Umspannstation wird zum Blickfang

Von: Peter Stollenwerk
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Mehr als nur ein Stromhäuschen: Die Westnetz-Kompaktstation in der Roetgener Grünepleistraße wurde farbenfroh zum romantisches Landhaus umgestaltet. Über das gelungene Werk freuen sich die Verantwortlichen der Westnetz GmbH, Künstler Stefan Vogt (vorne, Mi.) und Roetgens Bürgermeister Jorma Klauss (hinten, Mi.). Foto: P. Stollenwerk

Roetgen. „Hier stand doch früher ein Stromhäuschen“, denkt sich in diesen Tagen so mancher Autofahrer, wenn er von der Bundesstraße 258 in die Roetgener Grünepleistraße einbiegt. Das etwa drei mal drei Meter kleine würfelförmige Gebäude steht immer noch da – nur erkennt man es nicht wieder.

Statt Farbschmierereien und Verschmutzungen ist hier ein strahlendes und freundliches Gesamtkunstwerk entstanden, das einer näheren Betrachtung wert ist. Im wahrsten Sinne des Wortes einen neuen Anstrich hat die Westnetz-Kompaktstation erhalten.

Der Netzbetreiber für Strom und Gas im Westen Deutschlands hat hier den gelungenen Versuch unternommen, aus einem ärgerlichen Schandfleck einen Blickfang zu gestalten. Die Ortsnetzstation vor dem Sporthaus Plum, mit dem die Aktion abgestimmt wurde, transferiert den mit 20.000 Volt ankommenden Strom auf für die Bürger nutzbare 400 Volt herunter.

Vor sechs Wochen stellte Westnetz, eine 100-prozentige Tochter der Innogy SE, der Gemeinde Roetgen die Idee vor, die dann innerhalb von anderthalb Tagen umgesetzt wurde. „Das ist ein echtes Highlight“, zeigte sich auch Roetgens Bürgermeister Jorma Klauss von der Umgestaltung des Objektes begeistert. „Vorher ist das Häuschen keinem aufgefallen, und wenn doch, dann eher durch unschöne Graffitis.

Jetzt ist die Station ein Blickfang, der gut zu Roetgen als Eifelort passt“, staunte auch Dr. Stefan Sauerland, Leiter des Regionalzentrums Westliches Rheinland der Westnetz, über das farbenfrohe Motiv. Es handelt sich um die erste Kompaktstation im westlichen Rheinland, die auf diese Weise gestaltet wurde. Weitere sollen folgen.

Letztlich mit dem Ergebnis zufrieden ist auch Stefan Vogt vom Team „Highlightz“ aus Bonn, das sich auf die farbliche Gestaltung von Fassaden spezialisiert hat. Für die Ortsnetzstation in der Grüne-pleistraße setzten die Ausführenden ganz auf das klassische Eifel-Ambiente. Die Arbeit zeigt ein romantisches Häuschen aus Fachwerk und Bruchstein.

Durch das offene blumengeschmückte Fenster springt eine Katze ins Haus, der ein Hund folgt. Um die Ecke entdeckt der Betrachter einen Wandersmann, der sich auf einer Bank zur Ruhe gelegt hat. Dieses Bild soll den Bezug zum ganz in der Nähe vorbeiführenden Eifelsteig herstellen.

Stefan Vogt (34) gründete vor zehn Jahren mit seinem Kumpel Simon Horn das Unternehmen „Highlightz“, das inzwischen auf sieben Leute angewachsen ist und deutschlandweit, aber auch im Ausland, aktiv ist.

Das Sprühen von Farben auf Flächen war schon früh eine Leidenschaft von Stefan Vogt, „aber ganz legal“, wie er betont. Im Gegensatz zu typischen Graffiti-Schriftzügen oder -zeichen interessierte Vogt mehr die gegenständliche und figurative Darstellung. „Da habe ich immer mein Bestes gegeben“, lacht er.

Auch viele Betrachter konnten sich mit den Motiven anfreunden und daraus entstand die Geschäftsidee, Fassaden im Außenbereich für Dekorations- und Werbezwecke zu gestalten. Die Motive werden jeweils auf die Region abgestimmt, weshalb im Falle Roetgen auch der ländliche Charakter dominiert.

Das Team arbeitet mit Acryllacken, die besonders UV-resistent sind. So bleibt die Leuchtkraft der Farben lange erhalten. Auch schon einige ungewöhnliche Aufträge wurden umgesetzt. In der Leverkusener Bay-Arena gestaltete man den Spielertunnel, und in Kall machte man aus einer tristen Bahnhofsunterführung eine historische Bildergalerie. Fast nur positive Erfahrungen hat Stefan Vogt bisher mit seinen Gestaltungsideen gesammelt. Die kreativ gestalteten Fassaden seien in der Regel kein Objekt mehr für Verunstaltung oder Vandalismus.

Aktuell stehen noch rund 60 Aufträge für die Gestaltung von Stationen von Energieversorgern auf dem Zettel. „Das hat inzwischen eine große Dimension angenommen“, freut sich Stefan Vogt darüber, dass Kunst und Energieversorgung sich gegenseitig elektrisiert haben.

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