Erkensruhr - Treffpunkt, Wahllokal, gute Stube: Das Dorfgemeinschaftshaus

Treffpunkt, Wahllokal, gute Stube: Das Dorfgemeinschaftshaus

Von: P. St.
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Stolz auf das gelungene Werk: Der Verein Dorfgemeinschaftshaus Erkensruhr/Hirschrott freut sich nach getaner Tat auf die anstehende Einweihung des „Dörpches Hus“.
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Vereine, Firmen und Privatleute sorgten mit dem Erwerb von Bausteinen dafür, dass d ie Finanzierung des Dorfhauses gesichert werden konnte.

Erkensruhr. Das idyllische gelegene Eifeldörfchen Erkensruhr, abgeschieden und ruhig gelegen an der Grenze zum Nationalpark Eifel, gehört nicht zu den Gewinnern des touristischen Aufschwungs in der Nordeifel, der in den zurückliegenden zehn Jahren unverkennbar ist.

Die historische Postkutsche ins Nachbardorf Einruhr verkehrt schon lange nicht mehr, und die gastronomische Vielfalt wird inzwischen weitgehend von einem verstärktem Angebot an Ferienwohnungen dominiert.

Dass es im hin und wieder so bezeichneten „Kleinwalsertal der Eifel“ ruhiger geworden ist, ändert aber nichts daran, dass die Einheimischen die Identifikation in der sich über drei Kilometer Länge hinziehenden Streusiedlung weiterhin gepflegt haben.

Ein beachtliches Beispiel von gesundem und funktionierendem Bürgersinn ist das neue Dorfgemeinschaftshaus, das am kommenden Samstag feierlich eingeweiht wird (s. Box).

Das markante Gebäude, in Rot- und Grautönen gehalten, liegt rechter Hand am Ortseingang inmitten des kleinen Parks mit Brunnen und Spielplatz. „Das haben wir doch gut hinbekommen“, ist sich die bestens gelaunte Mannschaft der freiwilligen Helfer einig, die sich im Vorfeld der Einweihung des „Dörpches Hus“ noch einmal zur Vorbereitung des Festes trifft.

Verein gegründet

Vor drei Jahren sah es in der damals wenig einladenden Grünanlage noch anders aus. Im September 2014 fiel mit dem Verlegen der Bodenplatte der Startschuss für den Bau des Dorfgemeinschaftshauses nach den Entwurfsplänen von Toni Hensen aus Einruhr. Das war gleichzeitig auch der Beginn eines hohen, persönlichen Engagements von vielen freiwilligen Heldern, die sich bei der Umsetzung des Projektes einbrachten.

Zu diesem Zweck wurde der Verein Dorfgemeinschaftshaus Erkensruhr/Hirschrott e. V. gegründet. Bei Geschäftsführer Thomas Jöbges liefen die Fäden zusammen. Die geleisteten Arbeitsstunden durch die Bevölkerung hat man anfangs noch notiert, doch die Buchführung wurde nicht fortgeführt: „Hauptsache, wir sind fertig geworden“, sagen die Helfer, die nun hoffen, dass mit der neuen guten Stube der Zusammenhalt des 180 zählenden Dorfes (einschließlich Hirschrott) gefestigt wird.

Die erste Privatveranstaltung für das übernächste Wochenende ist bereits unter Dach und Fach, und am darauffolgenden Sonntag übernimmt das Dorfgemeinschaftshaus die Funktion des Wahllokals für NRW-Landtagswahl. St. Martin wird im Herbst hier seine Weckmänner verteilen und auch für die Senioren des Ortes sollen Angebote entwickelt werden. Ein Mehrzweckraum mit Theke, eine Küche und eine Toilettenanlage bilden drei Einheiten des „Dörpches Hus“. Auch ein Defibrillator wird im Haus installiert.

Entscheidender Faktor

Die Toilettenanlage ist übrigens der eigentlich entscheidende Faktor des gesamtes Projektes, denn Erkensruhr war seine bisherige öffentliche Toilettenanlage plötzlich abhanden gekommen. Sanitäre Einrichtungen aber muss die Gemeinde Simmerath zwingend vorhalten, weil Erkensruhr staatlich anerkannter Erholungsort ist.

Die Anlagen war bislang in der alten Schule untergebracht. Doch als die Gemeinde das Gebäude an einen niederländischen Investor veräußerte, der hier Ferienwohnungen errichtete, musste dringend eine Ersatzlösung gefunden werden. In Erkensruhr erkannte man die Gunst der Stunde und so wurde aus der neuen Toilettenanlage ein Dorfgemeinschaftshaus. Die Gemeinde stellte 100.000 Euro als Zuschuss zur Verfügung, die restlichen Kosten sollten durch Eigenleistung ausgeglichen werden. Als die Finanzierung knapp wurde, sorgten unterschiedliche Initiativen für eine kollektive Unterstützung. Privatleute, Firmen und Vereine konnten Bausteine mit Widmung erwerben, die vor dem Gebäude verlegt worden sind.

Die freiwilligen Helfer sind nun glücklich, dass das Haus nach dreijähriger Bauzeit endlich seiner Bestimmung übergeben werden kann, und man spürt den Stolz der Erbauer, dass ein kleines Dorf wie Erkensruhr sich als stark genug erwiesen hat, Großes zu leisten.

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