Roetgen - Unmut über „Knöllchen“ vor Bäckerei: Parksituation überdenken?

Unmut über „Knöllchen“ vor Bäckerei: Parksituation überdenken?

Von: hes
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Roetgen. Ingrid Peinhardt-Franke war richtig „angefressen“: „Ich habe Sonntag morgens ein Knöllchen vor der Bäckerei erhalten – satte 20 Euro für Parken auf dem Gehweg...und das in Roetgen!“

Die Roetgenerin hatte ihren Wagen am Morgen nahe der Moss-Filiale an der Rosentalstraße halb auf dem Gehweg geparkt, da direkt vor der Bäckerei keine Parkplätze frei gewesen waren. „Ich hatte meinen Wagen aber so geparkt, dass selbst ein Kinderwagen noch vorbei gekommen wäre“, wundert sich die Journalistin und ergänzt: „Ich hatte nur die Wahl, auf dem Bürgersteig zu parken oder keine Brötchen zu kaufen.“

„Stimmt nicht!“ behauptet Dirk Scheins vom Ordnungsamt der Gemeinde Roetgen. „Die Dame hätte 50 Meter weiter bequem einen Parkplatz finden können“, sagt Scheins, der nicht zum ersten Mal eine solche Beschwerde auf dem Tisch hat: „Keiner ist froh, wenn er oder sie ein solches Ordnungsgeld bezahlen muss. Aber dann sollte man sich über sich selbst ärgern und nicht über die Ordnungsbehörde“, empfiehlt der stellvertretende Amtsleiter.

Im vorliegenden Fall ist die rechtliche Situation für ihn glasklar: „Wir haben hier in Roetgen sicherlich nicht so viele Schwerpunkte, an denen kontrolliert werden muss. Aber gerade an dieser Stelle, die im Kurvenbereich liegt, ergeben sich durch wildes Parken gefährliche Situationen, die wir als Ordnungsbehörde unterbinden müssen. Wer sein Auto verlässt, der parkt. Da hört die Straßenverkehrsordnung weder sonntags, noch in Roetgen auf“, sagt Scheins und betont: „Das ist weder Willkür noch Geldeintreiberei.“ Und die Höhe des Ordnungsgeldes sei bundeseinheitlich geregelt.

Auch dass die Autofahrerin keine fünf Minuten an besagter Stelle gestanden haben soll, ist kein Argument für ihn: „Jeder Verstoß passiert, weil irgendwer ‚nur mal eben schnell‘ irgendetwas besorgt.“ Manchmal drücke das Ordnungsamt ein Auge zu, wenn beispielsweise eine Person mit Gehbehinderung während des Arztbesuches falsch parke. „In diesem Falle aber hätte die Dame auch andere Möglichkeiten gehabt.“

Die Ordnungskraft der Gemeinde Roetgen – im übrigen nur eine Teilzeitstelle –, so erläutert Dirk Scheins, teile sich die Kon-trollzeiten selbst ein. Und es sei legitim, auch sonntags Ordnungsgelder zu verhängen, wenn es erforderlich sei.

Für Ingrid Peinhardt-Franke ist der aktuelle Fall Anlass, insgesamt auf die Parksituation in der Flächengemeinde hinzuweisen: „Ich bitte Sie, sich einmal mit dem Thema ‚Knöllchen‘ vor der Bäckerei Moss zu Stoßverkaufszeiten und vielleicht auch generell mit dem Parken etwa vor der Praxis Dr. Kaiser und Schreibwaren Kessel zu beschäftigten“, schrieb sie noch am Sonntagabend an die Gemeinde, den Bürgermeister und alle Ratsfraktionen. Ein so strenges Ahnden schade jedenfalls „nicht nur meiner Lebensqualität, sondern auch dem Handel in Roetgen.“

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