Theatergruppe: 200 Besucher mit erfrischender Tradition unterhalten

Von: Manfred Schmitz
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Garant guter Unterhaltung: Mit der vom Publikum liebend gern aufgenommenen Komödie „Die Silberhochzeit“ eröffnete das Theaterensemble der Simmerather Feuerwehr ihr 94.Löschgruppen-Stiftungsfest. Foto: Manfred Schmitz

Simmerath. „Meine Stücke zeichnen sich, anders als die von manch anderen Autoren und oft vom Publikum nicht erwartet, stets durch verblüffende Überraschungseffekte der Handlung aus. Das macht eine gute Komödie aus! Niemand im Parkett soll beim ersten Aufzug schon wissen, ob der Täter immer der Gärtner ist!“

Dieses Credo der Autorin Regina Rösch vom renommierten Theaterverlag Rieder aus dem bayrischen Wemding, hatte Samstagabend in der Nordeifel einmal mehr Bestand. Das Theaterensemble der Freiwilligen Feuerwehr Simmerath präsentierte Röschs Schwank „Die Silberhochzeit oder: Lieber einen Mann, als gar keinen Ärger“.

Diese Vorstellung bildete den Auftakt zum 94. Stiftungsfest der Simmerather Löschgruppe. Der mit rund 200 Besuchern ausverkaufte Saal Wilden war zur Premiere dank köstlicher Gags und allzu menschlicher Schlitzohrigkeit der Mimen tatsächlich voller Überraschungen.

Spielmannszug stimmt ein

Während zum „ersten Vorhang“ der wehreigene Spielmannszug seine Zuhörerinnen und Zuhörern mit flotten Märschen und Volksweisen auf einen vergnüglichen Abend einstimmte, rührte draußen Petrus kräftig die Eisregentrommel. Marko Hoch, Vorsitzender des Feuerwehr-Fördervereines, begrüßte die erwartungsfrohen Gäste, allen voran die Kameraden und Ehrenmitglieder Josef Braun, Dieter Müller und Ernst Gerards. Hoch hieß auch Bernd Goffart als Vertreter der Gemeine Simmerath willkommen, ebenso Ortsvorsteher Stefan Haas und den Ortskartellvorsitzenden Erwin Finken.

Die wechselweise spaßige wie dramatische Handlung des mit verspäteten Silvesterknallern gespickten Dreiakters spielt sich bei den benachbarten Familien Fetzer und Geiger ab. Deren „Oberhäupter“, Hans Josef Schröder (Emil) und Oswald (Josef Frings) sind liebenswerte Chaoten. Umzugskisten samt toter Maus warten seit Monaten aufs Auspacken. Im Juni rieselt kein Weihnachts-Schnee, dafür fallen vom Christbaum in der guten Stube die letzten Nadeln. Guter Rat ist teuer, als Emil, immer ein Schnäpschen zur Hand, und Oswald entdecken, dass ihrer beider Silberhochzeiten bevorstehen. Nur – wann um Himmels Willen?! Das Datum der Trauungen ging mit den Trauringen verloren. Doch die Ehefrauen Betty Fetzer (Conny Sauer) und Helga Geiger (Bettina Palm) würden, fürchten ihre Partner, 25 Jahre Eheleben mit allen Höhen und Tiefen wohl unweigerlich gebührend feiern wollen!? Vor allem scheint ein Tapetenwechsel angebracht, das berühmte Blümchenmuster ziert die trauten Wände der Fetzers schon seit ihrem Ja-Wort. Um die prekäre Lage der Familien perfekt zu machen, sagt Erbtante Edith (Sonja Strauch) ihren Besuch an.

Was macht Held im Manne aus?

Derart in der Bredouille, werden Emil und Oswald philosophisch und hecken vor dem peinlichen Wiedersehen vermeintlich rettende Ideen aus, zumal eine ominöse Wette um ein Fass Bier ihre Lebensgeister weckt und die Phantasie anregt: „Was macht den Held im Manne aus? Nach einem Vierteljahrhundert Ehedasein, zwischen Kaffeekochen und Kittelschürze anlegen, ist man nur noch Ehemann, der den Weibern das ganze Jahr Geschenke machen muss.“ Einsichten, Ansichten!

Apropos Geschenke: die müssen unbedingt her! Zur Silberhochzeit sollen Silberlinge springen! Doch woher die Mäuse nehmen? Außer dem mausetoten Nager im Umzugskarton findet sich nichts Brauchbares, geschweige Bares. Die Hoffnung nebst banger Erwartung ruht auf Tante Edith…

Derweil sinnieren die Silberhochzeiter über ihre Chancen, die Wünsche ihrer „besseren Hälften“ zur gehaltvollen Feier des Ehejubiläums zu erfüllen. Da wird der von Autorin Rösch beschworene Überraschungseffekt lebendig. Allen Ernstes werden Geschenke vom Discounter in Erwägung gezogen. Darf es ein Kaninchenfell sein oder neckische Dessous? Wollen wir mit unseren Liebsten nach Kevelaer pilgern oder zur Kreuzfahrt nach Paustenbach an Bord gehen? Auch wenn Helga alias Bettina tobt und auf den Boden trampelt: „Ich will eine große Feier!“ – die Tendenz ihrer „Herren im Haus“ geht allenfalls Richtung Festschmaus Schweinelende („Dann schlachten wir eben die arme Sau“) oder Kaffeeklatsch mit Obsttorte („Das tut es doch auch“).

Vor und hinter den Kulissen

Bis unter Stefan Haas´ gewohnt mustergültig geführter Regie der letzte Vorhang fällt, die überraschenden Wendungen der Handlung von den Zuschauern mit Lachen und herzlichem Beifall quittiert werden, geben, außer den genannten Protagonisten, auf den Brettern und hinter den Kulissen ihr Bestes: Ralf Wilden, Claudia Hermanns, Herbert Wilden (er gestaltete auch das Bühnenbild), Thorsten Schnitzler, Egon Braun, Frank Wilden und Wolfgang Frings.

Mit Ziehung einer an wertvollen Preisen reich bestückten Tombola schloss ein Abend guter Unterhaltung durch engagierte Laienspieler. . Freitag, Samstag, 9./10. Januar, jeweils 20 Uhr, und Sonntag, 11. Januar, 19 Uhr 30, hat die Truppe weitere Auftritte. Dann nämlich wird „Die Silberhochzeit“ im Saale Wilden erneut zelebriert.

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