Imgenbroich - Überzählige Nordmänner sind ein Festmahl für Ziegen

Überzählige Nordmänner sind ein Festmahl für Ziegen

Von: P. St.
Letzte Aktualisierung:
15916545.jpg
Jürgen Steffens (li.) und sein Mitarbeiter Damian Olbertz standen in den zurückliegenden vier Wochen ganz im Dienste des Weihnachtsbaumes. Der Großteil der Kundschaft entscheidet sich für die pflegeleichte Nordmanntanne. Foto: P. Stollenwerk

Imgenbroich. Heftig fegt der Westwind vom Mützenicher Stehling auf Imgenbroich zu und trifft hier ungebremst auf das mit Bauzäunen abgesteckte Viereck mit Nordmanntannen. Es ist nicht gerade ein gemütlicher Job, den Jürgen Steffens und seine Mitarbeiter hier auf dem Parkplatz der Einzelhandelskette Kaufland im Gewerbegebiet Imgenbroich-Nord-West verrichten.

Es nieselt dauerhaft, aber wenigstens sind die Temperaturen ein wenig gestiegen. Die äußeren Bedingungen rund um den Weihnachtsbaumverkauf waren an diesem Abend alles andere als angenehm. „Die Nachfrage war aber in diesem Jahr enorm“, erläutert Jürgen Steffens (48), Gärtnermeister im Garten- und Landschaftsbau aus Mützenich.

Hunderte Bäume, zwischen 1,20 und 2,50 Meter lang, wurden seit dem 1. Dezember eingenetzt. Von der Tradition, dass der Weihnachtsbaum erst am Tag vor Heiligabend geschlagen werden soll, spürt Steffens nicht viel. „Es hat sich alles etwas nach vorne verschoben“, berichtet er.

Die absolute Vorherrschaft unter den Weihnachtsbäumen ist seit Jahren der Nordmanntanne vorbehalten, „Das satte und dunkle Grün sowie ihr Habitus sind besonders schön, erläutert der Gärtner. Dass die Nordmänner nicht picken und außerdem das Raumklima gut vertragen können, sind weitere Vorteile. Mindestens vier Wochen nadelfrei ist die Nordmanntanne in der Regel.

Diskussion um Schönheitsideal

Jürgen Steffens bezieht die fünf bis zehn Jahre alten Tannenbäume vom Hof Mues in Anröchte und verkauft sie in Imgenbroich im Auftrag des sauerländischen Betriebes. Geduldig zeigen die Weihnachtsbaumverkäufer der Kundschaft die in die engere Wahl kommenden Exemplare. Mit drei Fingern wird die Baumspitze ergriffen, und dann um die eigenen Achse gedreht, damit man den Baum auch von allen Seiten betrachten kann.

„Es gibt Kunden, die lassen sich zehn Bäume zeigen, um dann doch beim ersten zu bleiben“, lacht Jürgen Steffens, und wenn Paare zum gemeinsamen Weihnachtsbaumkauf erscheinen würde, gebe es auch hin und wieder Diskussionen um das Schönheitsideal beim Weihnachtsbaum. Andere Kunden seien dagegen rasch entschlossen und offenbar auch nicht besonders misstrauisch. „Einer hat sogar die Tanne im Netz gekauft“, erzählt Steffens.

Am Samstag ist der letzte Verkaufstag für Weihnachtsbäume. Bis 20 Uhr ist für Kurzentschlossene noch ein Baum zu haben, dann endet mit einem Schlag das Weihnachtsbaumgeschäft 2017. Einige Dutzend Exemplare werden übrig bleiben, und für die Entsorgung ist Jürgen Steffens zuständig. In diesem Jahr kann er auf eine überaus sinnvolle Resteverwertung zurückgreifen.

Die überzähligen Nordmänner landen als Ziegenfutter bei einem Nebenerwerbslandwirt in Mützenich. „Die Tannenzweige sind bei den Ziegen sehr beliebt“, sagt Steffens. Im vorigen Jahr musste er eine größere Menge Resttannen entsorgen. Da wurden die Bäume entweder geschreddert oder die Zweige zum winterfesten Abdecken von Blumenbeeten verwendet.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert