Unterkünfte für Flüchtlinge werden knapp

Von: ag
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Auf dem ehemaligen britischen
Auf dem ehemaligen britischen Militärgelände „Langschoss” bei Lammersdorf bringt die Gemeinde Simmerath den Großteil der ihr zugewiesenen Asylbewerber unter: Momentan hat die Gemeinde noch Platz für zwei bis drei zusätzliche Personen. Foto: Archiv/P. Stollenwerk

Nordeifel. Die Zahl der Asylbewerber steigt rasant an. Täglich kommen bis zu 100 Flüchtlinge nach NRW. In einigen Städten wie Köln werden schon Notunterkünfte eingerichtet, und auch in der Eifel suchen die Gemeinden nach weiteren Unterbringungsmöglichkeiten.

„Das schlägt auch auf die Kommunen durch”, sagt Hermann Mertens, stellvertretender Bürgermeister der Stadt Monschau. Seit zwei Monaten sei ein Anstieg zu beobachten, im Schnitt käme pro Woche ein Asylbewerber hinzu. Zurzeit leben 24 Asylbewerber in der Stadt Monschau. „Die Tendenz ist steigend.” Die Stadt bringt einige der Flüchtlinge in einer Gemeinschaftsunterkunft im Bereich der Altstadt unter, ansonsten setzt die Kommune auf eine dezentrale Unterbringung. „Das ist eine schwierige Aufgabe”, sagt Mertens, der zurzeit intensiv nach Wohnungen für Asylbewerber sucht.

In Simmerath gibt es zurzeit 55 Asylbewerber. Die Zahl sei seit Anfang des Jahres leicht gestiegen. Mitte des Jahres 2011 seien es noch 45 Flüchtlinge gewesen, sagt die Leiterin des Sozialamtes, Monika Johnen. Seit Sommer dieses Jahres bekomme die Gemeinde Simmerath alle drei Wochen eine weitere Person zugewiesen.

Deshalb werden auch hier die Unterbringungsmöglichkeiten langsam knapp. Erst in der vergangenen Woche erreichte die Gemeinde eine Anfrage der Bezirksregierung nach den noch vorhandenen Kapazitäten. „Momentan haben wir noch Platz für zwei bis drei Personen”, erklärt Johnen. Zum größten Teil bringt die Gemeinde Simmerath die Asylbewerber auf dem ehemaligen britischen Militärgelände auf Langschoss unter. Einzelne Familien werden zum Beispiel in ehemaligen Lehrerdienstwohnungen im Gemeindegebiet untergebracht.

„Es wird auch bei uns enger werden”, sagt Dirk Scheins, stellvertretender Leiter des Amtes für Ordnung und Soziales der Gemeinde Roetgen. Erst Montag ist wieder die Zuweisung eines Asylbewerbers auf seinem Schreibtisch gelandet. „Momentan geht es noch”, sagt Scheins. Wenn der Trend aber weiter anhalte, „bekommen wir ein Problem”.

Zurzeit leben in der Gemeinde Roetgen 26 Flüchtlinge. 18 davon sind in der Asylbewerberunterkunft der Gemeinde untergebracht. Zwei Familien leben in eigenen Wohnungen. Vielleicht könne man in der Räumen der Asylbewerberunterkunft noch das ein oder andere Bett hinzustellen, wenn der Trend aber weiter anhalte, bekomme die Gemeinde Roetgen ein Problem.

„Wir haben nur dieses eine Haus, und das Ei des Kolumbus haben wir noch nicht gefunden”, sagt Scheins. Sollten den Kommunen weitere Asylbewerber zu gewiesen werden, dann müsse innerhalb der Städteregion gemeinsam überlegt werden, wie mit der Situation umzugehen sei.

Anstieg von 61,9 Prozent im Vergleich zum September 2011

Laut Bundesinnenministerium stellten im September insgesamt 6691 Menschen Asylanträge beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge; die meisten kamen aus Serbien und Mazedonien. Insgesamt stieg die Zahl um 2559 Menschen oder 61,9 Prozent im Vergleich zu September 2011. Laut Innenministerium liegt die Anerkennungsquote für Bewerber aus Serbien und Mazedonien bei 0,0 Prozent liegt.

Für den starken Anstieg der Asylbewerberzahlen aus Serbien und Mazedonien machte der innenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion im Bundestag, Michael Hartmann, „gewissenlose Banden” verantwortlich. Das Bundesamt für Flüchtlinge müsse diese Asylbewerber zügig zurückweisen. Hingegen sollten für Asylbewerber aus Pakistan, Syrien und Afghanistan die Türen offen bleiben.

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) will die Einreise nach Deutschland einschränken: „Der massive Zustrom serbischer und mazedonischer Staatsangehöriger muss unverzüglich gestoppt werden. Dazu muss es möglich sein, dass die EU die Visafreiheit für diese Länder schnellstmöglich aussetzt.”

Die Flüchtlingsorganisation Pro Asyl vermutet, dass unter den Asylbewerbern aus Serbien und Mazedonien vor allem Roma sind, die vor schlechten Lebensbedingungen und dem nahenden Winter in ihrer Heimat fliehen.

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