Nordeifel - Trio in der B-Liga ist jenseits von Gut und Böse

Trio in der B-Liga ist jenseits von Gut und Böse

Von: Kurt Kaiser
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Bis zum siebten Spieltag lief es für die Zweite des FC Roetgen überragend. Beim 5:2-Erfolg gegen Westwacht Aachen II bereitet Roetgens bester Vorlagengeber, Jörg Biegmann, einen weiteren Treffer vor. Foto: Kurt Kaiser

Nordeifel. Dass die Anhänger der Nordeifelteams FC Roetgen II, TuS Mützenich und SV Kalterherberg in der Hinrunde leidensfähig sein mussten, beweist ein Blick auf die Tabelle der Kreisliga B2. 47 Spiele bestritt das Trio, konnten aber nur 20 davon gewinnen. Erfreulich ist, dass kein Team vom Abstieg bedroht ist, enttäuschend ist, dass zur Saisonhalbzeit keine Eifeler B-Liga-Mannschaft mehr für den Aufstieg in Frage kommt.

Bei der Zweiten des FC Roetgen blieb Trainer Erich Bonkowski auch auf dem Teppich, als die Mannschaft nach sieben Spieltagen ungeschlagen und mit drei Punkten Vorsprung vor dem Burtscheider TV die Tabelle der Liga anführte. „Wir wissen alle, dass das nur eine Momentaufnahme ist“, stapelte er nach dem 5:1-Derbyerfolg gegen den SV Kalterherberg bewusst tief.

Nach einem torlosen Remis zum Auftakt gegen Arminia Eilendorf II landeten die Roetgener sechs Siege in Folge. Selbst Topfavorit Raspo Brand kassierte in Roetgen eine 2:4-Niederlage. Erst am 8. Spieltag kassierten sie im Derby beim TuS Mützenich die erste Niederlage. Die läutete dann eine Negativserie ein, denn aus den letzten neun Spielen sackte Roetgen II nur noch vier Punkte ein und rutschte auf Tabellenplatz sechs ab.

Für eine Mannschaft, die mit dem Ziel Klassenerhalt angetreten war, ist das aber immer noch eine gute Platzierung. „Wir sind zufrieden, auch wenn wir in den letzten Wochen einige empfindliche Niederlagen schlucken mussten. Bei uns ist die Euphorie auch weiterhin groß“, ist der Trainer mit dem Zusammenhalt, der in der Gruppe herrscht, vollkommen zufrieden.

Als Indiz für die gute Kameradschaft wertet der Coach auch das Trainingslager, denn wenn es am 6. Februar für drei Tage nach Bitburg geht, dann wollen 21 Spieler mit. „Für eine zweite Mannschaft ist das eine unglaubliche Sache“, lobt der sportlich Verantwortliche, der am 27. Januar mit der Vorbereitung auf die Rückrunde beginnt.

In den Trainingseinheiten steht die Verbesserung der Abwehrarbeit ganz oben auf der To-do-Liste, denn bei den „Klatschen“ gegen Hörn, BTV und Arminia Eilendorf zeigte die Defensive erhebliche Schwächen. „Wir haben zu viele Gegentore kassiert, deshalb werden wir taktisch einiges verändern“, wurmt den Coach, dass sein Team von den Mannschaften der oberen Tabellenhälfte die meisten Gegentreffer (37) kassierte.

Da die erste Mannschaft in der Pause personell verstärkt wurde, rechnet Erich Bonkowski auch mit personellem Zuwachs von oben für sein Team. Da es keine Abgänge bei der Zweiten gab, wird er aufgrund des personellen Überschusses in vielen Spielen die Qual der Wahl haben. Dennoch sagt der Coach: „Erstes Ziel ist für uns weiterhin der Klassenerhalt. Sollten wir am Ende auf einem einstelligen Tabellenplatz stehen, dann hätten wir uns einen Traum verwirklicht“.

Mützenich: Top fünf bleibt Ziel

Für Absteiger TuS Mützenich verlief der Saisonstart total enttäuschend, denn gleich im ersten Spiel kassierten die Grün-Weißen eine unerwartete 0:4-Heimpanne gegen den schwachen Aufsteiger Richterich II. Auch der Derbysieg beim SV Kalterherberg (2:1) brachte für die Gruppe aus dem Venndorf nicht die erwartete Erfolgsserie. Im Gegenteil: Gegen den Burtscheider TV, Sportfreunde Hörn und FV Vaalserquartier kassierte man drei Niederlagen in Folge.

Nach fünf Spieltagen stand der Aufsteiger nur auf Tabellenrang 13. „Sicherlich hatten wir fünf Stammspieler verloren, und die Integration der Neuzugänge hat vielleicht auch etwas länger gedauert als geplant, aber wahrscheinlich haben einige bei uns die Kreisliga B unterschätzt“, blickte TuS-Trainer Stefan Carl in dieser Woche noch total frustriert auf die ersten fünf Spieltage zurück.

Erst nach einem 1:1 gegen SV Eilendorf II fand die Mannschaft in die Erfolgsspur. In Freund gewann sie 3:2 und verpasste Roetgen II die erste Saisonniederlage. Nach einem deutlichen 4:0-Erfolg bei ASA Atsch und dem knappen 1:0-Heimerfolg gegen VfL 05 Aachen waren die Grün-Weißen auf Tabellenplatz sieben angekommen. Durch eine unerwartete 1:2-Niederlage beim Abstiegsaspiranten Arminia Eilendorf, einem 1:1 gegen Vichttal II (1:1) und der 0:3-Niederlage bei Ligaprimus Rasensport Brand konnte man die Klettertour nicht fortsetzen.

