Theaterstück „Stones“: Wenn Mutproben eine Freundschaft beenden

Von: lro
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Einfaches Bühnenbild, aber inhaltlich schwere Kost: Das Stück Stones, aufgeführt von Schauspielern des Grenzlandtheaters, regte die Schüler des St. Michael Gymnasiums stark zum Nachdenken an.

Monschau. Das junge Grenzlandtheater Aachen (Greta) machte diese Woche mit dem Stück „Stones“ Station in der Aula des St. Michael Gymnasiums. Das Stück zeigte mit nur zwei Darstellern, wenigen Requisiten und einfacherem Bühnenbild ein Theaterstück, das die jugendlichen Zuschauer zum Nachdenken anregen sollte – mit Erfolg.

Das Stück Stones, welches von Tom Lycos und Stefo Nantson geschrieben wurde, basiert auf einer wahren Begebenheit. Das Stück wird bereits seit 1996 auf den Bühnen der Welt aufgeführt. Es erzählt die Geschichte der besten Freunde Diesel und Flo, die sich gegenseitig zu riskanten Mutproben auffordern. Nachdem sie fast bei einem Einbruch erwischt werden, kommt der 15-jährige Diesel auf die Idee, Steine von einer Autobahnbrücke zu kicken. Nachdem die ersten Steine die Autos verfehlen, fliegt der letzte Stein direkt in die Frontscheibe eines Autos.

Ende der Freundschaft

Diesel und Flo flüchten von der Brücke. In den Nachrichten erfahren sie, dass bei dem Unfall mehrere Leute verletzt und eine Frau sogar getötet wurden. Der 14-jährige Flo kommt mit diesem Druck nicht klar und stellt sich schließlich der Polizei. Die beiden Jugendlichen müssen ein monatelanges Gerichtsverfahren hinter sich bringen, währenddessen bricht ihre Freundschaft langsam auseinander.

Am Ende bekommen beide zweijährige Bewährungsstrafen. Überdies wird klar, dass besonders Diesel große familiäre Probleme hat, als er von seiner Mutter in ein Internat abgeschoben wird. Das Ende des Stückes beginnt da, wo es angefangen hatte: auf der Autobahnbrücke. Zu sehen ist, wie Flo auf die vorbei rasenden Autos schaut. Plötzlich hört man einen Knall und das Scheinwerferlicht geht aus. Auf die spätere Frage der Schüler, ob der Junge nun gesprungen ist, antwortet die Leiterin des Stückes, dass es sich um ein offenes Ende handelt. Die Mehrheit der Zuschauer war der Meinung, dass er sich umgebracht hat.

Nach dem Schlussakkord gab es einen großen Applaus für die Schauspieler, die besonders starke Leistungen abrufen mussten, da sie jeweils in Doppelbesetzung spielten und zusätzlich eine Art Erzähler waren. Der im wirklichen Leben 26-jährige Mateusz Dopieralski spielte sowohl den 14-jährigen Flo, als auch den Polizeibeamten Quandt. Sein Schauspielpartner, der 29-jährige Jan-Friedrich Schaper, spielte den 15-jährigen Diesel und den zweiten Polizisten Rottner.

Es war verblüffend, wie die beiden Schauspieler sich in die Rolle der Jugendlichen hinein versetzten konnten und wie sie mit den wenigen Requisiten, die durch belebende Pantomime ersetzt wurden, das Stück spielten.

Nachdenkliches Publikum

Die Acht- und Neuntklässler, die sich die Aufführung mit der ganzen Stufe und ihren Deutschlehrern angeschaut haben, waren während des ganzen Stückes sehr aufmerksam. Am Ende merkte man, dass das Stück auch Spuren bei ihnen hinterlassen und alle zum Nachdenken angeregt hat.

Nach der Aufführung hatten die Schüler die Chance, einerseits Fragen über das Stück zu stellen, andererseits auch persönliche Fragen an die Schauspieler zu richten, wie zum Beispiel, warum sie Schauspieler geworden sind oder ob es das Stück für sie eher leicht und schwer zu spielen war.

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