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Vandalismus: UWG will Polizei zum Gespräch einladen

Von: ag
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Der UWG Roetgen sind nicht nur die Graffiti-Schmierereien wie hier an der Gemeindehalle ein Dorn im Auge: Auch Schlägereien und die Informationspolitik der Polizei bereiten ihr Sorgen. Deshalb hat die Fraktion jetzt einen Antrag an den Bürgermeister gestellt. Foto: A. Gabbert

Roetgen. Diverse Polizeieinsätze in der Gemeinde Roetgen haben die UWG-Fraktion bewogen, einen Antrag bei Bürgermeister Jorma Klauss einzureichen. Im März 2015 habe der Aachener Polizeipräsident Dirk Weinspach in einer Sitzung des Gemeinderates erläutert, warum die Polizeipräsenz in Roetgen reduziert werde.

Dabei habe er auch Statistiken bemüht, um den Abzug des zweiten Beamten aus der Gemeinde zu rechtfertigen, schreibt die Fraktionsvorsitzende Silvia Bourceau in dem Antrag.

Vorkommnisse der Silvesternacht

Bereits im Sommer 2015 seien von den Vereinen verschiedene Vorkommnisse von Sachbeschädigungen gemeldet worden. Die öffentlichen Flächen zwischen Sportplatz, Rathaus, Schulhof, Tennisplätzen und TV-Halle seien stark vermüllt worden, insbesondere durch Glas und Glasscherben. „Die Ehrenamtler in den Vereinen mussten immer wieder diesen Müll beseitigen“, hält die UWG fest.

Um diese Entwicklung zu stoppen habe die Fraktionsvorsitzende nach den Sommerferien gebeten, „die vom Jugendamt der Städteregion eingerichtete Institution ‚Streetwork‘ mit der Problematik zu beauftragen“. Zu Halloween sei dann aufgrund der anhaltenden Probleme eine Sicherheitsfirma in diesem Bereich beauftragt worden.

In den vergangenen Wochen und Monaten würden sich die Sachbeschädigungen nun häufen. Die UWG nennt in ihrem Antrag Vandalismus auf dem Schulhof, ein zerstörtes Oberlicht am Bürgersaal, „Sprayer-Aktionen“ mit Schmierereien an der TV-Halle, an der Gemeindehalle und am Tennisheim. Außerdem sei der Briefkasten an der TV-Halle in der Silvesternacht mit Böllern zerstört und eine Scheibe eingeschlagen worden.

Weitere Vorkommnisse der Silvesternacht, insbesondere ein Diebstahl am katholischen Pfarrheim bei der Feier der Pfadfinder, seien ebenfalls angezeigt worden. In diesem Zusammenhang wurde auch eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen eine Polizeibeamtin eingeleitet, weil sie versucht haben soll, den Bestohlenen eine Anzeige auszureden. „In dieser Sache wird noch ermittelt“, erklärt der Pressesprecher der Aachener Polizei, Werner Schneider, auf Anfrage. Erst in der vergangenen Woche hätten alle Zeugen vernommen werden können. Er gehe davon aus, voraussichtlich in dieser Woche eine Aussage dazu machen zu können.

Die UWG zählt in ihrem Antrag weitere Vorfälle auf. So auch eine Schlägerei „mit mindestens zwei Verletzten“, zu der es in der Nacht des 23. Januars außerhalb des Festzeltes gekommen sein soll. Einsatzkräfte der Polizei und des Rettungsdienstes seien vor Ort gewesen, eine entsprechende Pressemeldung der Polizei habe es aber nicht gegeben, kritisiert die UWG. An der Garderobe im Festzelt sollen außerdem Jacken entwendet worden sein.

„Umso mehr erstaunt uns jetzt das Schweigen über den Vorfall des vergangenen Dienstags, der die Bürger verunsichert und beängstigt hat“, schreibt die UWG. In diesem Fall sei die Polizei wegen einer Schlägerei unter Jugendlichen verständigt worden. Die Polizei sei dann auch mit vier Einsatzfahrzeugen vor Ort gewesen, da mindestens fünf Jugendliche beteiligt gewesen sein sollen. Einer der Beteiligten solle mit einem Messer gedroht haben. Aber auch in diesem Fall habe die Polizei keine Pressemeldung herausgegeben, bemängelt die UWG-Fraktionsvorsitzende.

In den sozialen Netzwerken seien aber schon am Dienstagabend verschiedene Versionen des Vorfalls zu lesen gewesen, unter anderem werde dort verbreitet, dass es am Fettdonnerstag im Karnevalszelt zu einer Fortsetzung der Prügelei kommen werde. „Wir bitten daher die Verwaltung zur Sitzung des Haupt-, Finanz- und Beschwerdeausschuss einen Verantwortlichen der Polizei sowie des Jugendamtes der Städteregion zwecks Informationsaustausch und der Erörterung von Maßnahmen einzuladen. Ziel ist es, die im Ortskern rund um Rathaus, Schule und Kirche stattfindenden Vorfälle endlich abzustellen. Die zurzeit verfolgte Taktik der ‚Intransparenz‘ verursacht leider zunehmende Verunsicherung in unserer Gemeinde“, schreibt die UWG in ihrem Antrag.

„Sollte die Polizei eine Einladung zu einer Sitzung erhalten, werden wir natürlich sofort prüfen, ob eine Teilnahme möglich ist“, sagt Polizeisprecher Schneider. Zu der Schlägerei außerhalb des Festzeltes habe es mit Blick auf die Schwere des Deliktes und die Relevanz für die gesamte Städteregion keine Meldung der Polizei gegeben, erläutert Schneider.

Den Vorfall am Dienstagabend kann Schneider ebenfalls bestätigen. Auf der Hauptstraße habe es gegenüber des Rathauses in Höhe der Bushaltestelle offensichtlich eine Schlägerei zwischen mehreren Personen gegeben. In diesem Zusammenhang sei auch eine Anzeige wegen Körperverletzung aufgenommen worden. In diesem Fall sei aufgrund von widersprüchlichen Angaben keine Meldung erfolgt. Die Ermittlungen würden laufen. „Da sind wir dran“, sagt Schneider.

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