Überschwemmungen sollen bald ein Ende haben

Von: ag
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Der Bau einer Rigole soll Wohngebiete in Roetgen zukünftig vor Überflutungen schützen. Symbolfoto: Harald Krömer

Roetgen. Bei Starkregen kommt es in Roetgen in den Wohngebieten Im Dorf und Grepp 1 immer wieder zu Überschwemmungen. Der Bau einer Rigole soll nun Abhilfe schaffen. Das hat der Betriebsausschuss der Gemeinde jetzt auf Antrag der SPD beschlossen.

Geprüft werden soll auch, wie die geschätzten Kosten in Höhe von 192.000 Euro für den Bau der Rigole zumindest teilweise dem Kaufpreis der Grundstücke in dem geplanten Baugebiet Grepp 2 zugeschlagen werden können. 60 Prozent der ermittelten Kosten würden auf die erforderliche Kanalbaumaßnahme zwischen dem Anschluss der Rigole bis zur Faulenbruchstraße entfallen. Im Falle einer möglichen Erschließung könnten anschließend Teile davon weiterhin genutzt werden, hatte die Verwaltung in der Sitzungsvorlage geschrieben.

CDU und FDP folgten dem Antrag der SPD. Die Grünen, die UWG und die PRB brachten eigene Vorschläge ein. Sie forderten, nicht zuletzt, um Kosten zu sparen, eine Umsetzung in Zusammenhang mit der Erschließung des Baugebietes Grepp 2. Sie konnten sich damit aber nicht durchsetzen.

Das Thema war zuvor schon mehrfach in Sitzungen des Bau- und des Betriebsausschusses diskutiert worden. Der Bauausschuss hatte bereits Ende Oktober 2015 die Planung der Rigole beschlossen. Die Festlegung der Trasse erfolgte dann Ende Januar 2016. Erst danach konnte die eigentliche Entwurfs- und Ausführungsplanung beginnen. Im Februar 2017 sollte der Betriebsausschuss schließlich über den Bau der Rigole beraten. Damals fand aber ein Antrag der UWG, das Thema im Bauausschuss in Zusammenhang mit der Erschließung des geplanten Baugebiets Grepp 2 zu beraten, mit den Stimmen von UWG, Grünen, PRB und FDP eine Mehrheit.

Nun hatte die SPD eine erneute Abstimmung beantragt, um das Bauvorhaben schnellstmöglich umzusetzen. Die SPD halte die Zurückstellung des Rigolenbaus „im Hinblick auf den notwendigen Schutz der Häuser und Menschen in den Wohngebieten Im Dorf und Grepp 1 für falsch“, weil die Umsetzung einer Bebauung von Grepp 2 wahrscheinlich noch mehrere Jahre in Anspruch nehmen würde, begründeten die Sozialdemokraten ihren Antrag. Die Gefahr von Überflutungen sei aber bei jedem größeren Regenereignis gegeben, sagte SPD-Fraktionsvorsitzender Klaus Onasch. „In diesem Jahr haben wir bisher Glück gehabt. Das sollte uns aber nicht dazu verführen, anzunehmen, dass es sowas nicht mehr gäbe“, sagte Onasch.

Rainer Welzel (UWG) erklärte, es sei unstrittig, dass „Schutzmaßnahmen getroffen werden müssen“. Strittig sei aus Sicht der UWG aber, Teile der Baukosten mit dem Kaufpreis der Grundstücke in Grepp 2 zu verrechnen. Er forderte die Erstellung einer Katasterkarte, eine schnelle Umsetzung des Baugebietes Grepp 2 mit den jetzt vorhandenen Grundstücken sowie die Prüfung einer Alternative für den Hochwasserschutz in Zusammenhang mit Grepp 2.

Dr. Georg Dittmer (FDP) sah in dem Bau einer Rigole eine „gute Absicherung für die Leute Im Dorf und Grepp 1“.

„Man darf die Bürger nicht im Regen stehen lassen“, sagte Bernhard Müller (Grüne). Er sprach sich aber nicht für eine kurzfristige Lösung, sondern für eine langfristige in Zusammenhang mit Grepp 2 aus. Wenn keine Lösung in Sicht sei, solle das Vorhaben aber spätestens in zwei Jahren umgesetzt werden, sagte Müller. Er sah die Gefahr, dass der Bau der Rigole die Planungsmöglichkeiten für das Baugebiet Grepp 2 einschränken könne. Daher solle bis zur Umsetzung des Gebietes ein Provisorium etwa in Form eines Grabens Abhilfe schaffen.

Auch Bernd Vogel (PRB) forderte die „Suche nach preiswerteren Lösungen, bis Grepp 2 Gestalt angenommen hat“. Er schlug vor, übergangsweise alte Drainagen wieder zu öffnen.

Bürgermeister Jorma Klauss (SPD) erkannte gegenüber den betroffenen Bürgern eine „moralische Pflicht“ und sprach sich für eine zügigen Bau der Rigole aus. „Wir wollen das neue Baugebiet nicht mal eben so entwickeln, sondern uns dabei Mühe geben. Das kostet Zeit. Wir sollten uns jetzt nicht unter Druck setzen. Das wäre nicht schlau“, sagte Klauss.

Bauamtsleiter Dirk Meyer sagte, die Verwaltung habe bereits in alle Richtungen überlegt, aber keine Alternativen gefunden, die genehmigungsfähig wären. Die Untere Wasserbehörde stelle hohe Auflagen. „Es gibt nur die Alternative, es so zu machen, oder es zu lassen“, betonte Meyer.

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