Simmerath/Monschau - Tischmanieren und Hygiene: Mit Knigge für das Leben lernen

Tischmanieren und Hygiene: Mit Knigge für das Leben lernen

Von: Sarah Maria Berners
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Dank Knigge gewappnet für viele Lebenslagen: Patrick Meyer, Lea Gürsch, Frederik Cüpper (von links) und ihre Mitschüler haben zusammen mit Lehrerin Monika Dörfler (links) im Carat Hotel den Abschluss ihres Knigge-Kurses gefeiert. Foto: S.M. Berners

Simmerath/Monschau. Die Tafel ist gedeckt. Mit weißen Tellern, edel gefalteten Servietten, silbernem Besteck. Auf jedem Platz stehen drei Gläser in verschiedenen Größen. Reserviert hat den schnieken Mittagstisch im Carat Hotel aber nicht etwa eine feine Gesellschaft gut betuchter Gäste, sondern eine Schüler-AG der Hauptschule Simmerath. Die Neunt- und Zehntklässler haben einen Knigge-Kurs absolviert. Jetzt, zum Schuljahresende, steht der feierliche Abschluss an.

An der Hotelbar gibt es einen O-Saft-Empfang - serviert wird natürlich in Sektgläsern. Dann geht es ins Restaurant.

Auf dem Weg dorthin bekommt ein junger Mann gleich die Gelegenheit zu zeigen, was er im Kurs gelernt hat: Zuvorkommend hält er seiner Lehrerin Monika Dörfler die Türe auf. Aufgeregt betreten die Schüler das Restaurant, die Stimmung ist angespannt. Ein ungewöhnlicher Schultag.

Aufregend war auch so manche Unterrichtsstunde im vergangenen Schuljahr. In Rollenspielen haben die Schüler geübt, wie sie sich in bestimmten Situationen verhalten sollen. Zum Beispiel beim Bewerbungstraining. Und das fängt schon bei der Begrüßung an. „Man muss Blickkontakt zu dem Gegenüber halten, auch beim Händedruck”, erklärt Markus Hansen (15). Manchmal waren die Schüler ganz schön nervös bei ihren Rollenspielen, schließlich konnte der Rest der Klasse zusehen. „So lernt man sehr viel”, sagt Mara Strauch (16).

„Zum Beispiel auch, wie man sich auf einer Weihnachtsfeier beim Essen verhalten sollte”, sagt Marc Steffens (17). „Man sollte die Serviette auf den Schoß legen. Wenn es mehrere Bestecke gibt, isst man von außen nach innen”, fügt Patrick Meyer (17) hinzu. „Und das Besteck sollte man halten wie ein festes Werkzeug. Außerdem nimmt man kleine Happen”, weiß Marc.

Das können die Schüler im Restaurant gleich einstudieren. Denn die Kellnerin serviert schon das Tomaten-Süppchen. „Entschuldigen Sie, ist da Fleisch drin”, erkundigt sich ein Schüler höflich.

Das Gesprächsthema am Tisch sind die Sommerferien. Das hat Lehrerin Monika Dörfler vorher festgelegt. „So sollen die Schüler lernen, Small Talk zu führen”, erklärt sie. Allerdings laufen die Gespräche nur zögerlich an. Im Flüsterton.

Doch langsam legt sich die Spannung. Mit Cola - die übrigens aus keinem der drei bereit gestellten Gläser getrunken wird - wird angestoßen. Neben Tischsitten, Begrüßungsregeln und Bewerbungstraining standen auch Infos rund um die Körperhygiene auf dem Stundenplan

Jede Woche zwei Stunden Knigge. Ist das nicht uncool? Oder spießig? „Manche Freunde haben das schon erst belächelt”, erzählt Markus Hansen (15). Die Schüler aber würden den Kurs weiterempfehlen. „Hier haben wir Dinge gelernt, die wir im Leben wirklich brauchen können”, findet Patrick.
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