„Vati“ ist stets die Ruhe selbst

Von: Christoph Hahn
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Der Senior im Team des Monschau-Festivals: Wolf-Rüdiger Malonn reist seit sechs Jahren mit seinem Sohn aus Holstein in die Eifel an. Foto: Christoph Hahn

Monschau. Auf der Burg Monschau kennen ihn die Leute nur als „Vati“. Obwohl: Einen richtigen Namen hat das älteste Mitglied des Festival-Teams um Ludwig „Lulu“ Castell natürlich auch. Wolf-Rüdiger Malonn, mit seinen 66 Jahren der Senior in der Arena, kennt sich mit der Tontechnik auf der Bühne und an den Mischpulten im Bergfried bestens aus.

Aber nicht nur das: Fast schon täglich rückt er vom Parkplatz am Biesweg mit dem Auto aus, um mit dem Auto Lautsprecher, Walkie-Talkies sowie viele andere Geräte und Bedarfsartikel heranzuschaffen. In die Nordeifel gebracht hat ihn sein Sohn Jan-Oliver („Janosch“), den sein Vater in der beruflich aktiven Zeit als Lehrer an einem Schulzentrum in Bad Segeberg, 50 Kilometer südlich der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt Kiel, in die Geheimnisse der Veranstaltungstechnik eingeführt hat.

Sechs Jahre schon nimmt das Duo den langen Anfahrtsweg aus Norddeutschland auf sich und in Kauf, nur um wieder in Monschau dabei zu sein. Das heißt: Um ein Haar wäre Malonn senior in diesem Jahr nicht gekommen, vor allem gesundheitlicher Probleme wegen. Aber da hat ihm sein Filius gut zugeredet. Und jetzt ist der Vater froh, die Reise doch noch angetreten zu haben.

Denn auf der Burg wird er dringend gebraucht, nicht nur wegen seiner technischen Versiertheit und Bereitschaft zu allerlei Kurztouren im Dienst des Festivals.

Außerdem (um nicht zu sagen: vor allem) bildet der Mann mit dem hintergründigen Lächeln so etwas wie den ruhenden Pol der Mannschaft. Sein verschmitzter Humor und eine ruhige Wesensart haben ihm die Sympathien aller Mitarbeiter eingetragen.

Damit der versierte Techniker, bis zur Auflösung im Oktober 2015 als Gitarrist und Keyboarder der Band „Open Mind“ eine Größe in der regionalen Musikszene, eine so positive Wirkung auf seine Mitmenschen entfalten kann, braucht er seine kleinen Rituale. So braut Malonn, kaum dass er aufgestanden ist, im Aufenthaltsraum der Jugendherberge erst einmal ein Kännchen Tee – nicht mit Beuteln, sondern vom Blatt, versteht sich. Und hin und wieder setzt er sich zu einem Zigarettchen auf die Bank im Freien, schaut hinunter auf die Tribünen und nimmt sich Zeit zum Nachdenken – oder telefoniert mit „Lieblingsfrau“ Liesbeth, gleichfalls als Lehrerin im Ruhestand, daheim in Wittenborn.

Sein Motto: „Genieße jeden Tag!“ Darum pflegt der Senior nicht nur den steten Kontakt mit daheim, sondern gönnt sich abends auch gerne eine Gläschen Wein – vorzugsweise einen trockenen Roten.

Die Leute auf dem Monschau-Festival hat der Bartträger längst in sein Herz geschlossen. Warum? Darum macht er, wie um fast alles andere, wenig Worte: „Das sind alles Individualisten, jeder mit seiner eigenen Biographie.“

Mehr sagt er da schon über sein Zuhause, das er kontinuierlich verschönert, über seinen Garten – und über seine sechs (bald sieben) Enkel, an denen sein ganzes Herz hängt. Denn ebenso, wie Wolf-Rüdiger Malonn den Auftritt jeder Band und ihr Aufgebot an Instrumenten ebenso wie das Tun der Techniker mit Kennerblick begleitet, ist er ein Gemütsmensch. Das wissen auch seine Kollegen und das schätzen sie auch an ihm.

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