Unzumutbar lange Schulwege sollen vermieden werden

Von: P. St.
Letzte Aktualisierung:
10351529.jpg
Mit stetig sinkenden Schülerzahlen muss sich der Schulverband Nordeifel befassen.

Nordeifel. Was die Haushaltslage betrifft, ist der Schulverband Nordeifel für die nächsten beiden Jahre gut aufgestellt, aber langfristig stellen sich dem Verband ganz andere Herausforderungen: Die vom Gymnasium auf die Sekundarschule zurückkehrenden Schüler bedeuten eine organisatorische Herausforderung, für die man noch keine Ideallösung anbieten kann.

Diese aktuelle Problematik wurde deutlich bei der Verbandsversammlung des Schulverbandes Nordeifel im Rathaus der Gemeinde Hürtgenwald in Kleinhau.

Auf Nachfrage von Günter Scheidt (Simmerath) erläuterte Ursula Mertens, die Leiterin der Sekundarschule Nordeifel mit Standorten in Simmerath und Kleinhau, dass am Standort Simmerath derzeit 89 Schüler in der sechsten Klassen unterrichtet würden, womit die Dreizügigkeit ausgelastet sei. Bei einigen wenigen Schülern gebe es noch Unsicherheiten wie die Schullaufbahn weitergehen werde. Gleichzeitig stehen sechs Schüler auf der Warteliste, die den ambitionierten Versuch, das Gymnasium zu besuchen, abbrechen mussten und nun bei der Sekundarschule anklopfen.

Dr. Bernd Gotzen, der Leiter des Monschauer St.-Michael-Gymnasiums, verdeutlichte die Problematik, dass Eltern trotz oft erheblicher Bedenken der Schulleitung ihre Kinder dennoch am Gymnasium anmeldeten. „Anschließend entstehen dann die Probleme.“

Für Günter Scheidt verdeutlichte dieses Beispiel, dass man noch mehr für die Sekundarschule werben müsse, während Verbandsvorsteherin Margareta Ritter das Dilemma erkannte, dass abgesehen von der privaten Mädchenrealschule St. Ursula das Angebot im mittleren Schulbereich in der Region geringer geworden sei.

Alternativen „unzumutbar“

Die Tatsache, dass für vom Gymnasium zurückkehrende Schüler nun keine vertretbare Alternative vorliege, dürfe nicht zu längeren Schulwegen führen. Die Bezirksregierung sehe nämlich in den Realschulstandorten Mausbach, Kleinhau und Schleiden vertretbare Alternativen. Aus der Sicht der Monschauer Bürgermeisterin aber sind diese Alternativen „unzumutbar“.

„Die Bezirksregierung darf uns nicht auf die Kilometer schicken“, stattdessen sei die Bildung von Überhang-Klassen ein pragmatischer Weg, lautete der gemeinsame Appell der Verbandsversammlung an die Bezirksregierung, Lösungen vor Ort zu finden.

Auch die zurückgehenden Schülerzahlen aufgrund der demografischen Entwicklung werden den Schulverband nachhaltig beschäftigen. Als der Verband am 1. August 2013 startete, besuchten noch 2200 Schüler die angeschlossenen Schulen. Im Oktober 2014 waren es noch 1818 Schüler, und bis zum Jahr 2019 wird ein Rückgang der Gesamtschülerzahl auf 1579 prognostiziert.

In der Trägerschaft des Schulverbandes Nordeifel befindet sich die Gemeinschaftshauptschule (GHS) Hürtgenwald (102 Schüler/jeweils Stand Oktober 2014), die GHS Monschau (129 Schüler), die Realschule Hürtgenwald (180), die Elwin-Christoffel-Realschule Monschau (301), die Sekundarschule Simmerath (170), die Sekundarschule Hürtgenwald (96) und das St.-Michael-Gymnasium Monschau (840).

Wegen der auslaufenden Haupt- und Realschulen (die Hauptschule Monschau zieht mit Beginn des neuen Schuljahres in die Räume der Elwin-Christoffel-Realschule Monschau) werden die Umlagekosten für Mitgliedsgemeinden im Schulverband (Monschau, Roetgen, Simmerath, Hürtgenwald) geringer. Zum Ende des Schuljahres 2018 läuft dann auch die Realschule aus.

Umlagepflichtig sind aber nur Hürtgenwald, Monschau und Simmerath. Der von der Schulverbandsversammlung jetzt verabschiedete Doppelhaushalt sieht für 2015 einen Gesamt-Umlagebedarf von 3,58 Millionen Euro vor und für das nächste Jahr zusammen 3,41 Millionen Euro.

Hürtgenwald ist mit 20 Prozent an der Umlage beteiligt, Simmerath mit 39 und Monschau mit 41 Prozent.

Die Schwerpunkt bei den Investitionsvorhaben (insgesamt 230.000 Euro) betreffen die Fertigstellung der beiden Mensen an den Sekundarschul-Standorten Simmerath und Kleinhau sowie die neue Bestuhlung für die Aula des Monschauer Gymnasiums. Der Doppelhaushalt wurde von der Verbandsversammlung einstimmig verabschiedet, die sich anschließend ebenfalls in die Sommerferien verabschiedete.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert