Roetgen - „Unsere Landwirte nicht aus den Augen verlieren“

„Unsere Landwirte nicht aus den Augen verlieren“

Von: Günther Sander
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Pressegespräch im Landgasthof Marienbildchen: Christina Schulze Föcking (Mitte), links leben ihr Henrik Schmitz (MdL), rechts MdL-Axel Wirtz, hinter ihr Bürgermeisterkandidat Björn Schmitz. Foto: Günther Sander

Roetgen. Drei CDU-Landtagsabgeordnete waren nach Roetgen gekommen, um sich die Sorgen und Nöte der Landwirte anzuhören. Wer könnte die Problematik ihrer Kollegen besser verstehen und angehen als Christina Schulze Föcking, selbst Landwirtin (seit 2002 Leiterin zweier landwirtschaftlicher Betriebe in Steinfurt), Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion für Landwirtschaft, Verbraucherschutz und ländliche Räume?

Ihr zur Seite standen die Landtagsabgeordneten Axel Wirtz und Henrik Schmitz sowie von der CDU Roetgen Ronald Borning und Bürgermeisterkandidat Björn Schmitz. Die Delegation besuchte die Fleischerei Wilms (Hauptstraße), den landwirtschaftlichen Betrieb von Henrik von Bojan (Schwerzfelder Straße) sowie den Landgasthof Marienbildchen (mit eigener Landwirtschaft) der Familie Ziemons (Münsterbildchen). Im Landgasthof Marienbildchen wurde Bilanz gezogen.

Christina Schulze Föcking als auch Björn Schmitz machten deutlich, dass es noch reichlich Arbeit geben werde. Die Landtagsabgeordnete weiß, dass ein Mehr an Bürokratie gerade bei den kleineren Betrieben an die Grenze stoße. Sie könne nicht verstehen, dass sich im Landwirtschaftsministerium zum Abbau bekannter Probleme „nichts bewege, nichts unternommen werde.“

Der Berufsstand der Landwirte werde so in eine Ecke gestellt. Das führe letztendlich dazu, dass kleinere Betriebe am Ende auf der Strecke blieben. Vorrangig müsse es sein, sie zu schützen und zu unterstützen. „Wir dürfen unsere Landwirte nicht aus den Augen verlieren“, mahnte Schulze-Föcking.

Axel Wirtz sprach sich dafür aus, kleine, mittlere und große Betriebe gleichermaßen zu unterstützen. Er lobte die Metzgerei Wilms, wo eine unmittelbare Vermarktung und Produktion im eigenen Hause stattfinde. Hier erlebe man Qualität durch Tradition, man verfügt über eine hauseigene Schlachtung, ebenso eine eigene Zucht und Haltung von Rindern und Kälbern auf eigenen Wiesen. „Solche Möglichen müssen erhalten bleiben.“

Björn Schmitz lobte in der Eifel die direkte Vermarktung und die kurzen Wege, hier gelte es, auf Qualität und Fähigkeit zu setzen. Produkte aus der Region, so auch Bio, für die Region, seien von Vorteil. Henrik Schmitz, selbst Landwirt im Nordkreis, bedauerte, was sich derzeit abspiele, sei „nicht die Politik der CDU“.

„Die brauchen Unterstützung“

Christina Schulze Föcking zeigte sich beeindruckt von den drei besichtigten Betrieben. Ihr ist klar: „Die brauchen Unterstützung.“ Axel Wirtz wünscht sich, dass das Gehörte und Erfahrene „an die richtige Stelle ankomme.“ Für Jürgen Ziemons und Henrik von Bojan müssen Möglichkeiten geschaffen werden, auf eigenem Grund und Boden ein zweites Standbein zuzulassen und auszubauen, so auch in Sachen Tourismus (Urlaub auf dem Bauernhof). Weniger Vorschriften und Gesetze, dafür ein etwas „anderer, leichterer Weg“ wäre angebracht.

Michael und Marco Wilms beteuerten, dass man behutsam mit Investitionen umgehen müsse. Für beide ist Planungssicherheit wichtig, denn Risiken seien nicht zu übersehen. „Wir haben die Befürchtung, dass wir irgendwann nicht mehr schlachten können“, so Michael Wilms und Bruder Marco fügte hinzu: „Die Sorge um unsere Zukunft sitzt uns im Nacken.“

Das weiß auch Vater Rainer Wilms nur allzu gut. „Die Wertschätzung der Landwirtschaft ist mir äußerst wichtig“, ließ Schulze Föcking noch einmal anklingen. „Es ärgert mich wahnsinnig, dass sie oft negativ dargestellt wird, dabei wird auf den Höfen noch mit viel Herzblut gearbeitet“, weiß sie aus Erfahrung.

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