Umfrage: Rursee Marathon ein wichtiger Tourismus-Faktor

Von: hes
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Gute Organisation und die familiäre Atmosphäre des Rursee Marathons lobten die Teilnehmer der Befragung der Sporthochschule Köln. Vor allem hier bekam der Herbstlauf durchweg gute Noten. Foto: H. Schepp

Einruhr. Der Rursee Marathon lockt vermutlich das lauferfahrenste Teilnehmerfeld aller deutschen Marathonveranstaltungen an und hat für den Tourismus in der Region eine erhebliche Relevanz. Dies sind nur zwei von vielen Ergebnissen einer Befragung unter den Startern der herbstlichen Laufveranstaltung am Rursee.

Seit 2004 läuft am Institut für Sportsoziologie der Deutschen Sporthochschule Köln, unter der Leitung von Dr. Hans Stollenwerk, das Forschungsprojekt „Langlaufboom in Deutschland“ unter besonderer Berücksichtigung der Marathonszene. „Im Rahmen dieses zwischenzeitlich internationalen Projekts wurde der Rursee Marathon als bisher einzige Veranstaltung schon zweimal untersucht, nämlich 2010 und 2013“, wie der aus unserer Region stammende Sportwissenschaftler jetzt im Pressegespräch berichtete. Somit bestehe auch erstmals die Möglichkeit einer vergleichenden Analyse, die Veränderungen aufzeige.

Nur 15 bis 16 Prozent Frauen

Der Laufsport habe in den letzten Jahrzehnten eine boomartige Entwicklung genommen wie sonst kaum eine andere Sportart. Mittlerweile könne zwar ein gewisse Stagnation festgestellt werden, allerdings auf einem hohen zahlenmäßigen Niveau, heißt es in der Ergebnisübersicht, die einige interessante Ergebnisse zutage bringt.

So war der Langstreckenlauf immer eine Domäne der Männer – die Läuferinnen haben aber gegenüber den Männern „aufgeholt“. Lag ihr Anteil vor 20 bis 30 Jahren noch im einstelligen Bereich, bewegt er sich zwischen 15 und 30 Prozent bei den bisher untersuchten Marathonveranstaltungen. Beim Marathon am Rursee starten 15 bis 16 Prozent Frauen.

Im Schnitt fast 30 Läufe

Das Durchschnittsalter der meisten Marathonfelder bewegt sich zwischen 39 und 44 Jahren – die beiden „Eifelmarathons“ Monschau und Rursee sind dagegen vermehrt ein Treffpunkt der „Oldies“, denn hier liegt der Altersmittelwert bei 46 bzw. 47 Jahren.

Am Rursee startet zudem das im Durchschnitt erfahrenste Teilnehmerfeld der bisher untersuchten Läufe. „Und es dürfte, wenn überhaupt, nur wenige andere Veranstaltungen in Deutschland geben, deren Aktive über eine solch beachtliche Marathonkarriere verfügen wie die Rursee-Starter“, erläuterte Dr. Stollenwerk und nannte Zahlen: 2010 hatte jeder befragte Rursee-Marathon-Teilnehmer im Schnitt 29 Läufe über die 42 Kilometer vorzuweisen, drei Jahre später waren es immerhin noch 26.

„Diese hohe Zahl der absolvierten Marathons dürfte vor allem daher resultieren, dass die Veranstaltung am Rursee im deutschen Laufterminkalender fast konkurrenzlos ist, und viele erfahrene Läufer, auch Mitglieder des ‚100er-Marathon Clubs‘, gegen Saisonende noch einmal starten wollen“, ging der Sportwissenschaftler in die Analyse. Lediglich der Monschau Marathon erreicht mit im Durchschnitt rund 23 „gefinishten“ Marathons eine annähernd vergleichbare Größenordnung.

Wie im Jahr 2010, so zählte der Rursee Marathon auch 2013 zu den am besten bewerteten der bisher untersuchten Veranstaltungen. „Bei den Teilnehmern herrscht im Durchschnitt ein hohes Maß an Zufriedenheit mit den Rahmenbedingungen und den Angeboten der Veranstaltung in Einruhr“, heißt es im Untersuchungsergebnis. Zwischen den Noten des Jahres 2010 und den von 2013 gibt es bei den wichtigsten veranstaltungsrelevanten Komponenten keine nennenswerten Unterschiede bei der Tendenz einer überdurchschnittlich guten Bewertung: Bei „Zwei plus“ liegen jeweils im Durchschnitt die Noten für das „Startgeld“, „die Organisation am Lauftag“, die „Organisation der Ausgabe der Startunterlagen“, der „Streckenverlauf“ und die „Gesamtorganisation“. Mit einer Note von 1,6 hat sich das „Image der Veranstaltung“ gegenüber 2010 (1,8) sogar noch verbessert.

Neben der Benotung gab es bei der Befragung die Möglichkeit, eigene Kommentare zu positiven oder negativen Aspekten abzugeben. Dies wurde auch am Rursee von den Befragten ausgiebig genutzt. Was sich schon in der notenmäßigen Beurteilung sehr positiv gestaltete, spiegelt sich auch in den Antworten auf diese „offenen Fragen“ wider. Die beiden am häufigsten formulierten, positiven Kommentare beziehen sich auf „Landschaft/Natur“ und „Laufstrecke/Streckenprofil“. Immer wieder wird betont, dass am Rursee „einer der schönsten Landschaftsläufe Deutschlands“ stattfindet und „eine abwechslungsreiche Streckenführung in einmaliger Natur“ gegeben ist.

Kaum minder oft werden die Organisation und auch konkret „das engagierte Organisationsteam“ gelobt, dem es immer wieder gelinge, eine sehr familiäre Atmosphäre zu schaffen, die vielfach als angenehmer Kontrast zum eher unpersönlichen Rahmen bei großen Stadtmarathonläufen empfunden wird.

In deutlich geringerem Umfang wird negative Kritik geäußert, so an der schlechten ÖPNV-Anbindung, an der Parkplatzsituation oder an der Zahl der Toiletten, letzteres allerdings nur zur „Rush Hour“ rund um die beiden Hauptläufe am Sonntag. „Es wäre aber unverhältnismäßig, nur für diese ein bis zwei Stunden die Zahl der Toiletten zu vervielfachen“, so der Rat von Dr. Stollenwerk.

„Ich bin durch die Teilnahme am Rursee Marathon angeregt worden, auch zu anderen Zeiten die Region zu besuchen.“ Diesem Statement stimmten 2010 genau 41 Prozent und 2013 schon 45,5 Prozent zu. Bei Aktiven, die aus größerer Entfernung (mehr als 60 km) anreisen, steigt dieser Anteil sogar auf rund 65 Prozent. „Der Rursee Marathon hat mithin ein beachtliches Werbepotenzial für die Region.“

20 Prozent bleiben länger

Die Mehrheit des Startfeldes stammt aus einem Umkreis von 50 bis 60 km und kommt nur am Lauftag nach Einruhr. Jeweils rund 20 Prozent der Aktiven, vor allem die aus weiterer Entfernung angereisten, bleiben länger als einen Tag und übernachten in der Region. 2010 wie 2013 waren es jeweils 15 Prozent der Teilnehmer, die ein kommerzielles Übernachtungsangebot, also Hotel, Pension, Appartment, nutzten, und dies etwa zur Hälfte mit familiärer Begleitung. „Der Rursee Marathon erweist sich insgesamt als eine durchaus tourismus-relevante Veranstaltung“, schließt die Beurteilung der Sporthochschule.

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