„Theater Starter” im Ludwig-Forum eröffnet

Von: Jan Mönch
Letzte Aktualisierung:
starter_bu
Das Theater Strahl aus Berlin präsentiert zum Auftakt der „Theater Starter”-Reihe das rhythmische Portrait einer Schulklasse - ohne Worte, dafür mit einer beeindruckenden „Beatbox”-Geräuschkulisse. Foto: Harald Krömer

Aachen. Der Beatbox-Künstler auf der Bühne ist nicht zu bremsen. Große Trommel, kleine Trommel, Hi-Hat, schließlich ein Trommelwirbel - nur optisch, nicht aber akustisch ist der Virtuose von einem Schlagzeuger samt seinem Instrument zu unterscheiden.

Der aus der Hip-Hop-Kultur stammende Begriff „Beatbox” bezeichnet das rhythmische Imitieren von Geräuschen mit dem Mundraum. Und bremsen lässt der wie ein Wilder mit seinem Sprechorgan ratternde und knatternde Beatboxer sich schließlich doch. Und zwar von einem eingehenden Anruf: „Jawohl, alles klar, ich mache mein Handy aus.”

Handys unerwünscht: Das wird auch für die weiteren Stücke der Reihe „Theater Starter” gelten, die am Montag vom Berliner Theater Strahl im Ludwig-Forum eröffnet wurde - und bis Mai kommenden Jahres wieder Kinder und Jugendliche in zwölf Kommunen der Region, darunter auch dem belgischen Eupen, für die Bretter, die die Welt bedeuten, begeistern soll.

Genauer: Für das, was sich darauf abspielt. Beim Auftakt im Ludwig-Forum war dies das launige, tanzbare und überaus rhythmusbetonte Portrait einer Schulklasse mit all ihren typischen Mitgliedern: Dem Streber und der Tussi, dem Clown und dem Prollo.

Gesprochen wurde dabei (fast) kein Wort, dafür gab es die wahrlich abgedrehte Geräuschkulisse. Und wenn man den Deutschen Meister dieser eigenwilligen Disziplin verpflichtet - der nämlich stand gemeinsam mit den Schauspielern des Theater Strahl auf der Bühne - kann man beim jugendlichen Publikum ohnehin nicht mehr viel falsch machen. Der Lerneffekt: Theater ist nicht angestaubt und öde, sondern witzig, kreativ und offen für Neues.

Dass die anderen zwölf Theatergruppen, die in den kommenden Monaten in der Region gastieren werden, auch ohne Beatbox blendend ankommen werden, darauf verlassen die Macher sich bei der siebten Runde von „Theater Starter” voll und ganz. „Vielleicht ist es an der Zeit, von einem kultigen Festival zu sprechen”, schlug Guido Thomé im Rahmen der Eröffnung vor.

Für ein Unwort hält der Sprecher des Kulturministeriums der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens hingegen die Bezeichnung Event: „Events haben eine sehr beschränkte, begrenzte Wirkung. Bei ,Theater Starter geht es um Nachhaltigkeit.”

Und das auf breiter Ebene: „Ziel ist es, jedem Kind in der Region einen Theaterbesuch zu ermöglichen”, sagt Susanne Ladwein vom Verein Regio Aachen, der nach der vergangenen Spielzeit die Trägerschaft von „Theater Starter” in die Hände des Vereins Kultur im Westen gelegt hat. Das wesentlichste Merkmal, das stellte Ladwein klar, ist das gleiche geblieben: Der Qualitätsanspruch.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert