Huppenbroich - Traditionsreicher FC Viktoria ohne Fußballmannschaft

Traditionsreicher FC Viktoria ohne Fußballmannschaft

Von: M. S.
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Teilneuwahlen zum Vorstand und Auszeichnung verdienter Mitglieder standen im Mittelpunkt der Hauptversammlung im FC „Viktoria“ Huppenbroich. Foto: Manfred Schmitz

Huppenbroich. Ein ruhmreiches Stück Nordeifeler Fußballgeschichte hat ausgespielt. Zum ersten Mal in der 93-jährigen Geschichte des FC Huppenbroich wird zu Beginn der Saison 2016/17 keine Mannschaft zu einer Meisterschaftspartie auf der Platzanlage Viktoriastraße auflaufen.

Rund 30 Mitglieder vernahmen die für Sportlerherzen traurige Botschaft samt Ursachenforschung Freitagabend im Vereinslokal Ohler.

„Wir erlebten ein turbulentes Jahr 2015 mit vielen interessanten Terminen“, sagte Lopez rückblickend, „wir befinden uns in einem gravierenden Umbruch.“ Das deutlichste Signal für diese Entwicklung: die Auflösung der Spielgemeinschaft Simmerath/Huppenbroich. Zur Meisterschafts-Rückrunde in der Kreisklasse C wird die Elf nicht mehr antreten. Der Vorsitzende: „Es fehlt dramatisch an Aktiven. Nach unserem Aufstieg in die C-Liga klappte die Zusammenarbeit mit Simmeraths Hanseaten hervorragend – sportlich wie auf zwischenmenschlicher Ebene. Aber dann stellten sich personelle Probleme ein, oft konnten wir kein komplettes Team auf den Rasen schicken. Als dann auch noch Trainer Enrico Seidel erklärte, er stehe für die Rückrunde nicht mehr zur Verfügung, blieb uns nur der ungeliebte Schritt, die Erstvertretung abzumelden.“

Ob die darauf erwachte Idee, eine Kooperation aus den Mannschaften Strauch/Simmerath/Huppenbroich zu bilden, realistisch ist, bezweifelte Lopez.

In seinem Bericht über Veranstaltungs-Höhepunkte 2015 bemerkte der Vorsitzende, allein das sommerliche Funturnier sei ein großer Erfolg gewesen: „Wir müssen dringend neue Wege gehen und für das Publikum attraktive Hinguck- und Erlebniskonzepte entwickeln, wenn wir als kleiner Verein überleben wollen.“ Zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte gab es eine Sportwoche ganz ohne Fußball, das einst so populäre Altherren-Turnier entfiel mangels Interesse. Immerhin: Ein gut besuchter Flohmarkt mit erklecklichen Erlösen und reichlich Marktbummlern machte das erlittene Einnahmen-Manko zumindest teilweise wett.

Step-Aerobic-Kurse, Gymnastik, Langlauf und Radfahren bildeten weitere lebhaft angenommene Angebotssparten. Überragend die Erfolge von Klaus Niessen (zum Teil errungen in Partnerschaft mit Namensvetter Walter Niessen, Eicherscheid) und Martin Steffen. Klaus Niessen bestritt den Schleidener Duathlon, belegte Platz eins seiner Altersklasse im Einruhrer Mountainbike-Rennen (Feuerwehr-Landesmeister), und während 24 Stunden auf dem Nürburgring erreichte das Duo Niessen und Niessen Rang acht unter 25 hochkarätig besetzten Teams. Ausdauer-Athlet Martin Steffen absolvierte 2015 nicht weniger als fünf Marathonläufe.

„Die Lage wird nicht einfacher! Wir suchen dringend Mitbürger, die bereit sind, als Viktorianer Vereinsverantwortung zu übernehmen!“ Mit diesem Appell des Vorsitzenden ging es an Teilneuwahlen zum Vorstand. Ihr Ausgang bestätigte Peter Scheffen als zweiten Vorsitzenden. Geschäftsführerin Katrin Conrads stellte ihr Amt dagegen zur Verfügung, das künftig vom Vorsitzenden Lopez in Personalunion ausgeübt wird. Er gehört seit 1987 dem Viktoria-Führungsgremium an und ist zudem zweiter Vorsitzender der KG „Sonnenfunken“. Sozial- und Pressewartin Silvia Cerit schied aus ihrer Funktion und fand in Gabi Keutgen ihre Nachfolgerin. Kassierer Gerd Faymonville bleibt ebenso auf seinem Posten wie die Beisitzer Pedro Faymonville, Mike Deckert und Andreas Conrads.

Ein stetig gewachsenes Vereinsvermögen bilanzierte die scheidende Geschäftsführerin Katrin Conrads. Sie bezifferte den aktuellen Mitgliederbestand auf 192 Viktorianer. Jüngstes Angehöriger ist der zweijährige Christian Krüttgen, Senior im FC ist Oswald Schröder (91). Die Kassenprüfer Josef Faymonville und Ralph Wunderlich attestierten Katrin Conrads „saubere Arbeit, gut sortierte Belege und geführte Bücher“. Ralph Wunderlich und Dieter Kockler bilden in diesem Jahr das Revisoren-Gespann.

Zu einer ausgiebigen Gratulationscour gedieh die Ehrung langjährig aktiver Mitglieder, Jubilare und Gönner. Für seine großen Verdienste um das Ehrenamt erfuhr Heinz Otto Nickel hohe Anerkennung von der Viktoria-Vereinsfamilie. 15 Jahre sind Veronika Gabbert, Katrin, Marius und Willi Harzheim dabei, Lara Niessen und Marc Strauch ebenso. Silvia Justen und Matthias Schäfer bringen es auf je 20 Jahre Zugehörigkeit. 25 Jahre: Gerda Breidenich und Stefan Hetke. 30 Jahre: Leo Bandiang-Aby. 35 Jahre: Reiner Leuther und Reinhard Palm. 40 Jahre: Josef Braun und Peter Heinrich. 45 Jahre: Gerd und Josef Faymonville, Kurt Hensen und Klaus Niessen. 50 Jahre: Willi Niehsen, Martin Steffen. 55 Jahre: Karl-Heinz Bausch, Hans Dieter Bongard. 60 Jahre: Ernst Schröder. 65 Jahre Josef Hermanns.

Mit einem Ausblick auf Termine im nioch jungen 2016 schloss die Versammlung. Die Sportwoche soll vom 19. bis 21. August stattfinden.

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