Nordeifel - Trinkwasser ist angenehm temperiert

Trinkwasser ist angenehm temperiert

Von: Sarah Maria Berners
Letzte Aktualisierung:
14 Grad Celsius misst man im U
14 Grad Celsius misst man im Uferbereich des Obersees. Ein Grund zur Sorge ist die Temperatur für die Wasserversorger der Region aber nicht. Foto: S.M.Berners

Nordeifel. Es ist warm, zu warm für diese Jahreszeit. Wer in der kühlen Morgenluft seine Hand in das Wasser der Talsperren steckt, fühlt, wie sehr sich das Trinkwasser schon jetzt erwärmt hat.

Knapp 14 Grad zeigt das Thermometer im Oberflächenwasser des Obersees und auch die Perlenbachtalsperre hat sich schon aufgeheizt.

„Je wärmer es ist, desto anfälliger ist das Trinkwasser für Bakterien”, nennt Derk Buchsteiner, Betriebsleiter des Wasserwerks Perlenbach, eine allgemeingültige Regel, die auch sein Kollege Frank Wernicke von der Wassergewinnungs- und Aufbereitungsgesellschaft Nordeifel (WAG) bestätigt.

Grund zur Sorge, das betonen die beiden Fachmänner, bestehe aber noch lange nicht. Selbst im Jahrhundertsommer 2003 sei noch alles im Lot gewesen. Da hatte das Wasser der Perlenbachtalsperre, die auch die Nordeifel versorgt, eine Temperatur von 19 Grad.

Trinkwasser durfte laut einer damals gültigen Verordnung an der Übergabestelle an die Kundenanlage nur eine Temperatur von 20 Grad haben. Eine knappe Sache, aber „auf der Fließstrecke kühlt das Wasser meist noch ab, so dass die Talsperrentemperatur nicht entscheidend ist”, sagt Buchsteiner.

In der Tiefe ist es kalt

Mittlerweile wurde dieser Grenzwert gestrichen. Von Temperaturen in dieser Höhe ist das Wasser aber ohnehin noch weit entfernt, auch wenn es für diese Jahreszeit schon ungewöhnlich warm ist. „An der Entnahmestelle in elf Metern Tiefe hat das Perlenbachwasser 12,3 Grad”, sagt Buchsteiner.

Wasser speichere Kälte und würde sich daher nur träge erwärmen. Die WAG, die Wasser in die nördlichen Bereiche der Städteregion leitet und auf ein langes Netz unterirdischer Stollen zugreift, entnimmt das kühle Nass an der Dreilägerbachtalsperre in 30 Metern Tiefe. „Wir messen dort derzeit eine Temperatur von 5 Grad”, so Wernicke.

Und selbst wenn der Sommer sehr heiß werden sollte: 2003 war das Wasser aus den Leitungen zwar nicht mehr erfrischend, aber immer noch ohne Bedenken zu genießen. „Ein Qualitätsproblem haben wir auch bei hohen Temperaturen nicht”, sagt Wernicke.

Wenn es im Wasser mollig warm ist, fühlen sich dort zwar auch die Mikroorganismen wohl, aber die haben die Kontrolleure entsprechend der strengen Auflagen für das Trinkwasser im Blick.

Fachleute sprechen bei einer Erwärmung von zehn Grad von einer Verdopplung der allgemeinen biologischen Aktivität. „Algen sind in der Eifel aber kaum ein Thema, eher schon die allgemeinen Gewässerbakterien”, sagt Buchsteiner, und Kollege Wernicke fügt beruhigend hinzu: „Selbst wenn wir für unsere Verhältnisse leicht erhöhte Werte messen, sind die, gemessen an den erlaubten Werten, immer noch gering.”
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