Kesternich - TSV Kesternich kickt mit Verstärkung aus den USA

TSV Kesternich kickt mit Verstärkung aus den USA

Von: ale
Letzte Aktualisierung:
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Uwe Kemmerling, Trainer der Kesternicher Fußballfrauen, freut sich, mit US-Austauschschülerin Carrie Miller eine Verstärkung bekommen zu haben.

Kesternich. Eine weite Reise hat Carrie Miller gemacht, um ein Jahr in Deutschland zu verbringen: Sie kommt aus Issaquah im Staate Washington, der liegt südlich von British Columbia. Und nun wünschen sich ihre Kameradinnen vom TSV Kesternich, dass sie noch recht lange bleibt, denn sie ist aus der Frauenfußballmannschaft nicht mehr wegzudenken.

Ein Stipendium ermöglicht der 17-Jährigen den Deutschlandaufenthalt, ihre Gasteltern sind Ralf und Karin Windhorst aus Lammersdorf. Als sie am 6. August dort ankam, fühlte sie sich recht unsicher. Zwei Jahre Deutschunterricht sind nicht viel, so war anfangs die Verständigung etwas mühsam.

In der Schule, am St. Michael-Gymnasium in Monschau, wo sie in die elfte Klasse geht, muss sie sich besonders anstrengen, den Stoff aus naturwissenschaftlichen Fächern musste sie sich anfangs erst übersetzen. Doch wenn sie auch in der ersten Zeit abends ziemlich müde war, stand eines für sie fest: Sie wollte Fußball spielen. Soccer ist in den USA Schulsport, auch für Mädchen, Frauenfußball ist dort viel populärer als hier.

Carrie Miller gehörte zur Mannschaft des ISC Arsenal Issaquah. Ihre Gasteltern wollten ihr gern die Gelegenheit geben, ihren Lieblingssport auch hier auszuüben. Da traf es sich gut, dass Uwe Kämmerling, der in Lammersdorf wohnt und die Damenmannschaft vom TSV Kesternich trainiert, gleich Kontakt zu Carrie aufnehmen konnte - und schon nach fünf Tagen erschien sie zum ersten Training.

Zunächst war die Spielerin noch zurückhaltend. „Come on, come on, Carrie”, riefen ihre Mitspielerinnen ihr immer wieder zu (diese Vokabel beherrschten sie alle...). Aber in der Mannschaft sind auch einige, die in der englischen Sprache sehr fit sind, und so wurden die ersten Hürden überwunden.

Dass „goal” das Tor ist, ein Elfer „penalty kick” heißt und der Sechzehner in Amerika mit „18-yard-box” bezeichnet wird, wissen nun auch die Mannschaftskameradinnen. Ihre gute Individualtechnik und das außergewöhnliche Koordinationsvermögen fielen dem Trainer sofort auf. Nur das Tempo und das körperbetonte Spiel waren neu für Carrie. Rasch taute sie auf; durch ihr offenes, fröhliches Wesen war sie im Nu beliebt und wurde von allen richtig aufgenommen.

Jetzt ist das „lovely girl” voll integriert, sie wurde zu einer echten Bereicherung der Mannschaft und kann glücklicherweise eine ganze Saison mitspielen; Ende Juni wird sie wieder nach Hause reisen. Ihr Leistungspotential bezeichnet Uwe Kämmerling „genau zwischen erster und zweiter Mannschaft”.

Sie agiert im zentralen Mittelfeld und hat in der Zweiten schon ein halbes Dutzend Tore gemacht. Sie kann sowohl in der Landesliga als auch in der Kreisliga spielen, das letzte Spiel vor der Winterpause gewann sie mit Kesternich II 5:0. „Wir würden sie kaufen”, meint Uwe Kämmerling, und das ist wohl ein ganz dickes Kompliment.
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