Simmerath - Theater: Neuer Escortservice bringt Turbulenzen

Theater: Neuer Escortservice bringt Turbulenzen

Von: peo
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Da staunt André Lambrecht (Ralf Wilden) nicht schlecht: Er hat gerade ein Extra-Honorar seiner „Stammkundin“ Pamela Hack-Rammler (Conny Sauer) für eine „Aufstockung“ des Service-Angebotes seines Escortservices bekommen. Foto: Peter Offermann

Simmerath. Der Begleit- und Escortservice „Chez André“ feierte am Samstag im Rahmen des 96. Stiftungsfestes der Freiwilligen Feuerwehr in Simmerath große Eröffnung. Aber gemach. Es besteht kein Grund, in Schnappatmung zu verfallen: Es handelte sich nur um ein Theaterstück.

Bevor es jedoch so weit war, dass die Vorstellung beginnen konnte, begrüßte der 1. Vorsitzende, Marko Hoch, alle Gäste im voll besetzten Saal Wilden in Simmerath. Traditionell folgte hiernach der Auftritt des Spielmannszugs mit dem Marsch „Grüße an Dortmund“ und dem berühmten Thema „North and South“ von Bill Conti aus der amerikanischen Bürgerkriegssaga „Fackeln im Sturm“.

Danach konnten sich die Zuschauer von den Qualitäten des Escortservices der Freiwilligen Feuerwehr überzeugen: Die Freunde André Lambrecht und Frank Wattenfall haben an der Börse ihr gesamtes Vermögen verloren, sind seit einem Jahr arbeitslos und mieten sich in einer bescheidenen Zweizimmerwohnung ein.

Mit der Miete sind sie bereits im Rückstand und die offenen Rechnungen häufen sich. Hartz IV steht vor der Tür und die Stellenangebote sind auch nicht das Gelbe vom Ei. Ihre burschikose Vermieterin Elfriede Krause stellt ihnen ein Ultimatum von einer Woche. Sollten sie in dieser Zeit keinen Arbeitsplatz finden und endlich ihre Mietschulden begleichen, will sie die beiden vor die Tür setzen. Doch dann hat André eine grandiose Idee.

Und so kommt es, dass die beiden einen Begleit- und Escortservice anbieten. „Willkommen im Chez André“ heißt es in der Tageszeitung. Das Angebot wird schnell angenommen, jedoch hat keiner der beiden geahnt, dass es auch Damen gibt, die sich etwas mehr wünschen als nur ein nettes Gespräch, ein Abendessen oder eine entspannende Massage.

Dabei haben die beiden keine Mühen gescheut, gerade die Massagekunst auf dem Wohnzimmertisch mit Raps- und Olivenöl unter den argwöhnischen Augen ihrer Vermieterin und in Begleitung einer Motte zu üben. Krause setzt gemeinsam mit Andrés Freundin Tina alles daran, diesem Treiben ein Ende zu setzen. Doch dann ist ja da auch noch die Liebe, und am Ende nimmt das Ganze Wendungen, die man nicht unbedingt erwarten konnte.

Turbulent, abwechslungsreich und saukomisch war‘s, was auch daran lag, dass die Theatergruppe unter der Regie von Stefan Haas die Rollen perfekt besetzt hatte, allen voran Ralf Wilden als André Lambrecht und Hans Josef Schröder als Frank Wattenfall.

Dazu Bettina Palm, die neben ihrer Rolle als neugierige Vermieterin Elfriede Krause auch für die Maske verantwortlich war, Sonja Strauch als Andrés Freundin Tina Brahms und Claudia Hermanns in der Rolle der etwas dominanteren Amelie Heuer, die es schafft den leicht schizophrenen Dr. Detlef Rammler, dargestellt von Herbert Wilden, der darüber hinaus für das Bühnenbild verantwortlich war, zu bändigen. Nicht zu vergessen die beiden „Stammkundinnen“ Birgit Kerkhoff und Pamela Hack-Rammler, dargestellt von Renate Haas und Conny Sauer.

Aber nicht nur die Darsteller begeisterten ihr Publikum. Hinter den Kulissen sorgten die Souffleure Thorsten Schnitzler und Egon Braun sowie Frank Wilden und Techniker Wolfgang Frings für einen reibungslosen Ablauf.

Nach über zwei Stunden bester Unterhaltung, die beim bunt gemischten Publikum aus Jung und Alt hervorragend ankam, endete der Auftakt zum 96. Stiftungsfest mit der traditionellen Verlosung, bei der es wieder jede Menge attraktive Preise zu gewinnen gab.

Wer sich das grandios dargebotene Stück „Willkommen bei Chez André“ von Christoph Bredau und Helmut Schmidt nicht entgehen lassen möchte: Es gibt noch Karten für die weiteren Aufführungen am Freitag, 13., und Samstag, 14. Januar, jeweils ab 20 Uhr, sowie am Sonntag, 15. Januar, ab 19 Uhr an der Abendkasse.

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