Rurberg/Simmerath - Toter Biber am Rurseeufer: Kein Grund zur Besorgnis

Toter Biber am Rurseeufer: Kein Grund zur Besorgnis

Von: P. St.
Letzte Aktualisierung:

Rurberg/Simmerath. Die Biber haben in der Eifel ein neues Domizil gefunden. Ihre Population nimmt zu. Bei der Biologischen Station Düren geht man davon aus, dass in derzeit in der Nord- und Rureifel rund 350 Tiere entlang von Rur und Kall und deren Nebengewässer siedeln.

Dennoch begegnet der Mensch den nachtaktiven Tieren so gut wie nie. Daher staunte jetzt auch ein Angler aus Kesternich nicht schlecht als er am helllichten Tag am Rurseeufer in Rurberg einen Biber zu Gesicht bekam. Doch das kapitale Tier, das in der Nähe des Eiserbachdamms an der dortigen Slipanlage lag, war offenbar schon länger tot.

Er informierte das Ordnungsamt der Gemeinde Simmerath, das durch den Bauhof eine ordnungsgemäße Beseitigung des Bibers veranlasste. Der Kadaver wurde der Tierkörperverwertungsanstalt Linnich zugeführt; außerdem informierte Amtsleiter Bruno Wilden die Verwaltung und die Untere Landschaftsbehörde über den Vorgang, da der Biber unter Artenschutz steht.

Befürchtungen des Bürgers, dass der Biber als Überträger der Tollwut eine Gefahr darstellt, wurden von der Unteren Landschaftsbehörde, die der Gemeinde ein korrektes Vorgehen bescheinigte, nicht bestätigt. Abgesehen davon, dass sei nahezu zehn Jahren keine Fälle von Tollwut in der Region bekannt geworden seien, scheide der Biber als Überträger des Virus aus, da er Pflanzenfresser sei.

Biber, so weiß Bruno Wilden auch in seiner Funktion als Vorstandmitglied des Fischereiverbandes Nordeifel, kommen an der Rurtalsperre häufiger vor, am Obersee gebe es mehrere Stellen, wo diese aktiv seien.

Mehr Sorgen bereitete ein Biber im Herbst 2010 der Straßenmeisterei Simmerath im Rollesbroicher Gewerbegebiet. Über viele Monate machte sich nur wenige Meter von der vielbefahrenen B 266 entfernt ein Biber in der Drainage der Salzlagerhalle zu schaffen und begann diese systematisch zu verstopfen. Inzwischen hat sich der scheue Nager in ungestörtes Gebiet zurückgezogen, denn die Straßenmeisterei sah seinerzeit dringenden Handlungsbedarf.

In Absprache mit der Unteren Landschaftsbehörde und dem hauseigenen Biberbeauftragten wurde dem Tier die Baumaterialgrundlage entzogen, indem die angenagten Bäume im Straßengraben per Motorsäge entfernt wurden. Zuvor hatte der Biber bereits den Pflanzstreifen dem Erdboden gleichgemacht und mehrfach den Roßbach angestaut. In einem Schacht hatte er seine Burg aus Astwerk und Zweigen errichtet. Als ihm jedoch das Baumaterial plötzlich ausging, verlor er das Interesse und suchte das Weite.

„Es war einfach phänomenal, was der Biber an Material angeschleppt hat”, erinnert sich Bruno Alzer, Leiter der Straßenmeisterei Simmerath. Mit schweren Geräte habe man die Dämme entfernen müssen und die Drainage für viel Geld saniert.
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