Umweltprämie: Autoverwerter stößt an seine Grenzen

Von: P. St.
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Abgewrackte Autos bilden im Gewerbegebiet Rollesbroich bereits eine längere Schlange. Die Gemeinde Simmerath hat dem zuständigen Autoverwerter kurzfristig geeignete Zusatzflächen zur Verfügung gestellt. Foto: P. Stollenwerk

Rollesbroich. Unmengen von Autos standen am vergangenen Sonntagabend im westlichen Teil des Gewerbegebietes in Rollesbroich. Das hatte seinen Grund. Hier stieg die kultige Hawaii-Party, die sich in den letzten Jahren zum absoluten Hit entwickelt hat. Am nächsten Morgen, als die Feiernden wieder abgezogen waren, konnte man immer noch eine beträchtliche Anzahl parkenden Pkws entlang der Völlesbruchstraße und des noch unbebauten Siemensringes entdecken.

Doch die hier verbliebenen Wagen haben nicht mit der Party im Festzelt zu tun. Sie sind allesamt ohne Nummernschild wie in die Gassen von Paris Stoßstange an Stoßstange angestellt worden.

Hier im Gewerbegebiet Rollesbroich lassen sich die Folgen der zu Beginn des Jahres eingeführten Umweltprämie für Alt-Autos durch die Bundesregierung in der Praxis studieren. So mancher Führerschein-Neuling hätte hier seine helle Freude und die freie Auswahl an einem ordentlichen „Gebrauchten”.

Auch das anliegende Betriebsgelände eines Autoverwerters ist mit Abwrack-Autos bis auf den letzten Quadratmeter zugestellt. Inzwischen sind es rund 600 Fahrzeuge, die sich hier angesammelt haben und deren einst stolze Besitzer um jeweils 2500 Euro reicher sind und nun sehnsüchtig auf die im Laufe des Jahres anstehenden Zulassung des Neufahrzeuges hoffen. Bundesweit sind bereits 1,2 Millionen Fahrzeuge auf dem Weg in die Schrottpresse.

Wegen des außergewöhnliches Aufkommens langfristig abgestellter und abgemeldeter Fahrzeuge wandte sich Betriebsinhaber Ralf Arnolds hilfesuchend an die Gemeinde Gemeinde Simmerath. Es sei gelungen, dem Betrieb „sehr kurzfristig” ein weiteres geeignetes Grundstück im Gewerbegebiet zur Verfügung zu stellen. Auch der Parkstreifen am Siemensring gehört dazu.

„Da hat die Gemeinde zügig geholfen”, freut sich Arnolds, der bereits zuvor zweit Zusatzflächen angemietet hatte. Nachdem die Umweltprämie für Gebrauchtwagen noch einmal verlängert worden sei, habe ein regelrechter Schub eingesetzt, der jeden Verwertungsbetrieb vor riesige Probleme stelle, auch weil kaum geeignete Flächen vorhanden seien. In der Praxis bedeute die Abwrackprämie „eine „unwahrscheinliche Belastung” für für die Betriebe. „Es muss schließlich alles bewältigt werden.”

Arnolds sieht sich inzwischen gezwungen, eine Annahmegebühr von 150 Euro zu erheben, die wahrscheinlich im laufe des Jahres noch erhöht werden müsse, zumal auch der Schrottpreis „total eingebrochen sei. Bei 10 Euro pro Tonne ist der Schrottpreis inzwischen angelangt, eine Pkw mit durchschnittlich 800 Kilo verwertbarem Gewicht bringe also gerade mal acht Euro ein. Die allesamt betriebsbereiten Fahrzeuge seien allerdings nicht so wertvoll „wie mancher Autobesitzer denkt.”

Deshalb gilt für Arnolds: „Je eher die Sache vorbei ist, um so besser für unseren Betrieb.” Etwa sechs bis acht Stunden müsse er für die Verwertung eines Wagens einkalkulieren. Da stoße der Betrieb einfach an seine Grenzen.
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