Vennbahn-Route: Die Chancen am neuen Radweg ergreifen

Von: Peter Stollenwerk
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Der Vennbahn-Radweg am ehemali
Der Vennbahn-Radweg am ehemaligen Bahnhof Monschau: Das derzeit verwilderte Gelände besitzt das Potenzial für eine „gewinnbringende Nutzung.” Foto: _P. Stollenwerk

Nordeifel. Das Birkhuhn hat es nicht geschafft, wohl aber das Braunkehlchen: Während der Vennbahn-Radweg trotz heftiger Proteste auf der Original-Trasse durch das Paustenbacher Venn führt und dort möglicherweise mit den Interessen des Rote Liste-Vogels Birkhuhn kollidiert, wird einige Kilometer das Brut- und Schutzgebiet für das Rote Liste-Vögelchen Braunkehlchen von der Rad-Route umgangen.

Auf dem Teilstück zwischen Kalterherberg und Sourbrodt wurde jetzt eine Ausweich-Trasse konkret festgelegt. Mit den Bauarbeiten soll am 26. November begonnen werden, berichtete auf Anfrage der Lokalredaktion Projektbetreuer Manfred Strang von der Städteregion Aachen. Für die Herrichtung des acht Kilometer langen Abschnittes sind 70 Arbeitstage eingeplant.

Ab Sourbrodt findet der Vennbahn-Radweg dann Anschluss an das bereits vorhandene weitläufige belgische Radwegenetz.

Vorausgegangen war ein zähes Verfahren, da ein Eigentümer an der Ausweichtrasse im Bereich Rurhof nicht mit sich verhandeln ließ. Ein Enteignungsverfahren ist inzwischen juristisch soweit fortgeschritten, dass mit dem Bau begonnen werden kann. Ob dies tatsächlich noch im Jahr 2012 geschieht, hängt entscheidend vom Witterungsverlauf ab.

Aus Sicht der Städteregion kommt die Baumaßnahme damit zum Abschluss, wenngleich das Teilstück auf deutschem Gebiet zwischen Himmelsleiter und Kalterherberg offiziell noch nicht freigegeben ist. Planmäßig verlaufen die Arbeiten an der Himmelsleiter. Wenn keine unkalkulierbaren Witterungseinflüsse eintreten, ist noch in diesem Jahr mit der Freigabe der Untertunnelung der B 258 zu rechnen.

Unterdessen sprießen entlang des Radweges die Ideen einer touristischen Nutzung aus dem Boden: Von Straußwirtschaft bis Eisbüdchen reichen die Einfälle.

Schon sehr konkret könnte allerdings bald eine andere Idee werden: Der Monschauer SPD-Ratsherr Roland Krökel hat die Nutzung des häufig schnurgeraden Radweges als Langlauf-Loipe beantragt. .....

Aus der Sicht der Städteregion ist einer solchen Nutzen nichts entgegenzusetzen, wobei Manfred Strang darauf hinweist, dass es sich bei der gesamten Route um belgisches Staatsgebiet handelt. Auch ohne die offizielle Freigabe werde der Radweg ja auch jetzt bereits intensiv genutzt.

In der zurückliegenden Sitzung des Monschauer Wirtschaftsausschusses berichtete die Verwaltung über die Möglichkeiten der Nutzung von touristischem Potenzial an der Strecke. Hier gelte es, Chancen zu ergreifen. Besonders im Blick hat Stadt das ungefähr 26 000 Quadratmeter große Areal des ehemaligen Monschauer Bahnhofs. „Dies ist eine ganze wichtige Fläche”, hob Bürgermeisterin Margareta Ritter hervor. Sie sprach auch schon vor einigen Interessenten, die sich eine „gewinnbringende Nutzung” von diesem Gelände versprechen würden. „Es ist wichtig, dass die Fläche mit zentraler Bedeutung am Bahnhof Monschau eine Bewirtschaftung erfährt.”

Weiterhin sind entlang des Vennbahn-Radweges auch Raststationen geplant. Auf dem Gebiet der Stadt Monschau denkt man an den ehemaligen Bahnhof Konzen, die Grillhütte Mützenich und die Abzweigung nach Ruitzhof in Kalterherberg. An diesen Standorten sollen Infotafeln errichtet werden oder Unterstellmöglichkeiten geschaffen werden.

Besonders in Kalterherberg verspricht man sich eine strukturelle Verbesserung von einer Raststation, da damit ein schon mehrfach beklagter „wilder Parkplatz” endlich einer neuen Nutzung zugeführt würde.

Auch Rurufer-Radweg erfährt eine Verbesserung

Auch auf dem Rurufer-Radweg im Bereich der Stadt Monschau soll der Komfort verbessert werden, berichtete die Verwaltung jetzt im Wirtschaftsausschuss. Zwischen Rosengasse (Kalterherberg) und Dreisteigen soll der Weg in sandgebundener Form ausgebaut werden.

Verbessert werdensoll die Querung der B 258 für Radfahrer am Biesweg bei Monschau. Im Zuge der angekündigten Arbeiten des Landesbetriebs Straßenbau am Burgring soll diese Maßnahme einbezogen werden. Gedacht ist an die Anlegung einer Insel im Kurvenbereich.

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