Theatergruppe Lammersdorf spielt die Kömödie „Mordgedanken“

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So richtig nett, ist‘s nur im Bett: Auch für Helga und Horst Hilfreich – wenn nur das Schnarchen nicht wäre ... Foto: G. Sander

Lammersdorf. Der „Wahnsinn in vier Nächten“ – so der Untertitel des Stücks – bescherte dem Publikum einen beschwingten und heiteren Theaterabend. „Mordgedanken – oder Schnarcht Ihre Frau auch?“ hieß die „dramatische Komödie“, die die Theatergruppe des Vereins für Heimatgeschichte und Dorfkultur im Lammersdorfer „Zimmertheater“ – dem katholischen Pfarrheim – aufgeführt hat. Die Premiere am Samstag war ein Volltreffer.

Beste Unterhaltung, mit Mutterwitz und Bodenständigkeit, in bewährter Manier serviert von einem engagierten Ensemble unter der Regie von Gerd Skropke, der seit 2012 die Theatergruppe leitet. Warum hat Skropke sich diese Komödie von Andreas Heck ausgesucht? Seine Antwort: „Es ist für mich darin sehr gut dargestellt, wie unterschiedlich Frauen und Männer ticken.“

Es könnte alles so einfach sein

Es wurde gelacht und geschmunzelt. Mit Sicherheit hat sich der eine oder andere durchaus wiedererkannt. Gebannt verfolgte man das Geschehen auf der Bühne. „Heute gehe ich zeitig zu Bett, damit ich morgen fit und ausgeschlafen bin“, hatte Horst Hilfreich (Gerd Skropke) sich vorgenommen. Ruhe und Entspannung sollten ihn für ein entscheidendes Gespräch mit seinem Chef auf den Punkt bringen. Die Beförderung zum Gruppenleiter hatte er fest im Visier.

Für den guten Hotte kommt es (leider) anders. Aus seiner angestrebten Nachtruhe scheint nichts zu werden. Mal klingelt das Telefon, mal bimmelt es an der Haustüre, mal pfeift Papagei Hansi zur Gaudi der Besucher den River-Kwai-Marsch. Und wenn Horst sich dann endlich ins heimische Ehebett kuschelt, beginnt seine bessere Hälfte Helga (Petra Kahl) im Schlaf ganze Wälder abzusägen.

Es geht immer noch schlimmer

Das Chaos scheint perfekt, als der Vater von Horst, Hermann Hilfreich (Holger Günzl), auftaucht. Der Mann hat panische Angst davor, dass bald schon die Russen einmarschieren. Stehen die etwa schon vor Rollesbroich oder forcieren sie die Route über Steckenborn? Dann pennt der Oldie auch noch bei Horst auf der Couch ein – und schnarcht.

Das Chaos setzt sich fort, denn auch die Nachbarn Nora (Melanie Braun) und Norbert Nebenan (Michael Kahl) mit ihrer ständig von Liebeskummer geplagten Tochter Nadine (Andrea Prümmer) gehen den Hilfreichs auf den Senkel. Nadine heult sich auf Helgas Sofa aus, denn sie hat Kummer mit ihrem Freund Bastian (Tobias Kahl). Ein altes Hausrezept verschaffte ein wenig Linderung: Ein Gläschen in Ehren, kann man Helga und Nadine nicht verwehren. Chaos beendet?

Denkste! Die Postbotin (Lioba Wynands-Görke) erscheint, will ihre Pakete für die Nachbarn Schmitt bei den Hilfreichs abgeben. Dann klingt es „russisch“: Der Name der Betriebspsychologin Dr. Olga Schmitt-Navratilova (Renate Birkholz) irritiert nicht nur Opa Hermann, sondern kann auch mit den Schmitts von nebenan verwechselt werden.

Aufkeimende Mordgedanken

Da bleibt es nicht aus, dass schon mal Mordgedanken aufkommen. Doch Autor Andreas Heck hat ein Happy End zu Papier gebracht. Horst Hilfreich will endlich seine Ruhe haben, er entlässt Hansi, die Nervensäge, in die Freiheit. Der schwirrt vor dem Fenster, der „hilfreiche“ Horst will ihn wieder einfangen, begibt sich völlig durchgedreht auf den Balkon – und dann ist es passiert: Er stürzt ab, landet in einem Sanatorium. Dann geht es hoppla-hopp: Vorbei mit Mordgedanken, das Schnarchen hat ein Ende, Russen werden keine gesichtet. Dafür bricht stürmischer Beifall los.

Stehende Ovationen gab es für ein perfekt harmonisch agierendes Ensemble, Horst Hilfreich alias Gerd Skropke war als Regisseur und Star des Abends ein umwerfender „Teamchef“. Dass der unechte Papagei zum richtigen Zeitpunkt zwitscherte, dass Telefone klingelten, der Fernseher zum richtigen Zeitpunkt das passende Programm lieferte, ist Thomas Bieda zu verdanken, der über einen Rechner diese Funktionen hinter der Bühne steuerte. Für eventuelle Texthänger waren die Souffleusen Astrid Skropke und Veronica Bieda zur Stelle, während Vereinsvorsitzender Georg Schruff für die Beleuchtung und den guten Ton verantwortlich zeichnete.

Gerd Skropke sagte nach getaner Arbeit: „Unser Ziel ist es, Bühnenstücke aufzuführen, die einen hohen Unterhaltungswert aufweisen und vom Inhalt her so gestaltet sind, dass eine steigende Dynamik in den einzelnen Akten stattfindet.“ 25 Proben habe es bedurft, damit der Theaterabend ein voller Erfolg wurde.

Weitere Vorstellungen finden am Samstag, 24. Juni, 20 Uhr, und am Sonntag, 25. Juni, 18 Uhr, statt. Restkarten gibt es nur noch für Samstag telefonisch unter Telefon 02473/ 68575.

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