Trotz mildem Winter: Es kann auch wieder kalt werden

Von: P. St.
Letzte Aktualisierung:
7369650.jpg
Der Weg ins Rurseezentrum war in diesem Jahr bereits Anfang März verlockend. Doch nicht nur die Landwirte warnen, dass der Winter noch nicht vorbei ist. Foto: P. Stollenwerk
7369626.jpg
Mit Maulwurfshügeln übersäte Grünflächen sieht man in diesem Jahr in der Nordeifel besonders häufig – zum Beispiel auch entlang der Straße nach Huppenbroich. Foto: P. Stollenwerk

Nordeifel. Für Morgen ist der nächste ungewöhnlich warme Märztag vorhergesagt – passend zum Frühlingsanfang. Auch wenn dieser Tag, wie auch schon das zweite März-Wochenende wieder als Temperatur-Rekord in die Wetteraufzeichnungen eingehen sollte, besteht aus Sicht der Eifeler Landwirte derzeit noch kein Grund, von einem sanftem Übergang in den Sommer zu träumen.

„Es kann noch einmal kalt werden“, möchte sich auch Kreislandwirt Hans Roßkamp aus Lammersdorf noch nicht zu früh freuen. 

Selbst die Tatsache, dass die Vegetation nach dem milden Winter einen Frühstart hingelegt hat und ihrer Zeit um gut zwei Wochen voraus ist, bedeutet für die Landwirte noch lange nicht, dass man diesmal auch schon Anfang Mai mit der Heuernte beginnen wird. Roßkamp lässt sich auch da nicht täuschen, denn die ausgeprägte Trockenheit seit Beginn des Jahres könnte leicht dazu führen, dass das Wachstum auf den Grünlandflächen wieder gehemmt werde und der 14-tägige Vorsprung der Vegetation dann rasch wieder eingeholt werde.

Auffällig auf vielen Grünlandflächen in der Nordeifel ist zu Beginn des Frühjahrs auch die ungewöhnliche hohe Verbreitung von Maulwurfshügeln. Dass die verstärkten Aktivitäten der Maulwürfe ebenfalls durch den milden Winter ausgelöst worden seien, kann man bei der Landwirtschaftskammer in Bonn aber nur bedingt bestätigen. Man könne aber davon ausgehen, dass die Wärme den Maulwurf, obwohl er keinen Winterschlaf hält, früher an die Oberfläche gelockt hat, sagt Pressesprecher Bernhard Rüb. Die Maulwürfe verfügen über ein bedarfsgerecht angelegtes Gangsystem. Je nach Temperatur halten sie sich knapp unter der Oberfläche oder in tieferen Schichten auf, wo sie sich von Insektenlarven und Regenwürmern ernähren.

Die Vermehrung der Maulwürfe stehe in erster Linie in Zusammenhang mit der Verfügbarkeit des Nahrungsangebotes, erläutert Bernhard Rüb. Dass die Zahl der Maulwurfshügel in diesem Jahr in der Nordeifel auffällig hoch sei, könne auch ein subjektiver Eindruck sein, da die Grabeaktivitäten der Tiere in diesem Frühjahr in einem kürzerem Zeit-Intervall stattfinden würden.

Dass massenhaft auftretende Maulwurfshügel für die Landwirtschaft bei der Bewirtschaftung von Grünlandflächen ein Problem darstellen, weiß man auch bei der Landwirtschaftskammer. Rüb: „Da kann man nicht viel gegen machen.“ Die Bekämpfung der Maulwürfe selbst sei nicht erlaubt, wohl aber das Schleppen der Flächen, um die Hügel einzuebnen. Berndhard Rüb: „Die Maßnahme ist erlaubt. Danach wird auch häufiger von Hobby-Gärtnern gefragt.“

Auch bei der Biologischen Station des Kreises Düren kann man keinen Zusammenhang zwischen verstärkten Maulwurf-Populationen und milden Wintern erkennen. „Darüber gibt es keine wissenschaftlichen Untersuchungen“, so eine Sprecherin der Station. Diese Folgerung liege möglicherweise auf der Hand und sei genau so stark in der Bevölkerung verbreitet wie der Irrglaube, dass ein milder Winter die Ausbreitung von Schädlingen begünstige und strenger Forst das Gegenteil bewirke.

Dass die Maulwürfe in diesem Frühjahr die Eifelerde in erhöhtem Maße durchpflügen, ist auch der subjektive Eindruck von Hans Roßkamp. Eine schlüssige Erklärung dafür könne er aber nicht liefern. Maulwurfhügel in großer Dichte seien für Landwirte zwar keine Freude, aber nicht zu vergleichen mit den Auswirkungen, die andere Schädlinge hervorrufen würden. So habe eine große Wühlmaus-Population den hiesigen Landwirten vor einigen Jahren arg zu schaffen gemacht, da diese größere Schäden an den Graswurzeln angerichtet hätten. „Das war weitaus schlimmer.“

Dass der milde Winter nun automatisch eine stärkere Ausbreitung von Schädlingen zur Folge habe, könne man erst in einigen Wochen sicher sagen. Bislang gebe es noch keine Anzeichen dafür. Nach einem strengen Winter aber sei die Situation auch nicht anders: „Da müssen wir als Landwirte genau so aufpassen.“

Wer übrigens einmal einen Maulwurf bei seiner Grabeaktivität beobachten möchte, sollte sich dafür den Vormittag reservieren, denn nur dann werden neue Hügel produziert.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert