Überraschungsei mit Showeinlage: Böhmischer Abend der Lyra Höfen

Von: wm
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Facettenreich zeigte sich die Lyra Höfen während des 4. Böhmischen Abends am vergangenen Freitag in der Vereinshalle in Höfen. Ob mit eigener Tanzgruppe oder mit dem Gesangsduo Dorothee Breuer und Stefan Jansen, für jeden war etwas dabei. Foto: Walter Mertens

Höfen. Das Programm glich einem Überraschungsei, denn für jeden, der Freude an böhmischer Blasmusik hat, war etwas dabei - sei es etwas Spielerisches, etwas Süßes oder einfach eine Überraschung.

Besonders mit Letzterem konnten die 63 Musiker der Lyra aufwarten. Denn bereits beim Eröffnungsmarsch mit den „Flotten Musikanten” von Alfred Burger staunten die Zuhörer am vergangenen Freitagabend nicht schlecht, marschierte doch das große Orchester, das sich in bester Spiellaune zeigte, aus drei unterschiedlichen Richtungen in die Halle ein, um sich zwischen den Zuhörern zu finden.

Der Musikverein Lyra Höfen hatte zum 4. Böhmischen Abend geladen und über 500 Zuhörer waren der Einladung in die herbstlich dekorierte Vereinshalle gefolgt.

Sahnehäubchen aufgesetzt

Mit dem ersten konzertanten Stück, dem „Darf ich bitten bei schöner Blasmusik” gaben die Musiker einen eindrucksvollen Vorgeschmack auf das Repertoire des Abends. Mit dem Gesangsduo Dorothee Breuer und Stefan Jansen kann die Lyra auf Sänger aus den eigenen Reihen zurückgreifen, die der Musik ein Sahnehäubchen aufsetzt.

Durch das Programm führte Heinz-Georg Kerkmann mit einer gehörigen Portion Witz und Ironie. Dirigent Ralf Jansen hatte mit seinen Musikern ein dreistündiges Programm einstudiert, das alle Facetten der böhmisch-mährischen Blasmusik enthielt, verbunden mit Gesangseinlagen und Showelementen.

Nachdem die Frage nach dem „Kannst du Knödel kochen?” mit einer Polka und dem Gesang von Dorothee und Stefan beantwortet war, stand Heino Breuer als Solist bei der Löffelpolka auf der Bühne. Nahezu jeder kennt wohl Heino Breuers unnachahmliche Mimik bei den Auftritten des Spar-Ensembles und so intonierte er auch am Freitag die Löffelpolka auf seine eigene Weise.

Mit dem „Fidelen Bassisten” hatten Mathias Roder und Achim Mießen ihren Auftritt als Solisten. Es ist nicht leicht, auf der Tuba ein Solostück zu intonieren doch die beiden gestandenen Musiker meisterten ihre Aufgabe mit Bravour. In der mährischen Polka „Sakvicka” sind schöne Soli der Tenorhörner, die sich mit den Flügelhörner und den Trompeten abwechseln, zu hören.

Mit den „Tiroler Holzhacker Buabn”, zugegeben, ein wenig weit von Böhmen entfernt, verabschiedete sich die Lyra und die vier Holzhacker Achim und Michael Mießen, Christof-Josef Theißen und Henning Pautsch in die Pause.

Mit der Lieblingspolka des Dirigenten Ralf Jansen, dem „Böhmischen Traum” der Scherzachtaler Blasmusik, ging es nach der Pause weiter. Jansen ist seit 15 Jahren Dirigent und hat die Lyra in dieser Zeit dreimal zum Wertungsspiel geführt.

Über all die Jahre ist er immer aufgeschlossen für Neues und Innovatives. Für den Volksmusikerbund Grund genug, ihn mit der silbernen Ehrennadel auszuzeichnen. Der Vorsitzende der befreundeten Harmonie Kalterherberg, Bernd Jakobs, durfte dem Höfener Dirigenten die Auszeichnung überreichen.

Weiter ging es mit bekannten Melodien des Egerländers Hubert Wolf und seiner Original Böhmerländer Musikanten. Bekannte Stücke wie „Hinter den böhmischen Bergen”, „Der Schornsteinfeger aus Eger” und „Jeder Tag bringt neue Hoffnung” wurden vom Gesangsduo Dorothee Breuer und Stefan Jansen gefühlvoll intoniert.

Nach bekannten Melodien wie dem „Neuen Tag” von Elmar Wolf und dem „Jaromier Vejvoda Portrait” mit bekannten Melodien wie „Rosamunde” und der „Amsel Polka” und der „Südböhmischen Polka” der Egerländer Musikanten schloss sich als 3. Teil das Showprogramm des Abends an.

Tanzbein schwingen

Die Musiker der Lyra können nicht nur ausgezeichnet musizieren sondern haben auch gute Tänzer in ihren Reihen. So gehörte bei der „Bergsteigerpolka” die Bühne der Tanzgruppe der Lyra mit den Tanzpaaren Anita Roder und Guido Hermanns, Roswitha Mertens und Ralf Jansen, Claudia und Gerd Förster, Micha Mertens und Bernhard Roder, Lisa Roder und Erich Alzer und Dorothee Stupp und Roland Heinen.

Animiert von den Tänzen dieser Gruppe hielt es die Zuhörer im letzten Teil des lustigen Abends nicht mehr auf ihren Stühlen. Zu den Klängen der Lyra und Melodien wie dem „Mondschein an der Eger”, „Drei weiße Birken” oder „Wo der Wildbach rauscht”, schwangen sie das Tanzbein.

Mit dem Egerländer Evergreen „Bis bald auf Wiedersehen ” verabschiedeten sich die Akteure nach drei Stunden anspruchsvollem und unterhaltsamen Programm von ihrem dankbaren Publikum in der Gewissheit, dass es in den kommenden Jahren auch eine 5. Auflage des „Böhmischen Abends” geben wird.
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