Theatergruppe setzt Justizexperiment in Szene

Von: ani
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Gerichtsverhandlung in Lammersdorf: Die Theatergruppe des Heimatvereins präsentiert auf höchst unterhaltsame Weise „Das Dorfgericht“, bei dem es um einen ominösen Scheunenbrand geht. Foto: A. Hoffmann

Lammersdorf. Eine aufgrund ihrer Diät schlecht gelaunte Richterin, ein geschniegelter Staatsanwalt, dessen Cabrio die erzürnte Dorfbevölkerung mit Gülle füllte, eine als Freudenhaus dienende Scheune und zwei spektakuläre Brandfälle stellten das Szenario für die Gerichtsverhandlung dar, die am Samstagabend in Lammersdorfs neuer Dorfkneipe, dem Vennhof, explizit auf der Bühne des Pfarrheims, dem Publikum von der Theatergruppe des Heimatvereins zum Besten gegeben wurde.

Dies geschah mit Bravour und hohem Unterhaltungswert, so dass das Publikum voll auf seine Kosten kam. Das Ensemble von Regisseur Gerd Skropke spielte „Das Dorfgericht“ von Bernd Kietzke. Wegen eines Experiments des Justizministeriums war die Verhandlung nach Lammersdorf in den dortigen Vennhof verlegt worden.

Der Melker mit den zarten Händen

Anlass war ein ominöser Scheunenbrand. Das Gebäude des schrulligen Bauern Schober (Holger Günzl) war ein Raub der Flammen geworden, und der Brandstiftung wurde der Landwirtschaftsgehilfe Börner (Tobia Kahl), allgemein als „der Melker mit den zarten Händen“ bekannt, bezichtigt.

Lediglich seine Anwältin (Melanie Braun) glaubt zunächst an seine Unschuld. Für Richterin Saal-Esch, meisterlich gespielt von Petra Kahl, und den als scharfen Hund bekannten Staatsanwalt Rigobert Roos (Thomas Birkholz) scheint das zunächst ein Routinefall zu sein.

Aber schon nach kurzer Zeit müssen sie feststellen, dass das auf dem Land alles anders ist; zumal die Dorfbewohner es faustdick hinter den Ohren haben. Dazu gehören auch die umtriebige Wirtin der Gaststätte (Renate Birkholz) sowie die naiv wirkende Bedienung Rosi, die mit ihren Reizen die Hormone der männlichen Dorfbevölkerung in Wallung bringt.

Dass dieses Duo dann auch noch als Nebengewerbe ein dörfliches Freudenhaus in der Scheune von Bauer Schober betreibt, lässt die angereiste Staatsgewalt mit und mit verzweifeln. Daneben wird dem Gericht die seriöse Seite der Dorfkneipe als Kommunikationszentrale und gelegentlicher Tagungsort des Gemeinderates zur Kenntnis gebracht.

Da gerät die Gerichtsverhandlung schon mal völlig aus dem Ruder und die ohnehin nicht gut gelaunte Richterin Saal-Esch verliert zwischendurch völlig die Contenance. Schuld hieran sind nicht nur der als Gerichtsdiener eingestellte Gemeindearbeiter Brand (Gerd Skropke), sondern auch Putzfrau Börner (Lioba Wynands-Görke) und der Versicherungsagent Kaiser (Michael Kahl).

Alle beteiligten hüten Geheimnisse. Eingeschlossen hierin auch Staatsanwalt Roos, der mit der Tochter der Richterin liiert ist, sowie der potente Versicherungsagent Kaiser, welcher die Tochter der Richterin schwängerte. An Turbulenzen fehlt es also nicht bei diesem Dreiakter, den das gesamte Ensemble in Höchstform darbot. Als Fazit darf man feststellen: Sehenswert.

Weitere Aufführungen sind am nächsten Wochenende: 4. Juni, 20 Uhr und 5. Juni um 18 Uhr.

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