sogenannte Warnaktivitäten, annulliert. Heute in Eicherscheid, in wenigen Tagen wahrscheinlich in Höfen oder Rohren. „Es ist einfach nicht vorhersehbar, so der Sprecher.”

Bei allem Verständnis für demokratische und legitime Ausübung von Arbeitskampf zur Wahrung oder Mehrung sozialer Ansprüche, ist Kapschak von dieser Verdi-Aktion enttäuscht, ja entrüstet: Sie sei „höchst unfair, weil sie Kranke und Verletzte trifft, deren Leben und Gesundheit gefährdet sind, weil sie ohne Plasmaversorgung bleiben müssen”.

Noch herrscht in Arztpraxen, Kliniken und Depots kein alarmierender Versorgungsnotstand, wenngleich seit langem arger Mangel an Plasmavorräten besteht. Immerhin: „Allein infolge des heutigen Streiktages fallen uns 400 wertvolle Halbliterkonserven aus; 13 Termine waren anberaumt, nur sechs davon konnten unsere Notteams wahrnehmen. So geht uns unersetzliches Freiwilligenpotential sinnlos verloren”, meint Kapschak.

Vergebens im Eicherscheider Pfarrheim Erschienene zeigten sich enttäuscht bis empört; sie mussten unverrichteter Dinge und ohne dem gemeinnützigen Zweck gedient zu haben wieder abziehen: „Solch einseitig getroffene Maßnahmen treffen die Falschen, nämlich bedürftige Kranke!”, meinte ein Spender.

Anfahrt vergebensU

nter den treuen Freiwilligen in Eicherscheid befinden sich traditionsgemäß stets etliche Bürger aus Nordeifeler Nachbardörfern, die ihr kostbares Lebenselixier diesmal nicht an Bedürftige abgeben konnten und zudem Anfahrten in Kauf nehmen mussten. Der in Eicherscheid geplatzte Termin ist nach einhelliger Auffassung von Ausrichtern und ihrer Klientel deshalb besonders bedauerlich, weil sich gerade heute etliche Erstspender angesagt hatten. Ob diese wohl wiederkommen?
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