Thomas J. Lennartz präsentiert Literatur voller Witz und Galgenhumor

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Das Publikum fühlt sich bestens unterhalten als Thomas J. Lennartz ihnen fremde aber auch seine eigene Stücke präsentiert. Dabei setzt er gekonnt alle Farben der Stimmpalette von sanft säuselnd bis derb polternd ein – Dialekt- und Gesangseinlagen inklusive. Foto: Bücherei

Simmerath. Die Gemeindebücherei Simmerath hatte ein kleines Jubiläum zu feiern: bereits zum dritten Mal war Thomas J. Lennartz mit eigenem Programm zu Gast. Büchereileiterin Rita Plum begrüßte „ihren“ Vorleser, der sich vor ein paar Jahren „beworben“ hatte.

Er war gleich mit seinem Part bei „Hör zu – mach mit“ für Kinder und Jugendliche zum ehrenamtlichen Einsatz gekommen.

Schon bald hatte sich herausgestellt: er kann mehr. Zunächst reichte er Literaturhäppchen für Erwachsene und startete schließlich 2013 sein erstes eigenes Programm „Lennartz liest Literatur: Alles nur geklaut“, 2014 das zweite Programm und nun die Premiere der dritten Auflage.

Wieder waren es kabarettistische und parodistische Texte, diesmal von Italo Calvino, Daniel Glattauer, Georg Kreisler, Helmut Qualtinger, Thaddäus Troll, Torsten Sträter und einigen mehr, die Thomas J. Lennartz auf seine ganz eigene Art interpretierte. Aber auch zwei eigene Stücke präsentierte er und setzte sich darin unter anderem humorvoll-kritisch mit Dr. Eckart von Hirschhausens Ansichten zur Homöopathie auseinander.

Die erste Hälfte des Programms stand unter der Überschrift Gesundheit, Krankheit und Vorsorge. Das eher unangenehme Thema, mit dem jeder der Zuhörer bereits konfrontiert wurde, sprühte aber vor Witz und fast schon Galgenhumor. Es gipfelte schließlich in den Untiefen einer Darmspiegelung als „Reise ins Ich“, verbunden mit dem Appell, sich ihr trotz aller entwürdigender Nebeneffekte zu unterziehen. So etwas kann niemand treffender beschreiben als der Ruhrpottkabarettist Thorsten Sträter. Dass dieser den Text exklusiv für ihn zum Vortrag freigegeben hat, erfüllt Thomas J. Lennartz mit großem Stolz.

Nach der Pause erfuhr man mehr über das ewige Thema „Mann und Frau und Kind“. Es gab Antworten auf die Fragen, warum und wie Frauen Männer abblitzen lassen und warum manche Kinder so schwer Deutsch lernen. Das Publikum tauchte dabei schmunzelnd bis laut lachend ein in die Ära des Kevinismus und des Chantalismus. Zum Schluss dozierte Lennartz augenzwinkernd über das Mysterium Elektrizität im Allgemeinen und die Frage „Wohin geht sie, nachdem sie den Toaster verlassen hat?“ im Besonderen. Danach wurde die schon immer heimlich gehegte Vermutung zur Gewissheit: Strom muss dünn sein, sonst würde er ja nicht durch derart dünne Kabel fließen können. Logisch.

Thomas J. Lennartz liest vor, rezitiert, proklamiert fremde sowie eigene Texte und nutzt gekonnt alle Farben der Stimmpalette von sanft säuselnd bis derb polternd, Dialekt- und Gesangseinlagen inklusive. Er beherrscht die Kunst der animierenden Überleitung. Die Hintergrundrecherche verrät seine journalistische Heimat, die persönliche Einschätzung seine Liebe zum geschriebenen und gesprochenen Wort.

Beim nächsten Literatur-Café der Gemeindebücherei am 29. November ist Thomas J. Lennartz ein weiteres Mal zu erleben. Zusammen mit Hans Fabelje an der Gitarre liest er Adventliches und Weihnachtliches. Mehr Informationen gibt es unter www.simmerath.de.

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