Venn's Theater schließt: Keine Bühne mehr für die Kleinkunst

Von: P. St.
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Die Verantwortlichen des Kulturkreises Roetgen, Kurt Schreiber, Stamos Papas, Manfred Eis und Hubert vom Venn (v. links)kündigten jetzt an, dass nach Ende der Spielzeit der letzte Vorhang für die Kleinkunst in „Venn‘s Theater“ in Roetgen fällt. Foto: Peter Stollenwerk

Roetgen. Steven Pitman, Finalist der europäischen Elvis-Meisterschaft hat sein Kommen zugesagt und auch Weihnachts-Kabarettist Moses W. wird Ende November noch in Roetgen spielen, aber dann neigt sich das Geschehen in Venn‘s Theater in Roetgen so langsam dem Ende zu - und zwar für immer.

Die Verantwortlichen des Kulturkreises der Gemeinde Roetgen und der Arbeitskreis Nordeifeler Theater ließen jetzt wissen, dass nach der Spielzeit 2013/14 „Schluss ist“. Definitiv am 9. April 2014 wird nach dem Auftritt von Kabarettist Didi Jünemann in Roetgen der letzte Vorhang fallen.

„Wir hören auf“, sagt der künstlerische Leiter Hubert vom Venn, der vor 18 Jahren die Kleinkunst auf die Bühnen der Eifel brachte. Nun aber sehen er und sein Team einfach die Zeit gekommen, die letzte Spielzeit einzuläuten.

Rund rund 20 Veranstaltungen stehen bis zum Frühjahr 2014 im kleinen Roetgener Theater an der Ecke Bundesstraße/Pilgerbornstraße noch auf dem Programm. Die Bilanz von 18 Jahren Kleinkunst in Monschau und Roetgen kann sich sehen lassen.

Seit 1995 wurden 402 Veranstaltungen im Stadttheater Monschau angeboten. Gut 46000 Besucher kamen zu den Veranstaltungen nach Monschau, ehe zu Beginn des Jahres 2009 der Wechsel des Spielortes nach Roetgen stattfand.Noch einmal gut 14000 Gäste kamen zu den 230 Terminen in Roetgen. Die stolze Gesamtzahl von exakt 60299 Besuchern bei insgesamt 632 Veranstaltungen in 18 Jahren hat für Hubert vom Venn aber nur bedingte Aussagekraft. Großveranstaltungen mit bekannten Namen und das stets hoch frequentierte Kindertheater schieben die Zahlen in der Höhe, aber es gab auch Frust-Abende bei den regelmäßigen Mittwochsveranstaltungen, wenn sich nur eine Handvoll Besucher im Theater verlief, um die weniger bekannten Kleinkünstler zu sehen.

Man habe „naiv begonnen“, erinnert sich Hubert Venn, als im Herbst 1995 die Bühne im Stadttheater Monschau am Handwerkerzentrum eröffnet wurde, dennoch habe man mit den Künstlern der Situation entsprechend die Verträge ausgehandelt: „Wir haben nie Festgagen bezahlt.“

Als der Raum in Monschau an der Burgau nicht mehr zur Verfügung stand, wechselte das Theater nach einer Übergangszeit im Keller des KuK vor fünf Jahren in die Nachbargemeinde Roetgen. Unter abenteuerlichen Bedingungen wurde im Wasserwerk gespielt als der Spielort im Gewerbegebiet aufgrund einer veränderten Vergnügungsstätten-Verordnung plötzlich nicht mehr zur Verfügung stand. Erst danach fand das Theater an seinem heutigen Standort eine feste Bleibe fand, die dank des Sponserings von Stamos Papas von der Roetgen-Therme sogar kostenlos genutzt werden konnte.

„Der Raum ist bei der Kleinkunst das Entscheidende“, weiß der bühnenerfahrene Theaterleiter, der mit seinem eigenen Kabarettprogramm selbst auf 1500 Auftritte zurückblicken kann. „Wir haben stets großartige Unterstützung erhalten“, zieht Hubert vom Venn eine insgesamt positive Bilanz. Der Vorsitzender des Kulturkreises Roetgen, Bürgermeister Manfred Eis, findet es zwar schade, dass ein Stück Kultur aus Roetgen verschwindet, hat aber auch Verständnis für die Entscheidung. Dennoch solle in Roetgen auf kultureller Ebene weitergearbeitet werden.

Wenn der Bürgersaal der Schule einmal die Voraussetzungen erfüllt, ist es laut Hubert vom Venn durchaus denkbar, dass dort die eine oder andere größere Veranstaltung „mit bekannten rheinischen Namen“ angeboten wird. Fest steht jetzt schon, dass das Grenzlandtheater Aachen am 15. November wieder zu Gast in Roetgen sein wird.

Außerdem will der Kulturkreis wieder verstärkt einen Blick auf die bildende Kunst werfen. So soll laut Stamos Papas die Ausstellungsreihe in der Roetgen wieder aufgenommen werden. Am 24. November wird Karl von Monschau den Neuanfang machen.

„Kleinkunst ist ein schwieriges Geschäft“, weiß Hubert vom Venn. Dies habe sich auch gezeigt, als man versucht habe, einen Förderverein ins Leben zu rufen. Die Resonanz aber so gering, dass der Kulturkreis der Gemeinde Roetgen blieb war er ist - ein engagiertes Team aus sieben Mitgliedern.

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