Theater Kunterbunt präsentiert turbulente Komödie

Von: aj
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Rettung in letzter Sekunde: Die Fußballmannschaft stürmt den Gerichtssaal und rettet die Mützenicher Schmuggelgemeinde vor dem Gefängnis. Foto: Aline Jansen

Konzen. Skandal in Mützenich: 100 Dorfbewohner wurden während der Kirmes verhaftet und vor einen Richter am Aachener Landgericht geführt. Kaffeeschmuggel lautet die Anklage. Wie konnte es dazu kommen?

Diese Geschichte zeigte das Theater Kunterbunt am vergangenen Wochenende mit seiner Schmuggelkomödie „Eh Dörpsche litt em Monscher Langk“, bei dem Menschen mit und ohne Handicap gemeinsam auf der Bühne standen.

1952: Die Nachkriegszeit ist eine schwere Zeit. Viele Dinge sind entweder gar nicht zu bekommen oder nur zu utopischen Preisen. Da kommt es Erna (Mandy Präkels), Hannes Huppertz (Martin Wagemann) und Jupp Förster (Brigitte Palm) gerade recht, dass Mützenich an der Grenze zu Belgien liegt. Dort ist nämlich der Kaffee viel günstiger.

Die Grenzziehung nehmen sie dabei nicht so ernst: „Wer weiß schon, wo Deutschland anfängt und Belgien aufhört? Man kann mit jedem Bein in einem Land stehen.“ Kurzer Hand werden sie zu Schmugglern, um Kaffeetante Het (Petra Förster) mit frischen Bohnen zu versorgen; schließlich ist ihr Café der Treffpunkt der Dorfgemeinschaft.

Alle kommen hier zusammen: die Schmuggler, Konsums Lenche (Annemie Stollenwerk), Pette Leiy (Martin Wagemann), Pastor Scheidt (Brigitte Palm) und das fromme Gretchen (Angela Bätz). Sogar royaler Besuch schaut vorbei: Kaiser Karl (Dirk Winter), der eigentlich auf einem großen Stein, genannt „Kaiser Karls Bettstatt“, ruht, samt seinem schießwütigen Hofjäger (Petra Jollet). Und auch ein römischer Legionär (Yassin Mashi) macht einen Zwischenstopp auf seinem Weg nach Köln, wo ein Dom gebaut werden soll.

Zwar geht es etwas chaotisch im kleinen Eifeldörfchen zu, aber im Großen und Ganzen ist alles in Ordnung – bis Dr. Faust (Rita Förster) auftaucht und das Leben von Gretchen gewaltig durcheinander bringt. Und auch Mephisto (Sarah Padiglia) scheint nichts Gutes im Schilde zu führen, denn er ist ständig auf der Suche nach „einem kleinen Stückchen Seele“.

Richtig brenzlig wird es für die Mützenicher als der emsige Zollinspektor Schramm (Simon Braun) und sein Gehilfe Otto Biegling (Annemie Stollenwerk) dem Kaffeeschmuggel auf die Schliche kommen. Doch dank der Fußballmannschaft des Dorfes naht die Rettung.

Bereits zum vierten Mal hatte die Aachener Regisseurin und Theaterpädagogin Ingrid Wiederhold in Zusammenarbeit mit Andrea Hein von der Koordinierungs-, Kontakt- und Beratungsstelle Nordeifel (KoKoBe) das inklusive Konzept umgesetzt. Welches Stück gespielt wird, dürfen die Schauspieler mitbestimmen. Jeder sucht sich eine Figur aus, die dann in die Geschichte eingebaut wird. Ein festes Drehbuch und auswendig gelernte Texte gibt es so gut wie gar nicht, was auf der Bühne passiert, ist zum größten Teil improvisiert.

„Es ist schön, wie gut unser Theater ankommt. So voll wie in diesem Jahr war es noch nie“, freute sich Hein über zwei gelungene Vorstellungen im voll besetzten Konzener Musik- und Kulturzentrum (MuK) vor insgesamt 270 Zuschauern. Unterstützt wird das Projekt vom Lions-Club Monschau, der Raiffeisenbank Simmerath, dem DM-Markt in Simmerath und der Aktion Mensch.

Am Ende ernteten nicht nur die Schauspieler großen Applaus und lobende Worte. Wahre Begeisterungsstürme löste Heins Ankündigung aus, dass dank der Sponsoren im kommenden Jahr wieder ein Stück aufgeführt werden könne: „Es sieht sehr gut aus, uns fehlt nur noch ein weiterer Sponsor und dann können wir in die nächste Runde gehen.“

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