Vennhof: Der Kadi hat das letzte Wort

Von: Ernst Schneiders
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An dieser Stelle soll das Nahv
An dieser Stelle soll das Nahversorgungszentrum Vennhof entstehen. Derzeit ist Stillstand, weil eine Klage zur Änderung des Flächennutzungsplanes beim Verwaltungsgericht Aachen anhängig ist. Foto: P. Stollenwerk

Roetgen. Eine außergerichtliche Einigung in Sachen Vennhof wird es nicht geben. Dem vom Anwalt der Gemeinde Roetgen angeregten Gespräch noch vor den Pforten der Justiz hat Regierungspräsidentin Gisela Walsken jetzt eine klare Absage erteilt.

Die jeweiligen Argumente seien in Schriftsätzen ausgetauscht und es gebe keinen neuen Sachstand, der kommuniziert werden müsse. Folglich möge man doch das Gericht entscheiden lassen, teilte die RP Anfang der Woche Roetgens Bürgermeister Manfred Eis telefonisch mit, der am Dienstagabend den Haupt- und Finanzausschuss in Kenntnis setzte.

Beim Projekt Vennhof an der Ecke Bundesstraße/Faulenbruchstraße herrscht Stillstand, seitdem die Bezirksregierung der erforderlichen Änderung des Flächennutzungsplanes nicht zugestimmt und ihre Haltung auf beinahe 20 Seiten begründet hat. Mitte Juni beschloss daraufhin der Gemeinderat, gegen diese „Versagung der Genehmigung” zu klagen. Die Gemeinde beauftragte mit der Wahrnehmung ihrer Rechte eine Kölner Anwaltskanzlei.

Inzwischen ist das Verfahren beim Verwaltungsgericht Aachen anhängig. Wann in der Sache verhandelt werden und wann das Urteil fallen soll, steht noch nicht fest. Die Hängepartie geht also noch eine Weile weiter.

Damit könnte es fürs Erste gut sein, wäre da nicht ein Umstand, der Verwaltungschef Manfred Eis auf die Palme gebracht hat. Der Projektentwickler des Vennhofs, Stefan Schepers, habe politischen Druck auf die Regierungspräsidentin aufbauen wollen, indem er Landespolitiker, aber auch die Fraktionsvorsitzenden im Gemeinderat, für „seine Ziele instrumentalisieren wollte”, schimpfte Eis.

Der Gipfel sei es gewesen, dass der Projektentwickler ihm über einen Fraktionschef den Entwurf eines Schreiben habe zukommen lassen, mit der Bitte, es an die RP zu schicken. In diesem Schreiben sei von Schadenersatzansprüchen gegen die Bezirksregierung und von einer Amtspflichtverletzung der Regierungspräsidentin die Rede gewesen. Manfred Eis: „Ich lasse mir erstens nicht vorschreiben, wie ich einen Berief zu formulieren habe, und zweitens pflege ich einen solchen Umgangston nicht.”

Gisela Walsken sei im übrigen „umfassendst” über den gesamten Vorgang Vennhof informiert gewesen, wisse, dass der Vorsitzende einer Landtagsfraktion eingeschaltet worden sei, und kenne die Person, die versucht habe, Druck ausüben zu lassen. Die Regierungspräsidentin habe allerdings zu verstehen gegeben, dass sie sich von niemandem in ihre Organisationshoheit hineinregieren lasse.

Schepers: „Kein Kommentar”

Bonafide-Geschäftsführer Stefan Schepers, mit diesen Aussagen konfrontiert, reagierte gegenüber unserer Zeitung mit Unverständnis. Wie man in einem schwebenden und solch sensiblen Verfahren derartige öffentliche Äußerungen machen könne, sei ihm fremd. „Aber wenn Herr Eis glaubt, solche Aussagen machen zu müssen, dann soll Herr Eis das tun.” In der Sache selbst kam Schepers mit zwei Worten aus: „Kein Kommentar!” Nur soviel ließ er sich entlocken: „Die Bemühungen um ein persönliches Gespräch mit der Regierungspräsidentin sind noch nicht beendet.”
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