„Unser Dorf hat Zukunft“: Riesenjubel über Gold für Kalterherberg

Von: Rolf Hohl und Heiner Schepp
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Die Bemühungen um die Zukunft des eigenen Dorfes und der große Einsatz beim diesjährigen Dorfwettbewerb haben sich gelohnt: Kalterherberg ist Golddorf der südlichen Städteregion. Foto: Corinna-Jasmin Kopsch
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Am Samstagabend wurde der Erfolg im 2000-Seelen-Dorf spontan gefeiert, sogar eine Hupfahrt trotzte dem strömenden Regen. Foto: Corinna-Jasmin Kopsch
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Städteregionsrat Helmut Etschenberg war es sichtlich eine Freude, dem „Team Kalterherberg“ den Preis für Platz eins im Dorfwettbewerb überreichen zu dürfen. Foto: Rolf Hohl
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Als die Jury am 6. September Kalterherberg bereiste, hatten viele Bürger demonstrativ ihre Fahrräder an die Straße gestellt. Foto: P. Stollenwerk

Nordeifel/Aachen. Die frohe Kunde verbreitete sich am Samstag rasch im ganzen Dorf: Gold für Kalterherberg! Zum ersten Mal hat das Dorf mit dem Eifeldom den ersten Platz im Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ für den südlichen Teil der Städteregion Aachen gewonnen.

Das schon mit Bundesgold dekorierte Eicherscheid kam diesmal auf den zweiten Platz, Dritter wurde das ebenfalls schon häufiger erfolgreiche Konzen. Schon der Empfang an diesem Samstagnachmittag machte deutlich, worum es hier ging.

Als nämlich die rund 300 Vertreter der Dörfer und Ortschaften das Haus der Städteregion betraten, spielte schon lautstark die Eschweiler Brassband „Renew“ – zu Deutsch: erneuern. Genau das haben die Arbeitsgruppen aus den 22 teilnehmenden Gemeinden beim Landeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ die vergangenen Monate getan, um an diesem Tag aus ihren Reihen die beiden Sieger zu küren.

Mit ihrem Wirken haben sie sich zuallererst aber die Bewunderung der Bewertungskommission gesichert, die in den vergangenen Wochen in einem straffen Programm sämtliche Dörfer besichtigt hatte. Dieser Wettbewerb, sagte Kommissionsleiterin Andrea Drossard, sei seit langer Zeit einer der stärksten gewesen.

„Wir haben in den Dörfern so viele schöne Momente erlebt. Wie etwa in Werth, wo wir bei strömendem Regen durch die Straßen geführt wurden und trotz des Wetters die Begeisterung der Bewohner für ihren Ort deutlich wurde.“ Nicht ohne Grund gab es für den Stolberger Stadtteil zusammen mit Eicherscheid den Sonderpreis für eine starke Dorfgemeinschaft.

Den Gesamtsieg im Süden holte sich am Ende aber das Eifeldorf Kalterherberg, welches in der Bewertung der Kommission fast die Maximalpunktzahl erreichte: Starke 494 von 500 möglichen Punkten standen am Ende auf den Blöcken der Jury für Kalterherberg zu Buche. „Wir hätten beinahe sogar die volle Punktzahl erreicht, doch die Richter wollten noch etwas Luft nach oben lassen“, meinte der örtliche Wettbewerbsleiter Aarne Kreuzinger-Janik am Samstag augenzwinkernd.

„Wir liegen ja ganz am Südzipfel der Städteregion und damit auch nicht gerade im Zentrum der Aufmerksamkeit, das dürfte sich mit dem Preis jetzt ein wenig ändern“, sagte der Koordinator der Arbeitsgruppe in Kalterherberg, Rainer Mertens. Nicht nur vom ersten Platz, den er mit seinem Wettbewerbsteam erreicht hatte, sei er begeistert, sondern auch von der Lebensqualität, die sein Heimatdorf damit gewonnen habe.

Dabei wollte man in Kalterherberg anfangs noch nicht einmal an dem diesjährigen Wettbewerb teilnehmen und meldete sich erst im April dieses Jahres noch kurzerhand nach – es hat sich gelohnt. „Ich denke, wir haben verdient gewonnen. So viele Menschen haben dazu beigetragen, dass wir erfolgreich waren. Jetzt beginnt die Arbeit für die nächste Runde“, kündigte Rainer Mertens bei der spontanen abendlichen Siegesfeier im „Hotel Hirsch“ an.

Wenn sich ein ganzes Dorf zusammenrauft, dann ist vieles möglich. Das zeigte auch der Baesweiler Stadtteil Beggendorf eindrücklich, der im Norden den ersten Platz erreichte. Weil eben Sehenswürdigkeiten alleine noch keinen lebendigen Ort ausmachen, wurden von der Kommission neben äußeren Kriterien auch das soziale Zusammenleben, die Wirtschaft, die Umwelt und die Wohnsituation bewertet.

„Wir sind eigentlich ein Rübenfeld, das muss man einfach sehen. Darum haben wir uns daran gemacht, etwa die vorhandenen Grünflächen im Dorf attraktiver zu gestalten, um damit punkten zu können“, so der Ortsvorsteher, Ferdinand Reinartz.

Auch für jene Dorfgemeinschaften, die in diesem Jahr nicht gewonnen haben, dürfte alleine die Arbeit an der Weiterentwicklung ihrer Gemeinden einen bleibenden Effekt hinterlassen haben. Oder wie es Städteregionsrat Helmut Etschenberg sagte, der selbst in Konzen lebt: „Im ländlichen Raum lässt es sich wundervoll leben, wenn man bereit ist, sich in die Gemeinschaft einzubringen.“

Zusammen mit dem Aachener Sparkassen-Vorstand Hubert Herpers verlieh er am Samstagnachmittag die Preise und sicherte den beiden siegreichen Teams aus Beggendorf und Kalterherberg weitere Unterstützung bei der Endrunde im Bundeswettbewerb zu. Bis dahin ist allerdings noch reichlich Zeit; die Auswahl dafür beginnt erst im Sommer 2019.

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