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Trianel hat die Wahl zwischen drei Standorten

Von: Klaus Pesch
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Der größte Widerstand kommt
Der größte Widerstand kommt aus der Stadt Heimbach: Der naturnahe Tourismus liegt den Gegnern besonders am Herzen. Foto: Stollenwerk

Nordeifel. Bereits seit geraumer Zeit sorgen Planungen des Aachener Unternehmens Trianel, ein Pumpspeicherkraftwerk an der Rurtalsperre zu errichten, für Kontroversen in der Eifel.

Das Eifeler Projekt steht jedoch in Konkurrenz mit Planungen für die Standorte Nethe im Weserbergland und Schmalwasser in Thüringen. Trianel hatte diese drei Standorte in einem über zweijährigen Prozess aus ursprünglich 3000 potenziellen Standorten ausgewählt.

Das Unternehmen hat bereits frühzeitig angekündigt, gebaut werde dort, wo die Planungen am ehesten zu realisieren sind. Pressesprecherin Nicole Kolster: „Trianel-Projektleiter Dr. Markus Hakes hat im Februar in Tambach-Dietharz gesagt, dass alle genehmigungsfähigen Projekte eine hohe Realisierungswahrscheinlichkeit haben.” Dieses Diktum gelte auch für die Rurtalsperre. „Die über 40 an dem Wasserspeicherprojekt beteiligten Stadtwerke werden im Spätsommer 2013 entscheiden, welches Projekt mit erster Priorität weiterentwickelt wird”, ergänzte sie. „Klar ist, dass Trianel keinesfalls alle drei Projekte parallel in die sehr aufwendigen Planfeststellungsverfahren führen wird”, sagt Kolster.

Das geplante Speicherkraftwerk Nethe im Weserbergland hat eine Nettoleistung von 390 MW , einen Wirkungsgrad von 80 Prozent und bei einer Fallhöhe von 223 Metern einen Betriebsspeicher von 4,2 Millionen Kubikmeter. Eine halbe Million Euro soll das Projekt kosten. Ein Dauervolllastbetrieb von sechs Stunden ist möglich. Das Oberbecken mit einer Fläche von 35 Hektar liegt auf dem Gebiet der Stadt Höxter. Nordöstlich von Amelunxen soll das Unterbecken auf einer bisher landwirtschaftlich genutzten Fläche entstehen.

Nach Informationen dieser Zeitung stehen alle Kommunen dahinter, das Projekt wird sehr positiv gewertet. Das ist hier der letzte Winkel von NRW, an dem man für jedes Großprojekt sehr dankbar ist, heißt es. Gewerbesteuereinnahmen im insgesamt sechs- bis siebenstelligen Bereich seien anvisiert worden. Weiterhin überzeuge der Ökotouch des Kraftwerks. Landrat und Bürgermeister hätten für das Projekt ziemlich getrommelt.

Trianel selbst bestätigt, die Planung für das Projekt im Weserbergland sei am weitesten fortgeschritten. Mit der jüngst einstimmig gefassten Entscheidung des Regionalrates bei der Bezirksregierung Detmold zur Änderung des Regionalplans habe das Projekt einen echten Meilenstein erreicht, so das Unternehmen. Parteiübergreifend werde dieses als eine Chance für die Region gesehen. Im Raumordnungsverfahren zur Netzanbindung stehe der Erörterungstermin unmittelbar bevor. Die größte Herausforderung beim Projekt am Standort Nethe sei der Hochwasserschutz für das Dorf Amelunxen.

Das geplante Wasserspeicherkraftwerk Schmalwasser bei Tambach-Dietharz in Thüringen hat eine Nettoleistung von bis über 1000 MW und einen Wirkungsgrad von 80 Prozent. Das Kraftwerk ist das größte aller drei angedachten Projekte und soll laut ersten Planungen eine Milliarde Euro kosten. Es ermöglicht einen Dauerlastbetrieb von sechs Stunden und verfügt bei einer Fallhöhe von bis zu 300 Metern über einen Betriebsspeicher von bis zu 10 Millionen Kubikmetern. Als Unterbecken ist die Schmalwasser-Talsperre geplant.

Für das Projekt soll es überwiegend positive Stimmen geben. Die Politik ist im Grunde dafür, will aber keine Wandervereine vergrellen. Das Kraftwerk würde sich nämlich ganz in der Nähe des Rennsteigs befinden. Naturschützer empfinden das Projekt sogar als Chance, wurde aus Thüringen berichtet. Man wolle der Energiewende nicht entgegen stehen und sehe durchaus Chancen, im Zuge von Ausgleichsmaßnahmen etwas für die Artenvielfalt zu tun. Es gibt allerdings zwei Bürgerinitiativen dagegen: „Kein Energiespeicher am Rennsteig” heißt die eine, die andere, „Stimme des Trinkwassers”, will einen anderen Standort. Jetzt gibt es erste Bedenken, das Projekt könnte kaputt demonstriert werden, hieß es. Deshalb habe sich eine Initiative pro Pumpspeicherwerk gegründet. Nun wurde ein Runder Tisch gebildet, an dem Vertreter der Gemeinden, Bürgerinitiativen, Verbände und Behörden mit Trianel diskutieren.

Der Bürgermeister der Stadt Heimbach hat mit den Fraktionen von CDU, SPD und FDP sowie mit der UWV einen gemeinsamen Standpunkt zum geplanten Pumpspeicherkraftwerk Rursee verfasst.

Solange keine Garantie dafür gegeben werde, dass der Rursee für Wassersportler ohne Abstriche nutzbar bleibe, dass der Rursee weder durch Eintrübung, Schlammkragen und belästigende Gerüche seine Bedeutung als Tourismusmagnet verliere, dass Flora und Fauna nicht beeinträchtigt würden, dass der Tourismus sich kontinuierlich weiter entwickeln könne, wollen die Unterzeichner das Projekt nicht akzeptieren und sich notfalls gerichtlich wehren.

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