„Unser Dorf hat Zukunft”: Mit der Bimmelbahn in der Goldspur?

Von: rpa
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Großes Interesse zeigte die Kommission an der Imkerei von Alfred Isaac und dessen Honig. Foto: R. Palm

Konzen. Gold für Konzen im NRW-Landeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft”? Auf jeden Fall ist Konzen ein Dorf mit Zukunft. Das wurde am Mittwochnachmittag deutlich, als die 14 Männer und Frauen der Landeskommission zwei Stunden lang in Konzen unterwegs waren.

Pünktlich um 15 Uhr kam die Kommission im Bus auf dem Dorfplatz an, wo sie von Ortsvorsteher Matthias Steffens begrüßt wurde.

Am Ende der Rundreise bescheinigten unter anderem Städteregionsrat Helmut Etschenberg, Ruth Roelen, Leiterin der Stabsstelle Regionalentwicklung bei der Städteregion, und Professor Dr. Christoph Hebel von der Fachhochschule Aachen der Arbeitsgruppe um Ortsvorsteher Matthias Steffens, Ratsherr Micha Kreitz und Peter Jung, Vorsitzender des Ortskartells, Konzen sehr gut präsentiert zu haben. Ob Konzen im Landeswettbewerb 2012 erfolgreich ist und mit Gold, Silber oder Bronze ausgezeichnet wird, erfahren die Bürger am 9. September in Bad Sassendorf. Die Siegerehrung ist für Samstag, 27. Oktober, vormittags in der Tenne in Eicherscheid geplant.

In ihrem Grußwort betonte Bürgermeisterin Margareta Ritter, dass Konzen, gemessen am Alter der Einwohner (aktuell 2376 Einwohner, darunter 476 unter 18 Jahren), ein junger Ort sei, der „gerne feiert” und in dem die Neubürger gerne und ohne Probleme integriert werden, wenn sie denn wollen.

Städteregionsrat Helmut Etschenberg versicherte der Kommission unter der Leitung von Annegret Dedden von der Landwirtschaftskammer NRW „aus eigenem Erleben, dass Konzen sich enorm verändert” habe, vom „verschlafenen Bauerndorf in einen modernen Wohnort”. Er betonte, „Zugezogene haben in Konzen die große Chance heimisch zu werden”.

„Für Konzen begeistern”

Helmut Etschenberg, daraus machte er keinen Hehl, wolle mit seinem Grußwort „die Kommission für Konzen begeistern”, denn in Konzen werden mit viel ehrenamtlichem Engagement versucht, Traditionen zu erhalten, Neues zu schaffen und Zukunft zu wagen”.

Moderator auf der Rundreise (teils zu Fuß, teils in der „Bimmelbahn”, wie die Monschauer Stadtbahn genannt wird) war Micha Kreitz, der die Kommission an die ausgewählten Stationen führt und viele Informationen über den Ort gab - über die Entwicklung der Einwohnerzahlen, über die demografische Entwicklung, über Gewerbe und Arbeitsplätze, über die Projekte, die in Konzen ehrenamtlich geschaffen und gestaltet worden sind.

Eine Station war das „Familienzentrum”, das Leiterin Silke Bongard vorstellte. Besichtigt wurden die Schule und das „Eulennest” darin, das ist das „Bücher- und Lesezentrum”, das von Renate Huppertz vorgestellt wurde. Weitere Stationen waren der Friedhof an der Pankratius-Kapelle und die Streuobstwiese auf der Erweiterungsfläche, die als Friedhof nicht mehr gebraucht wird.

Peter Jung, Vorsitzender des Ortskartells, informierte die Bewertungskommission über die Konzener Ortsvereine (13 Vereine mit zusammen 4404 Mitgliedern) und über die aktive Jugendarbeit in den Vereinen. Eine weitere Station war die „Lehmlounge” von Guido Braun an der Hohestraße. Er hat ein uraltes Bauernhaus in ein modernes Wohnhaus samt Ferienwohnung umgebaut. Mit der „Bimmelbahn” ging es hinauf auf die „Hohe” zum Eifelblick, der ebenfalls weitgehend in ehrenamtlicher Arbeit entstanden ist.

Überaus reges Interesse zeigten die Mitglieder der Bewertungskommission am Bienenstand am Lutterbach und an der Arbeit des Imkers Alfred Isaac. Dort gab es vor der Weiterfahrt kleine Kostproben des köstlichen Honigs. Auf der Rückfahrt zum MuK ging es noch am Sportpark vorbei. Unterwegs, als die „Bimmelbahn” die Trierer Straße passierte, machte Micha Kreitz keinen Hehl aus einem Problem in Konzen: So seien die Gehwege entlang der Bundesstraße in einem schlechten Zustand, die Stadt allein sei da aber überfordert, da hoffe man auf ein Förderprogramm, um die Gehwege vernünftig ausbauen zu können.

Im MuK (wie das Musik- und Kulturhaus am Dorfplatz genannt wird) hatten die Landfrauen die Kaffeetafel gedeckt, sie servierten Eifeler Spezialitäten wie Trevvel, Schwarzbrot mit Griebenschmalz sowie Monschauer Dütchen mit Sahne und frischen Erdbeeren. An den Seitenwänden des Hauses hatte die Arbeitsgruppe auf Tischen und Stellwänden dokumentiert, was Konzen alles war und ist, nachzulesen in den ausgelegten Büchern über Konzen, in den Festschriften und aktuellen Schriften der Vereine. Zahlreiche Fotos erzählten gleichsam aus dem überaus aktiven Dorfleben. Ausgestellt waren alte Karten, Luftbilder und Pläne über Konzen und über den geplanten Bushof am Himo.

In einer Ecke hatte Imker Alfred Isaac Gläser mit Honig aufgebaut, die später als Erinnerungsgabe an interessierte Kommissionsmitglieder verteilt wurden. Auch dies wird die Kommission an den Besuch in Konzen erinnern: Ehe die Rundreise begann, erhielten die 14 Männer und Frauen der Kommission einen kleinen Anstecker mit dem Dorfwappen, das Abbild von Kaiser Karl weist auf die karolingischen Wurzeln des ältesten Dorfes in der Nordeifel hin. Während die Bewertungskommission, die Mitglieder der Arbeitsgruppe und die Gäste sich an den Köstlichkeiten labten, spielte draußen unter dem Pavillon das Jugendorchester der Eintracht auf.

Zehn Minuten nach 17 Uhr stiegen die Mitglieder der Kommission in den Bus und verließen Konzen in Richtung Schleiden. Unterwegs aber zählten die Mitglieder ihre Punkte für Konzen zusammen. Ob es für Gold, Silber oder Bronze reicht?
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