Umgehung läuft nicht wie geplant

Von: P. St.
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Die Forderung der Bürgerinitiative „Pro Umgehungsstraße Kesternich” steht im Raum: Aber die Realisierung des Projektes lässt weiter auf sich warten. Foto: P. Stollenwerk

Kesternich. Im Januar 2011 hatten viele Kesternicher Bürger auf die Einladung zu einem äußerst spannenden Termin gewartet. Vom Landesbetrieb Straßenbau war angekündigt worden, dass im ersten Monat des neues Jahres die Pläne für den Bau einer Umgehungsstraße Kesternich im Rahmen einer Bürgerinformation vorgestellt werden sollten.

Doch weder im Januar noch in den drei kommenden Monaten wird es einen solchen Termin geben. Diesen aktuellen Sachstand gab der Simmerather Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns jetzt in der Sitzung des Gemeinderates bekannt.

Anlass für die Mitteilung war ein Schreiben der Bürgerinitiative Pro Umgehungsstraße Kesternich, worin die Unterzeichner ihrer Hoffnung über einen zügigen Fortgang der Maßnahme Ausdruck geben. Außerdem wurden die Mitglieder des Rates an ihr Wahlversprechen aus dem Jahr 2009 erinnert, dem Bau einer Umgehungsstraße zuzustimmen.

Bürgermeister Hermanns aber musste die Initiative enttäuschen und verwies auf die „aktuelle Zeitschiene”, die ihm auf Anfrage vom Landesbetrieb Straßenbau mitgeteilt worden sei. Demnach sollen die Pläne für Kesternich frühestens bis Ostern fertig gestellt sein. Die Verzögerung, zitierte der Simmerather Bürgermeister den Leiter des Landesbetriebs, Edgar Klein, habe mehrere Ursachen.

Da ist einmal die andere Kesternicher Bürgerinitiative, die eine Umgehungsstraße stoppen will. Diese Initiative hat im November 2010 der Gemeinde mitgeteilt, dass man Verfahrensfehler bei der Planung der Umgehungsstraße ausfindig gemacht habe. Aufgrund dieser Eingabe ist nun ein Verfahren beim Petitionsausschuss anhängig. Das Ergebnis dieser Prüfung möchte der Landesbetrieb zunächst einmal abwarten, solange werde auch keine Offenlegung der Pläne erfolgen.

Außerdem ließ der Landesbetrieb wissen, seien auch krankheitsbedingte Ausfälle einiger Mitarbeiter sowie personelle Umstrukturierungen die Ursache dafür, dass die Pläne nicht geplant vorgelegt werden könnten.

Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns konnte die Bürger also nur vertrösten: „Die Sache tritt derzeit auf der Stelle.”

In ihrem Schreiben an den Bürgermeister und die Ratsvertreter hatte die Bürgerinitiative Pro Umgehungsstraße, die nach eigenen Angaben über 120 Haushalte vertritt, noch einmal darauf hingewiesen, dass „die Einwohner von Kesternich seit vielen Jahren unter dem kontinuierlich wachsenden Verkehr durch den Ort leiden.”

Bereits vor 20 Jahren seien die Verkehrszahlen ausreichend gewesen, um eine Umgehungsstraße für Kesternich in Betracht zu ziehen. Jüngste Entwicklungen verlangten nun nach einer schnellen Realisierung dieses Projektes.

Der steigende Rurseetourismus locke ständig mehr Pkw- und vor allem Motorrad-Fahrer an. Durch die Einführung der Lkw-Maut nähmen viele Lkw auf Ihrem Weg zur Autobahn „die Abkürzung” durch die Eifel „und fahren damit hautnah vorbei an unseren Häusern.”

Weiterhin sei Kesternich das Verkehrsnadelöhr von Belgien, den Niederlanden und dem westlichen Ruhrgebiet zum Nationalpark Eifel. Sämtliche Zugangsrouten und für Motorräder geöffnete Straßen führen letztlich durch Kesternich.

Die offizielle Verkehrszählung des Landesbetriebs Straßenbau aus dem Jahr 2009 und deren Prognosen sprächen von einer Zunahme des jetzigen Verkehrs durch Kesternich um ca. 30 Prozent bis zum Jahr 2025, was eine Belastung von täglich über 10.000 Fahrzeugen bedeute.

Die geplante Ortsumgehung, heißt es in dem von Christoph Keischgens, Dieter Palm, Herbert Steffen und Josef Granrath unterzeichneten Brief, würde laut Straßenbauamt eine 70-prozentige Verkehrsentlastung bewirken „und steht mit den vergleichsweise geringen Baukosten in einem sehr guten Kosten-Nutzen-Verhältnis”.
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