Konzen - Traditionsreiche Gaststätte „Zur Laube“ in Konzen schließt

Traditionsreiche Gaststätte „Zur Laube“ in Konzen schließt

Von: P. St.
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Elfi Huppertz schließt ihre Kneipe: Bevor der Zapfhahn endgültig versiegt, wird in der Konzener Traditions-Gaststätte am Ostersamstag aber noch Abschied gefeiert. Foto: P. Stollenwerk

Konzen. Wenn am Ostersamstag zu später Stunde (vermutlich nach Eintritt der Sommerzeit) in der Konzener Gaststätte „Zur Laube“ das letzte Bier gezapft ist und der Zapfhahn endgültig nach oben gedreht wird, dann dürften in dem traditionsreichen Lokal im Ortskern auch ein paar Tränen fließen, geht doch im kalten Frühjahr 2013 mit der Schließung der Gaststätte auch ein Stück Dorfgeschichte verloren.

Ab 15 Uhr lädt Wirtin Elfi Huppertz alle, die sich ihr und der Gaststätte an der Ampel verbunden fühlen, zur Abschiedsfete ein, ehe dann endgültig die Türen der Kneipe geschlossen werden.

Über 30 Jahre hat die Wirtin hinter dem Tresen die Stellung gehalten, doch nun ist für die 63-Jährige der Zeitpunkt gekommen, neue Akzente in ihrem Leben zu setzen. „Ich war immer gerne Wirtin“, sagt Elfi Huppertz, und so hat sie auch planmäßig am Gründonnerstag wieder ihren Preisskat veranstaltet. Es war gleichzeitig auch die letzte Veranstaltung in der Gaststätte, wo man „viele schöne Feste“ gefeiert habe.

Nach Schließung des Lokals an der Ecke Bundesstraße/Konrad Adenauer-Straße existieren in Konzen zwar noch drei andere Gaststätten, aber das Lokal „Zur Laube“ wird es künftig nicht mehr geben.

Elfi Huppertz hat den Gebäudetrakt veräußert, und alle Bemühungen des neuen Käufers, eines Geschäftsmannes aus Konzen, die Gastronomie an dieser Stelle zu erhalten, schlugen fehl. Es fand sich kein neuer Pächter, der bereit gewesen wäre, das Risiko, aber auch die Arbeit, die mit dem Betrieb verbunden ist, auf sich zu nehmen. Nun entstehen hier Büroräume und Wohnungen.

„Viele Gäste trauern“, sagt Elfi Huppertz, „und abends ist es in den vergangenen Tagen oft spät geworden.“

Der Abschied fällt der Stammkundschaft eben schwer, denn schließlich war die Wirtin über Jahrzehnte nicht nur eine vertraute Adresse, sondern auch eine ebensolche Gesprächspartnerin. „Ich habe viele Gespräche mit Gästen geführt, die nur im Herzen bleiben“, weiß Elfi Huppertz, dass die Gäste auch die Diskretion der Dorfwirtin zu schätzen wissen. „Ein Gast hat sich eigens bei mir für die vielen Gespräche bedankt“, freut sich Elfi Huppertz, dass sie manchmal auch als Seelentrösterin gefragt und geschätzt wurde.

Bei aller Wehmut, die nun einmal zwangsläufig mit dem Abschied verbunden ist, überwiegen eindeutig die positiven Erinnerungen an eine arbeits- und abwechslungsreiche Zeit. Die Gaststätte „Zur Laube“ war Vereinslokal für den TV Konzen, das Trommler- und Pfeiferkorps, die Feuerwehr und den Kirchenchor: Auch diese Ortsvereine müssen sich jetzt ein neues Domizil suchen. „Besonders schön war es immer, wenn die Fußballer des TV Konzen hier nach einem Sieg gefeiert haben“, erinnert sich Elfi Huppertz an so manche lautstarke und ausgedehnte „dritte Halbzeit“. Vor allem durch den Fußballverein war das Lokal auch stets ein Treffpunkt für Jung und Alt, die hier gemeinsam feierten.

Aber ob Vereine, Preisskat-Spieler oder Nachtschwärmer: Diese Gruppen treten ab Ostersonntag abrupt aus ihrem Leben. Noch hat Elfi Huppertz „keine Ahnung“, wie sich ihr Leben und ihr Alltag abseits der Theke gestalten werden. Immerhin aber hat sie schon ein paar Pläne fest ins Auge fasst.

Im August möchte sie ihre Schwester in Maryland/USA besuchen, und im September will sie erneut ein Stück des Jakobsweges unter die Füße nehmen. „Ansonsten aber bleibe ich Konzen treu“, verspricht sie.

Zeit will sie sich auch für die Weiterbildung nehmen: Ein Computerkurs und ein Englischkurs stehen auf der Liste, und ihr Hobby Fahrradfahren möchte sie auch weiterhin pflegen.

„Die Laube ist mein Lebenswerk“, sagt Elfie Huppertz im Rückblick. Die Gäste bedauerten, dass ihnen künftig ein wichtiger Anlaufpunkt im Leben fehle. Aber sie gönnen mir auch, dass ich jetzt in den Ruhestand gehe.“

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