Theater am Venn: Auch Jürgen Becker gibt sich in Roetgen die Ehre

Von: bab
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Der Geschäftsführer des Stadttheaters Monschau Hermann Mertens, der künstlerische Leiter Hubert vom Venn, Bürgermeister Manfred Eis, der technischen Leiter Kurt Schreiber und Förderer des Roetgener Theaters Stamos Papas (v.l.) stellten das Programm vor. Foto: Barbara Berger

Roetgen. Die Ortsschilder der Eifelsteig-Etappen Monschau, Blankenheim, Daun oder Trier sehen genauso aus wie immer: Schwarze Schrift auf dottergelbem Grund - nur etwas kleiner als die Originale sind sie. Doch während die Gemeinden bekanntlich auf einer Strecke von insgesamt 313 Kilometern verteilt sind und dem Wanderer Ausdauer abverlangen, ist der Eifelsteig in Roetgen nur wenige Meter lang.

Er zieht sich in Form eines Klebestreifens als ziemlich gerade schwarze Linie von der Bühne hin zum anderen Ende des Raumes. Neonfarbene Punkte markieren die Etappen.

Für die neue Spielzeit im Theater am Venn hat sich der künstlerische Leiter, Hubert vom Venn, von dem Wanderweg inspirieren lassen, um nicht nur neue Akzente in der Gestaltung des Theaters an der Bundesstraße zu setzen, sondern auch, um den Charakter des Veranstaltungsortes als Eifeler Kleinkunstbühne zu unterstreichen.

„Wir wollten, dass sich in diesem Raum die Eifel widerspiegelt”, so vom Venn, der gemeinsam mit Bürgermeister Manfred Eis, Hermann Mertens, Geschäftsführer des Stadttheaters Monschau, dem Gemeinderatsmitglied und Förderer des Roetgener Theaters, Stamos Papas, sowie dem technischen Leiter, Kurt Schreiber, das gemeinsame Programm des Theaters am Venn vorstellte.

Um „Synergieeffekte” zu nutzen, so Mertens, haben die Verantwortlichen der beiden Bühnen in Monschau (Stadttheater) und Roetgen (Theater am Venn) beschlossen, sich zukünftig enger zusammenzuschließen und das Theater am Venn als Hauptspielort zu nutzen. So konzentriert sich auch das ausgegebene Jahresprogramm auf den Veranstaltungsort in Roetgen.

Die Gründe dafür sind vielschichtig: „Wir wollen hier ein kleines Kulturzentrum ins Leben rufen”, erläutert Hubert vom Venn zuversichtlich. Allerdings verhehlen die Verantwortlichen aus Roetgen und Monschau auch nicht, dass es grundsätzlich schwierig ist, Kleinkunstbühnen dieser Art erfolgreich zu betreiben. „Reich wird man mit einem solchen Projekt sicher nicht”, so lautet die einhellige Meinung der Theatermacher.

Es bedürfe schon einer guten Portion Idealismus, damit für eine Spielstätte und ein interessantes Programm gesorgt sei, das die Menschen auch anzieht, erklärt der künstlerische Leiter. „Denn ohne dieses Engagement könnte so eine Bühne nicht überleben”.

Bei der Gestaltung des Programms verlässt sich Hubert vom Venn vor allem auf sein Bauchgefühl, „denn einen spezifischen Geschmack des Eifeler Publikums, den gibt es nicht”, da ist er sich sicher.

Was bei den Zuschauern ankommt, dafür hat er trotzdem ein Gespür und so findet sich in der neuen Saison wieder ein Höhepunkt wie Jürgen Becker auf dem Programm, der in Roetgen ein Gastspiel gibt. Aber auch Nachwuchstalenten will das Theater am Venn eine Bühne bieten.

Literarischer geht es dann Anfang Oktober bei der Lesung mit der jungen Schauspielerin und Trägerin des ersten Aachener Theaterpreises Katja Kuhlmann zu, die Geschichten der Eifeldichterin Clara Viebig liest.

Mit dieser ungewöhnlichen Idee möchte Hubert vom Venn vor allem jüngere Zuschauer ansprechen „Wir wollten Clara Viebig von den älteren zu den jungen Menschen holen und Katja Kuhlmann ist dafür die Richtige.”

Das „theater 1” richtet sich einen Monat vor Weihnachten beim Kindergartentag mit Kinderreimen, Poesie, Liedern und Geschichten an die jüngsten Kulturfreunde. Ebenfalls im November macht Eifelautor Jaques Berndorf Halt in Roetgen.

Bevor die Spielsaison richtig losgehen kann, muss aber der noch etwas provisorisch anmutende Eifelsteig auf dem Boden des Theaters künstlerisch ausgestaltet werden. Die gelben Ortsschildchen auf den Tischen, die jeweils den Namen einer anderen Gemeinde tragen, dürfen aber bleiben. Hubert vom Venn zeigt sich begeistert von der Idee Natur und Kunst in Einklang zu bringen: „Unser Gedanke war, dass an den einzelnen Tischen nur Spezialitäten aus der jeweiligen Region oder Stadt bestellt werden können”.

Zumindest bei den an den Eifelsteig angrenzenden Gemeinden scheint dieser originelle Einfall anzukommen, schon jetzt beteiligen sie sich zahlreich mit Infomaterialien an der Umsetzung. Den Wanderern am Eifelsteig würde das Theater am Venn damit die Möglichkeit bieten, trotz schwerer Beine die Besonderheiten der Region genießen zu können, und zwar ganz ohne eine Blase an den Füßen zu riskieren.
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