Vandalismus: Polizei hat ein Auge auf Monschau

Von: Andreas Gabbert
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Hier blühen die Blumen wieder: Einige der Kästen waren in der Rur gelandet. Monschaus Ortsvorsteher Georg Kaulen hat in den vergangenen Wochen viele Fälle von Vandalismus festgestellt. Foto: Andreas Gabbert

Monschau. Der Ärger über den Vandalismus in der Monschauer Altstadt ist groß. Die Liste der Schäden ist lang. Sie reicht von ausgerissenen Blumen über in der Rur versenkte Blumenkästen, eingeschlagene Fensterscheiben bis zu beschädigten Autos. Gäste sind deshalb abgereist.

In den letzten Wochen hat es mehrere Zwischenfälle gegeben. In der ersten Nacht Ende August seien es nach Auskunft des Ortsvorstehers Georg Kaulen noch einzelne Blumen und Pflanzen gewesen, die aus den Kübeln gerissen und auf die Straße geworfen wurden.

In der darauf folgenden Nacht war das Ausmaß schon viel größer. Diesmal flogen die Blumen gleich mitsamt der Kästen in die Rur – am Marktplatz, an der Rurbrücke vor der evangelischen Kirche. An Richters Eck landete ein ganzer Mülleimer im Wasser. Auch an der Schleidener Straße an einem Privathaus wurden die Pflanzen aus den Kübeln gerissen und Autos damit beschmissen. Außerdem wurde dort auch Arbeitsmaterial von einem Firmenwagen entfernt.

Die Spur der Verwüstung zog sich quer durch den Ort bis hinauf zum Parkhaus an der Laufenstraße. Dort fanden die Täter ein neues Betätigungsfeld. Mindestens fünf Autos wurden erheblich beschädigt. Zerstochene Reifen, verbogene Scheibenwischer, abgetretene Spiegel, abgeschlagene Blinker, abgerissene Nummernschilder und aufgebrochene Motorhauben haben die Besitzer am nächsten Tag vorgefunden. Der Polizei liegen für diese Nacht acht Anzeigen vor.

Warten auf Ersatzreifen

Der Schaden belaufe sich pro Kübel auf rund 25 Euro, sagt Hans-Benno Kaulard als Sprecher der Initiative „Monschau, Zukunft mit Geschichte“, die sich um die Bepflanzung kümmert. Die verbliebenen Kästen seien nun verteilt worden, eine komplette Erneuerung gebe es mit der Winterbepflanzung. „Unter den Betroffenen waren auch Gäste von mir, die erst am Vortag angekommen waren.

Eigentlich wollten die beiden Damen sieben Tage bleiben. Nach dem Vorfall sind sie noch am gleichen Tag wieder abgereist. Das ist ein Schaden von rund 500 Euro für uns“, sagt Wolfgang Geisel, der mit Gisela Klees die „Altstadt Post“ betreibt. Auch die Wagen der beiden Gastronomen waren beschädigt.Ein Gast eines anderen Hotels hab zwei Tage verlängern müssen, weil er auf Ersatzreifen mit einer Spezialgröße für sein Auto warten musste.

Er habe sich schon öfter über fehlende Beleuchtung, eine fehlende Videoüberwachung, tropfendes Wasser und Jugendliche, die sich nachts im Parkhaus an der Laufenstraße herumtreiben, bei der Stadt Monschau beklagt, sagt Geisel. „Es gibt kaum ein Parkhaus ohne Videoüberwachung, nur hier gibt es sowas noch“, schimpft er. Immer wieder gebe es Zwischenfälle, der Schaden an seinem Cabrio belaufe sich inzwischen auf rund 5000 Euro, sagt Geisel und fordert schärfere Kontrollen in der Altstadt: „Sonst sehe ich schwarz für den Tourismus.“

Auch die ehemalige Grundschule im Rosenthal wurde zum Ziel der Vandalen. Nun gibt es einige eingeschlagene Scheiben mehr. „Das muss ungefähr zum gleichen Zeitpunkt gewesen sein“, sagt Ortsvorsteher Kaulen.

In der vergangenen Woche war der Ortsvorsteher dann auch als Präsident der Bürgerschützen gefragt, nachdem in das Schützenheim und das Sportheim des TuRa eingebrochen worden war. „Ich hatte eigentlich gehofft, dass der Spuk vorbei ist, wenn die Schule wieder anfängt“, sagt Kaulen. Am Schützenheim wurde die Tür aufgebrochen, mehrere Fenster wurden beschädigt und ein Gitter halb aus der Wand gestemmt. „Da wurde viel Energie aufgewendet, um an ein paar Euro zu gelangen“, sagt Kaulen.

Laut Polizei liegt der Schaden im vierstelligen Bereich. Gestohlen wurden ein Sparschwein und eine Kiste Kölsch sowie ein paar Flaschen Fassbrause, das Pils ließen die Täter stehen. Auf einer Vorstandssitzung in der kommenden Woche wollen die Schützen über Sicherungsmaßnahmen sprechen.

Am Sportheim versuchten die Täter durch die Tür zum Schiedsrichterraum einzubrechen. Ein Seiteneingang wurde aufgestemmt, die Rolladen, hinter denen sich die Theke befindet, wurden beschädigt und Fenster eingeschlagen. Außerdem wurden Löcher in den Wärmedämmputz geschlagen. Auch hier liegt der Schaden im vierstelligen Bereich.

Kaulen geht davon aus, dass die Täter aus der näheren Umgebung kommen. „Ich glaube nicht, dass Fremde herkommen, um Blumenkästen in die Rur zu schmeißen und im Parkhaus zu randalieren.“ Besondere Maßnahmen wurden bislang nicht ergriffen. Die Stadt Monschau hat ihre Politessen angewiesen, die Augen besonders offen zu halten. Andere Kontrollen, etwa durch das Ordnungsamt, gibt es nicht. Bisher habe es keinen Bedarf gegeben wie in größeren Städten, Mitarbeiter für den Außendienst einzustellen, erklärt der Leiter des Ordnungsamtes, Vinzenz Klein. Deshalb habe das Ordnungsamt für zusätzliche Kontrollen auch gar kein Personal zur Verfügung.

Kaulen weiß, dass die Monschauer Bürger sensibilisiert sind und bei verdächtigen Geräuschen jetzt eher abends vom Sofa aufstehen. „Das Problem wird sein, dass man den Tätern im Nachhinein nichts wird nachweisen können; man muss sie wohl auf frischer Tat ertappen“, sagt Kaulen.

Ein Kriminalitätsschwerpunkt sei die Monschauer Altstadt nicht, sagt Polizeisprecher Paul Kemen. Lediglich eine Nacht wäre auffällig gewesen. „Wir haben das aber im Auge und es steht auch auf unserer Prioritätenliste“, so Kemen weiter. Wer Verdächtiges beobachte, solle lieber einmal zu viel bei der Polizei anrufen, empfiehlt er.

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