Ulla Thönnissen ist auf dem Weg nach oben

Von: Gerald Eimer
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Vertreterin des CDU-Sozialflü
Vertreterin des CDU-Sozialflügels: Ulla Thönnissen engagiert sich nicht nur beruflich für Benachteiligte. Morgen erhält sie den Foto: Harald Krömer

Städteregion Aachen. Wenn es um hoffnungsvolle Talente und kommende Führungskräfte in der Aachener CDU geht, bringt Parteichef Armin Laschet gerne auch ihren Namen ins Gespräch: Ulla Thönnissen.

Die 48-Jährige zählt zu den Shootingstars ihrer Partei. Vor zwei Jahren wurde sie in den Städteregionstag gewählt, wo sie seitdem den stellvertretenden Fraktionsvorsitz innehat und als sozialpolitische Sprecherin aktiv ist. Ihr Ruf ist nun bis nach Berlin durchgedrungen: Am Mittwoch wird sie mit dem Helene-Weber-Preis ausgezeichnet.

Thönnissen ist eine von 15 Nachwuchspolitikerinnen aus ganz Deutschland, die den Preis am Mittwoch im Berliner Familienministerium von Kristina Schröder entgegennehmen wird. Die Auszeichnung ist allerdings weniger Lohn als Auftrag. Eine Geldzuwendung ist damit nicht verbunden. „Der Preis ist eher Motivationshilfe”, sagt Ulla Thönnissen. Sie wird an mehreren Seminaren und Workshops teilnehmen können, darunter an einem Training der Europäischen Akademie für Frauen in Wirtschaft und Politik. Eröffnet werden ihr zugleich neue Kontakte zu Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft.

Der Preis hat damit durchaus das Potenzial, den Weg zu einer großen politischen Karriere zu bereiten. Ulla Thönnissen gibt sich dennoch gelassen und will die Auszeichnung nicht überbewerten. Sie erhalte sie, weil sie „im sozialen Bereich einiges auf den Weg gebracht” hat, betont sie.

So ist sie unter anderem Gründungsmitglied des Aachener Vereins „Insel”, der sich um die Vermittlung von Schwerbehinderten in sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze bemüht. Als Geschäftsführerin der vor sieben Jahren gegründeten „gesellschaft für e-health und services mbh” (geg) bemüht sie sich zugleich um die berufliche und gesellschaftliche Wiedereingliederung von Schwerbehinderten, psychisch Kranken, Langzeitarbeitslosen und Suchtkranken. Heute sind 21 Mitarbeiter in ihrer Gesellschaft mit Sitz an der Franzstraße tätig.

Sie sei zwar Unternehmerin, sagt Ulla Thönnissen, dennoch fühle sie sich innerhalb der CDU der „Laumann-Linie” - und damit dem Sozialflügel ihrer Partei - nahe. „Ich sehe mich da an der Seite der Schwächeren”, sagt die Diplom-Pädagogin. So sei sie froh, als sozialpolitische Sprecherin ihr Know-how in die Arbeit der örtlichen CDU einbringen zu können.

Weitergehende Ambitionen sind ihr nicht zu entlocken. „Mal sehen, was kommt”, antwortet sie auf Nachfragen. Dass sie auch schon mal als Nachfolgerin von Parteichef Laschet gehandelt wird, will sie nicht kommentieren.

So freut sie sich einfach auf ihren zweitägigen Berlin-Aufenthalt, um den Helene-Weber-Preis entgegenzunehmen, der nach 2009 nun zum zweiten Mal vergeben wird. Ulla Thönnissen ist die erste Aachenerin, die ihn erhält. „Das hat einen schönen Bezug”, sagt sie. Denn Helene Weber (1881-1962), deren Name eng mit der Frauenbewegung sowie sozialem und politischem Engagement verbunden ist, hat kurz nach dem Krieg in Aachen ihr Bundestagsmandat geholt. „Und eine Tante von mir war auch persönlich mit Helene Weber bekannt”, sagt Ulla Thönnissen.

Der Helene-Weber-Preis wird am Mittwoch, 7. Dezember, von Bundesministerin Kristina Schröder in Berlin an 15 „herausragende Kommunalpolitikerinnen” zum zweiten Mal nach 2009 verliehen.

Die Namensgeberin wurde 1881 in Wuppertal geboren. Sie arbeitete zunächst als Volksschullehrerin, setzte sich aber bereits früh für die Rechte der Frauen ein. Sie engagierte sich in mehreren katholischen sozialen Vereinen. Sie war an der Entwicklung der Weimarer Verfassung mitbeteiligt und gilt zudem als eine der „Mütter des Grundgesetzes”.

Von 1949 bis 1962 vertrat sie den Wahlkreis Aachen-Stadt um Bundestag. 1952 wurde sie Vorsitzende des Müttergenesungswerks. Sie starb 1962 in Bonn.
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