Todesstrecke ist für Motorräder seit Tagen gesperrt

Von: ess
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Ein Holzkreuz, ein Bild und Blumen erinnern an der L238 zwischen Mulartshütte und Zweifall an den tödlichen Unfall VOM Samstagabend. Foto: Ernst Schneiders

Mulartshütte/Stolberg. Wenn, wie am Samstagabend auf der L238 zwischen Mulartshütte und Stolberg-Zweifall, ein junger Mensch bei einem Verkehrsunfall sein Leben verliert, dann bezeichnet man das gemeinhin als tragisch. Tragisch auch, dass dem 21-Jährigen bei Dunkelheit ein Junghirsch in die Quere kam.

Damit muss man in dieser Gegend allerdings rechnen. Warnschilder weisen darauf hin.

Besondere Tragik erhält das Unglück durch die Tatsache, dass dieser Abschnitt der L238 seit dem 17. März für Motorradfahrer in beide Richtungen gesperrt ist. Grund: Nach dem langen Winter sind vornehmlich im Bereich des Mittelstreifens Teile aus der Fahrbahn herausgebrochen und haben bis zu 30 Zentimeter breite und vier Zentimeter tiefe Furchen hinterlassen.

Wie Gregor Mathar vom Landesbetrieb Straßen NRW erläuterte, stellen die Schäden für Motorradfahrer große Gefahren dar, gerade dann, wenn sie im Bereich des Mittelstreifens überholen. Um diese Risiken auszuschließen, wurden die entsprechenden Verbotsschilder an den Ortsausgängen von Zweifall und Mulartshütte angebracht.

Mathar geht davon aus, dass die Ausbesserungsarbeiten bis Ende April abgeschlossen sind und die Strecke dann auch für Motorradfahrer wieder verkehrssicher ist.

Der junge Mann könnte noch leben, wenn er die Schilder beachtet oder wahrgenommen hätte, wie auch Polizeisprecherin Iris Wüster erklärt: „Die Beschilderung ist eindeutig. Die Strecke ist für Motorradfahrer gesperrt!”

Nun ist es leider anders gekommen: Gegen 19.30 Uhr bei Dunkelheit am Samstagabend, so die Polizei, war der 21-jährige Motorradfahrer aus Aachen kurz vor dem Ortseingang von Zweifall unterwegs, als plötzlich Rotwild die L238 querte. Mit einem gut 180 Kilogramm schweren Junghirsch kollidierte die Maschine des jungen Mannes.

Bei dem Sturz zog sich der 21-Jährige seine tödlichen Verletzungen zu. Für ihn kam jede Hilfe zu spät, alle Reanimationsversuche des Notarztes waren vergebens. Der Motorradfahrer starb noch an der Unfallstelle. Die Ermittlungen der Polizei sind noch nicht abgeschlossen.

Nur wenige hundert Meter hinter dem Verbotsschild (aus Richtung Zweifall) steht am Montagvormittag ein Holzkreuz am Straßenrand, darauf der Vorname des Unfallopfers und ein Bild von ihm. Vor dem Kreuz sind viele frische Blumen abgelegt.
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