UWG geht mit Severain hart ins Gericht

Von: Günther Sander
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„Total lokal“ wird die Roetgener UWG auch in Zukunft bleiben. Das bekunden (von links) Barbara Huppertz, der neue Vorsitzende Rainer Welzel, Hans-Joachim Mathée und Silvia Bourceau. Foto: Günther Sander

Roetgen. „Hart aber fair“ ging es auf der Mitgliederversammlung der UWG Roetgener Bürger in der Gaststätte „Zum Hövel“ zu. Heftig und kontrovers diskutiert wurde der „Alleingang“ von Günther Severain, der sich nach Meinung der Roetgener UWG-Mitglieder dem eigenen Slogan „total lokal“ abgewendet habe und eigenmächtig auf den Pfaden Richtung Städteregion wandele.

Die anderen Mitglieder setzen weiterhin auf ihren Slogan und wollen ein politisches Engagement außerhalb der Gemeinde ausschließen. Wie berichtet, hatte Severain für die Unabhängige und Freie Wählergemeinschaft (UFW) auch für den Städteregionstag kandidiert und möchte sich dort auch weiterhin als 2. Vorsitzender einbringen.

Dies schließt nach Meinung der „UWG Roetgener Bürger e.V.“ aber aus, dass er gleichzeitig für die UWG im Roetgener Rat sitzt. Günther Severain hatte daraufhin erklärt, dass er sein bei der Wahl am 25. Mai erhaltenes Mandat annehmen und notfalls als fraktionsloses Mitglied dem Rat angehören werde.

Kein Druck bei Sachthemen

Damit handele Severain permanent gegen die Spielregeln, setze sich über die bestehende Satzung hinweg und ziehe ohne Rücksicht „sein Ding durch“, obwohl er ein Kandidat der UWG sei, warf Barbara Huppertz dem „Abtrünnigen“ vor. Einsicht sei nicht erkennbar.

Hubert vom Venn ging Severains Handeln „gegen die Hutschnur“, denn er habe sich von Piraten wählen lassen. „Du bist keine Siegermannschaft, Frank Martin von der SPD macht es Dir vor, der hat sein Mandat zurück gegeben“, sagte er verärgert. Fakt ist: Severain gehört nicht mehr der UWG-Ratsfraktion an, sondern ist „fraktionslos“ als Einzelkämpfer tätig.

Er habe sich selbst „ins Abseits gestellt“. Die UWG werde auch weiterhin ihrem Slogan „total lokal“ treu bleiben, wie es beschlossen worden sei. Jeder dürfe in der Fraktion in der Sache entscheiden, im Verein sei das eine andere Hausnummer, ließ Hans-Joachim Mathée Severain wissen. Das müsse man akzeptieren, denn bei Sachthemen werde keinerlei Druck ausgeübt, auch in Zukunft nicht. Man wolle auf lokaler Ebene in Roetgen arbeiten, das reiche aus, gab Hubert vom Venn zu verstehen. Als lokaler Verein sei man gegründet worden, das solle auch so bleiben.

Deutliche Worte kamen von Gerd Neuefeind: „Wir wollen uns nicht auf eine Ebene Richtung Städteregion begeben, Du musst Dich dem Votum der Mitglieder beugen, ansonsten musst Du Deinen Hut nehmen und Dich aus dem Verein verabschieden.“

Demokratischen Mehrheitsentscheidungen habe man sich zu fügen, riet Rainer Welzel. Nach einem klaren Votum gehe es nicht an, „mir nichts, dir nichts über die Satzung hinweg zu springen“.

Eine kurze Gegenwehr von Severain konnte die Versammlung nicht überzeugen und nicht von ihrem Kurs abbringen. „Ich habe nicht auf eine Kandidatur verzichtet. Ich werfe auch nicht hin, ich mache weiter“, teilte er allen mit. Im Herzen sei er ein UWG-Mitglied. „Aber ich bin gegen eine Satzungsänderung.“ Es gehe nicht an, dass man Mitglieder vor die Wand stelle, wie es hier passiere.

Rainer Welzel sieht es so, dass Severain mit Piraten in einem Boot sitzen werde und einen Mitgliederentscheid ignoriere. Als Mensch schätze er Severain, doch einmal habe der Faden ein Ende. Rainer Nießen warf Günther Severain schlechtes menschliches Verhalten vor, und Silvia Bourceau bat um Abstimmung, um die Diskussion endlich zu beenden und sich anderen Themen zuzuwenden.

„Themen in Roetgen, nicht aus der Städteregion.“ Man müsse zurück zu Roetgener Anliegen, mehr Transparenz zeigen, die lange schon vermisst werde. „Wir müssen es auch mit fünf Fraktionsmitgliedern schaffen“, sagte sie. Was Günther Severain vor habe, lehne der Verein ab, machte Gerd Neuefeind noch deutlicher. „Ich fordere Dich auf, höre mit allem auf. Kapiere endlich, wenn es genug ist. Wir haben Demokratie.“ Das Palaver sei langsam schon peinlich.

Mit elf Ja-, zwei Neinstimmen und einer Enthaltung wurde die „heiße Debatte“ beendet.

Neuer Vorsitzender

Zum Glück gab es auch andere Dinge in der Versammlung zu besprechen, denn Hans-Joachim Mathée stellte sich nicht mehr als Vorsitzender zur anstehenden Wahl. Er habe dies lange schon angekündigt, den Wahlkampf noch mitgemacht, jetzt sei Schluss. Als Nachfolger schlug er Rainer Welzel vor, der bei zwei Enthaltungen mit zwölf Ja-Stimmen gewählt wurde.

Nun sei alles identisch, meinte Hubert vom Venn, er wünscht sich, dass die UWG auch weiterhin zweigleisig fahre, als Verein und Fraktion. Das sieht der neue Vorsitzende ebenso. Sein Anliegen: Den Verein nach außen stärker machen, die Fraktion in den Vordergrund stellen. Wichtig sei es, über die politische Situation in Roetgen informiert zu sein, sagte Mathée.

Mehr Öffentlichkeitsarbeit

Silvia Bourceau hätte gerne, dass man breiter aufgestellt sei. In den letzten Jahren sei die Öffentlichkeitsarbeit zu kurz gekommen, die sollte aber forciert werden. Eine Vorbesprechung zur möglichen Satzungsänderung bei der Jahreshauptversammlung im Januar 2015 sieht vor, dass eine Mitarbeit über die Grenzen hinaus nur mit einer Zweidrittelmehrheit möglich sein werde, war man sich abschließend einig.

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