Theo Schütt: Seit 1968 keine Blutspende verpasst

Von: aj
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75 Liter Blut sind in den vergangenen Jahrzehnten aus seinen Adern geflossen: Bereits zum 150 Mal nahm Theo Schütt (Mitte) aus Konzen nun schon am Blutspenden des DRK teil und wurde für diese besondere Leistung geehrt.

Konzen. Freitagnachmittag: Theo Schütt betritt die Grundschule in Konzen zum Blutspenden des Deutschen Roten Kreuzes (DRK). Er meldet sich am Empfang an und muss kurz warten, bis er an der Reihe ist. Dann betritt er das umfunktionierte Klassenzimmer.

Die anfänglichen Routinefragen und Formalitäten sind schnell abgehakt, denn er kennt die Prozedur bereits seit Jahren inn- und auswendig. Eigentlich ist alles wie immer, aber es ist doch ein besonderer Tag. Denn der Konzener spendet sein Blut heute zum 150 Mal.

1968 als er gerade das Mindestalter für Spender erreicht hatte, war er zum ersten Mal dabei. „Seitdem habe ich keine Spende verpasst“, erzählt Schütt gelassen, während aus seinem linken Arm das Blut durch einen dünnen Plastikschlauch „abgezapft“ wird. Wenn er am Termin in Konzen verhindert war, ist er eben in einem anderen Dorf spenden gegangen. Eine enorme Leistung, wenn man bedenkt, dass er so über die Jahre ungefähr 75 Liter abgegeben hat, die Leben retten konnten. Zum Vergleich: „Das ist, als würde man jemanden etwa 15-mal sein gesamtes Blut auspumpen“, sagt Georg Simon, Referent für Öffentlichkeitsarbeit der DRK-Kreisverbände Aachen-Stadt, Aachen-Land, Jülich und Düren.

Solange sein Körper es zulässt, will Schütt auch weiterhin regelmäßig spenden, ein neues Ziel hat er sich aber nicht gesetzt. „Ich mache das nicht, um irgendwelche Rekorde aufzustellen“, erklärt er. Gleichwohl ist er wohl jetzt schon einer der Rekordhalter unter den Spendern.

Zu den Gratulanten gehörte aber nicht nur Georg Simon, sondern natürlich auch Lucie Kell, Blutspendenbeauftragte im Ortsverein Monschau des DRK, die Schütt als Dankeschön für seine Treue eine Flasche Wein überreichte. Die offizielle Ehrung im Ortsverein mit Urkunde wird es im kommenden Frühjahr geben.

Vielerorts beklagen die Verantwortlichen den Rückgang der Blutspender, doch in der Eifel stimmen die Zahlen noch. „Wir sind zwar nicht im gelobten Land, aber die Zahlen sind momentan stabil. In Konzen haben wir immer etwa zwischen Mitte 50 und Mitte 60 Spender“, erklärte Simon. Ausnahmen gibt es aber auch hier. Beim letzten Mal seien es nur 40 Spender gewesen, das sei den Sommerferien und der Hitze geschuldet. „Bei 38°C Blut zu spenden, ist eine Höchstleistung“, so der Öffentlichkeitsbeauftragte. Auch Kell ist mit den Zahlen zufrieden. Langfristig gesehen, würden die Spender zwar auch in der Eifel weniger, aber in Monschau und Simmerath gebe es zurzeit etwa 2000 regelmäßige Spender. „Das ist eine gute Quote bei ungefähr 28 000 Einwohnern im Vergleich zu großen Städten.“

Im Moment reichen die erzielten Blutkonserven für eine Versorgung von vier Tagen aus. „Das ist in Ordnung. Wünschenswert wäre es, einen Bestand für sieben Tage liefern zu können. Aber wir arbeiten immer im Versorgungsrahmen“, bilanzierte Simon. Ein positives Fazit für die Eifel, doch damit das auch so bleibt, lautet der Appell an die Bevölkerung, regelmäßig zur Spende zu kommen, um vielen Menschen zu helfen und unter Umständen sogar das Leben zu retten.

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