Nach einem 2:1-Erfolg gegen FV Haaren II folgte eine peinliche 1:2-Niederlage bei Kellerkind Westwacht Aachen II. Letztendlich sorgte die Mannschaft mit dem 3:0-Erfolg bei Richterich II noch für einen versöhnlichen Jahresabschluss, aber nicht für einen zufriedenen Trainer, denn für den stimmt die Halbzeitbilanz nicht: „Vielleicht waren unsere Ansprüche zu hoch.

Zufrieden kann ich nicht sein, denn wir liegen sieben Punkte hinter unserem Plan“. Dennoch ist Stefan Carl nicht bereit, die Zielsetzung zu ändern. „Unser Ziel bleibt ein Platz unter den ersten Fünf.“ Dieses Ziel erscheint noch durchaus realistisch, denn nur Spitzenreiter Rasensport Brand ist der restlichen Liga uneinholbar davongelaufen.

Am 23. Januar starten die Mützenicher mit der Vorbereitung auf den zweiten Saisonabschnitt mit einem personell leicht veränderten Kader. Chrisi Kirch zog es wieder zur SG Monschau/Imgenbroich zurück, auch Torwart Holger Offermann entschied sich wieder für seinen Heimatverein Germania Eicherscheid II. Mit Sebastian Neue, der zuletzt beim TuS Lammersdorf spielte, aber auch schon das TuS-Trikot trug, verpflichteten die Grün-Weißen einen neuen Torwart. Abwehrspieler Sascha Schell wechselte von Hertha Strauch zu den Vennkickern.

Wenn der Winter sich ordnungsgemäß verabschiedet, dann wartet auf den TuS-Anhang gleich zum Wiederauftakt das mit Spannung erwartete Derby gegen den SV Kalterherberg.

K‘berg: Ganz schlechter Start

Einen beängstigenden Start verzeichnete der SV Kalterherberg, der an den ersten sechs Spieltagen erfolglos blieb. Nach einer 0:2-Auftaktniederlage beim Burtscheider TV folgte eine schmerzhafte 1:2- Heimniederlage im Derby gegen Mützenich. Nach Punkteteilungen in Hörn und gegen Vaalserquartier gab es eine Auswärtsniederlage bei SV Eilendorf II und als absoluter Saisontiefpunkt eine 1:5-Niederlage bei Roetgen II.

Nicht nur die höchste Saisonniederlage bereitet SVK-Coach Raimund Scheffen größte Sorgen, im Derby verletzte sich mit Alex Mertens auch noch einer seiner besten Spieler ohne gegnerisches Verschulden sehr schwer. Nach den schweren Bänderverletzungen von Kolja Claßen und Nico Scheffen in der Saison 2013/14 stand damit der dritte Spieler auf der Langzeitverletztenliste der Schwarzroten – und diese wurde noch erweitert, als sich in Vichttal Alex Ungermann eine schwere Schulterverletzung zuzog.

Anfang Oktober feierten die Kalterherberger mit einem 3:1-Erfolg gegen Germania Freund endlich ihr erstes Erfolgserlebnis. Dann folgte ein „goldener Oktober“ mit drei 2:0-Siegen gegen ASA Atsch, VfL 05 Aachen und Arminia Eilendorf II. Durch die Miniserie konnten die Kalterherberger sich vom vorletzten auf den neunten Tabellenplatz vorarbeiten. Nach der Niederlage in Vichttal kassierte man eine 0:2-Niederlage gegen Meisterschaftsaspirant Brand, aber auch eine 1:3-Schlappe beim Tabellenletzten FV Haaren II. Die Panne konnte die Mannschaft aber mit Erfolgen in den beiden letzten Begegnungen gegen Westwacht und bei Richterich II reparieren.

Mit einem Spiel weniger überwintert der SVK mit 20 Zählern auf dem 9. Tabellenplatz. „Wenn wir in Haaren gewonnen hätten, dann ständen wir jetzt punktgleich mit Roetgen und Mützenich“, ist Reimund Scheffen trotz einiger Rückschläge mit dem Saisonverlauf zwar noch zufrieden, jedoch warnt er: „Die Tabelle ist sehr eng, viel Luft nach unten haben wir nicht“, rechnete er seinem Team vor, dass man vom ersten Abstiegsrang nur sechs Punkte entfernt ist.

Personelle Veränderungen wird es beim SVK in der Winterpause nicht geben, allerdings rechnet der Coach damit, dass Sohn Nico seine Verletzung auskuriert hat und in der Rückrunde wieder zur Verfügung steht. „Eigentlich ist unser Kader groß genug, aber aus beruflichen Gründen können einige nicht immer trainieren, und wir müssen häufiger auf unsere Studenten verzichten.“

In der Hinrunde ist es dem Trainer keinmal gelungen, zwei Spiele in Folge die gleiche Startformation aufzubieten. Mit einem guten Start nach der Winterpause rechnet Raimund Scheffen nicht, denn in den ersten Spielen geht es gegen die Topteams, und die Vorbereitungszeit auf die Rückrunde ist für seine Studenten auch Klausurenzeit. „Wir haben das Potenzial, um uns in der Tabelle zu verbessern – wir versuchen, das Beste aus unserer Personalsituation zu machen“, hofft Reimund Scheffen noch auf einen einstelligen Tabellenplatz.

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