Mützenich - Umgang mit Gefahrsituationen: Schulbustraining für Erstklässler

Umgang mit Gefahrsituationen: Schulbustraining für Erstklässler

Von: Jessica Küppers
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Ordentlich geknallt hat es beim Schulbustraining, als der Busfahrer Klaus Hamacher vom RVE eine Vollbremsung demonstrierte. Puppe „Udo 2“ flog bei der Übungsfahrt quer durch den Bus. Foto: J. Küppers

Mützenich. Im hohen Bogen flog die große blaue Tonne durch die Luft und landete einige Meter weiter unsanft auf dem Asphalt. Trotz Vollbremsung hatte ein Schulbus den Behälter zuvor mit großer Wucht gerammt.

Diese eindrucksvolle Demonstration ist Teil des alljährlichen Schulbustrainings für Erst- und Zweitklässler der katholischen Grundschule Mützenich, woran in diesem Jahr 23 Kinder teilnahmen. Diese Übungsfahrten sollen die Zahl der Schulbusunfälle senken. In diesem Jahr gab es bereits vier Unfälle im Südkreis.

„Zum Glück war das jetzt nur eine Tonne, aber daran könnt ihr sehen, wie gefährlich es ist, wenn ihr an der Bushaltestelle achtlos über die Straße rennt“, erläuterte Polizeihauptkommissar Udo Scholten die lautstarke Kollision mit der Tonne. Alternativ sollten die I-Dötzchen immer weit vor dem Bus die Straße kreuzen, so dass der Busfahrer sie gut sehen könne.

Zum Beweis durfte Schülerin Emma einmal Busfahrerin spielen und probeweise auf dem Fahrersitz Platz nehmen. Ihren Mitschüler Lukas könne sie nicht mehr sehen, berichtete sie - egal wie hoch sie den Hals reckte.

Doch nicht nur an der Bushaltestelle, auch im Fahrzeug gibt es für die Kinder ein paar wichtige Regeln zu beachten. Angefangen beim richtigen Ein- und Aussteigen, lernten sie, dass sie erst aufstehen dürfen, wenn der Bus steht und dass der Schleudersitz in der letzten Reihe kein sicherer Platz ist. Dazu war auch die altbewährte Puppe „Udo 2“ wieder im Einsatz, die bei der Vollbremsung quer durch den Bus flog.

Zahl der Schulbusunfälle steigt

Solche Trainings sollen ein Bewusstsein für die Gefahren an der Bushaltestelle schaffen. Denn die werden immer wieder unterschätzt. Polizeipressesprecherin Iris Wüster berichtete: „Im vergangenen Jahr gab es drei Schulbusunfälle im Südkreis.“ Bis Ende August habe es in diesem Jahr schon vier Unfälle mit einem Schulbus in diesem Gebiet gegeben. „Schwierig wird es, wenn viele Kinder auf einmal Schulschluss haben und mit dem Bus fahren wollen“, berichtet Busfahrer Klaus Hamacher vom Regionalverkehr Euregio Maas-Rhein (RVE). Die Situation an der Bushaltestelle sei dann sehr unübersichtlich.

In den letzten Jahren sei vor allem der Bedarf an einem Training für Erstklässler gestiegen, sagte Scholten: „Seit der Zusammenlegung der Grundschulen, müssen immer mehr Erstklässler mit dem Bus zur Schule fahren.“ Für Schüler der fünften Klasse gibt es solche Übungsfahrten schon länger. Die Inhalte des jeweiligen Trainings passt der Polizist der Altersgruppe entsprechend an: „Älteren Schülern erkläre ich, wie sie aus schwierigen Situationen im Bus am besten herauskommen.“ Das könne zum Beispiel ein Diebstahl oder eine Rangelei sein. Bei den kleineren Kindern sei hingegen das Verhalten an der Bushaltestelle und Grundsätzliches zum Ein- und Aussteigen wichtiger.

Bustrainings für die unterschiedlichen Altersklassen finden immer zum Beginn eines Schuljahres statt.

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