Vennbahnradweg: Neue Schilder sollen helfen, Leben zu retten

Von: Andreas Gabbert
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Die neuen Schilder entlang des Vennbahnradweges haben bereits für viele Fragen gesorgt. Foto: Gabbert

Nordeifel. Die neuen Schilder entlang des Vennbahnradweges haben bereits für viele Fragen gesorgt. Im Abstand von 500 Metern stehen die blauen Tafeln entlang des Radweges. Darauf finden sich Kilometerangaben und ein gelber Streifen mit einer Notrufnummer und weitere Zahlen.

Verwirrt fragen sich viele Radfahrer, auf was sich die Kilometerangaben beziehen und was es mit den gelben Streifen auf sich hat. Einige bemängeln auch die Größe der Schilder und die relativ kurzen Abstände zwischen ihnen. Mit dem Aufstellen der Hinweistafeln habe man den Bogen nun überspannt, sie würden nicht in das Landschaftsbild der Eifel passen, seien überflüssig und obendrein wahrscheinlich auch noch teuer, schreibt zum Beispiel Manfred Fichtner an die Städteregion.

Auch Matthias Weins aus Roetgen hält die Anzahl der Schilder für unnötig. „Das Geld hätte besser in Sicherungsmaßnahmen in Kreuzungsbereichen investiert werden sollen“, schreibt er in einem Brief an diese Zeitung.

Außerdem ist mit Blick auf die Gewitter in den vergangenen Wochen auch die Frage aufgetaucht, wie es dann um die Sicherheit in den im Frühjahr an den ehemaligen Bahnhöfen aufgestellten Unterständen aus Metall ausschaue.

Handelt es sich hier also um Geldverschwendung? „Nein!“, sagt Manfred Strang, der bei der Städteregion Aachen als Projektleiter für den Ausbau des Vennbahnradweges verantwortlich ist. Die Schilder sollen zum einen der Orientierung dienen, vor allem sollen sie aber bei Unfällen auf dem Radweg eine schnelle Rettung des Verunglückten ermöglichen. „Das ist das Beste daran“, sagt Strang.

Bei den Kilometerangaben handelt es sich um die alten Bahnkilometer. Der Kilometer 0 befindet sich am Aachener Hauptbahnhof, der Kilometer 125 in Luxemburg. Bislang gibt es die Schilder allerdings erst auf dem 28,5 Kilometer langen Stück, für das die Städteregion verantwortlich ist. „Mit den belgischen Kollegen führen wir derzeit noch Gespräche“, sagt Strang.

Ergänzend dazu hat die Firma Innodatec mit Sitz in Simmerath und Stolberg ein Rettungspunktsystem entwickelt. Ursprünglich wurde das System für den Landesbetrieb Wald und Holz konzipiert, um verunglückte Waldarbeiter schnellst möglich retten zu können. „Da es im Wald keine Straßennamen oder ähnliches gibt, mussten für die Rettungskräfte andere Orientierungshilfen geschaffen werden“, erläutert Strang.

Auf den Schildern ist eine Nummer zu lesen, die aus vier Blöcken besteht. Der erste Block bezeichnet das Land, in dem man sich gerade befindet. Der zweite Block bezeichnet das Bundesland bzw. die Provinz, der dritte den Kreis und der vierte schließlich den eigentlichen Rettungspunkt. „So können die Rettungskräfte besser zur Unfallstelle geleitet werden“, sagt Strang.

Deshalb wurden die Schilder auf in den relativ kurzen Abständen aufgestellt. „So beträgt die Entfernung zu einem der Schilder nie mehr als 250 Meter. Im Unglücksfall kann der Betroffene dann vielleicht schon den Nummernblock erkennen und besser Hilfe verständigen“, sagt Strang. In der Abwägung sei eine schnelle Rettung wichtiger als die Kosten für die Beschilderung.

Dass man statt in die Schilder besser in mehr Sicherheit an den Querungsstellen hätte investieren sollen, will Ralf Oswald, Radverkehrsbeauftragter bei der Städteregion und Technischer Leiter der Maßnahme, nicht so stehen lassen. „An der Sicherung der Querungen haben wir nicht gespart. Da hätte man nicht viel mehr machen können. Die Sicherung erfolgt hier auf hohem Niveau“, sagt er.

Die Schutzhütten aus Metall an den ehemaligen Bahnhöfen sind eine Angelegenheit der jeweiligen Gemeinde. Die Sorge bei Gewitter dort Schutz zu suchen, kann Projektleiter Manfred Strang gut nachvollziehen und nimmt sie ernst. Normalerweise orientiere man sich in solchen Fällen an den gesetzlichen Vorschriften, in diesem Fall gebe es aber keine, erklärt Strang. Nach den Sommerferien werde man aber in Abstimmung mit den Gemeinden nach einer Lösung suchen.

Beim Aufstellen der neuen Schilder werden die Punktnummer und die genaue Position per I-Pad und GPS-System direkt an Ort und Stelle miteinander verknüpft und stehen gleich eins zu eins online in einer Datenbank zur Verfügung. Später kommt noch ein Foto und eine Textbeschreibung hinzu, um den Rettungskräften noch mehr Informationen in die Hand zu geben. „Das was wir hier machen ist Highend“, sagt Axel Lammering, der die Idee für dieses Rettungspunktsystem hatte.

Zurzeit sind noch nicht alle Schilder aufgestellt. Das soll bis Ende August der Fall sein. Wo sich die Rettungspunkte befinden ist auf der Internetseite www.rettungspunkte.info abrufbar. Später soll es auch eine App für Smartphones geben.

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