„The Voice Kids“: Mit Udo und Adele die Jury überzeugt

Von: Heiner Schepp
Letzte Aktualisierung:
10787422.jpg
Dreimal hat Laura Schell-Schäfer mit ihrer – für eine Zwölfjährige - ungewöhnlich tiefen und rauchigen Stimme á la Adele die Juroren von „The Voice Kids“ nun schon überzeugen können. Ihre Eltern Marion Schell-Schäfer und Lutz Schell sind natürlich mächtig stolz, haben das Töchterchen aber auch genügend „geerdet“, falls es nicht zum ganz großen Wurf reichen sollte. Foto: H. Schepp

Monschau. Marion Schell-Schäfer war perplex: „Herzlichen Glückwunsch, wir möchten Sie und Ihre Tochter herzlich zum Casting nach Köln einladen!“ meinte eine freundliche Stimme am Telefon zu ihr, doch die 44-Jährige verstand nur Bahnhof.

Kein Wunder. Töchterchen Laura hatte sich ohne Wissen von Mama und Papa per Internet beim erfolgreichen TV-Casting-Format „The Voice Kids“ angemeldet und offensichtlich die Jury mit ihrem eingesandten Handyvideo überzeugt.

Gerade mal zwölf Jahre jung ist Laura und hat bislang noch nie in der Öffentlichkeit gesungen, „höchstens mal wenn ich mit meinen Freundinnen zusammen bin“, erzählt das fröhliche Mädchen. Ihre „Besten“, mit denen sie auch beim Imgenbroicher Tanzclub Dash in der Formation tanzt, brachten sie dann auch auf die Idee, es einfach mal zu versuchen: „Du hast eine super Stimme“, meinten die Freundinnen, als Laura gedankenversunken „Rolling in the deep“ von Adele vor sich hin gesungen hatte.

Dann habe sie „ein bisschen im Internet gesucht“ und sei rasch auf eine Seite gestoßen, wo alles zum Bewerbungsverfahren erklärt war. „Da habe ich dann mein selbst gemachtes Video hingeschickt“, erzählt die Zwölfjährige und versichert glaubhaft: „Irgendwann später fiel mir ein, dass ich meinen Eltern vielleicht mal Bescheid sagen sollte...“

Das übernahm dann die freundliche Telefonstimme, die Laura und ihre Eltern einlud, am letzten Schultag zum Casting ins Kölner Park-Inn-Hotel zu kommen.

In Köln floss so manche Träne...

Im Hotel in der Domstadt war mächtig was los, unzählige Kinder und Jugendliche waren mit ihren Eltern nach hier gekommen in der Hoffnung, als Gesangstalent entdeckt zu werden. Laura musste erst mal „allerhand Papiere ausfüllen“, ehe sie schon recht bald aufgerufen wurde. „Ich war eine der ersten, die an der Reihe war“, erinnert sich die Schülerin und sang vor zwei Juroren sowie im Beisein einiger anderer Bewerber ganz alleine das – im Original als Duett bekannte – „Say Something“ des Pop-Duos A Great Big World.

Auch dieser Vortrag gefiel der Jury so gut, dass Laura in einen anderen Raum gebeten wurde, während die meisten anderen Mädchen und Jungen herzlich, aber bestimmt verabschiedet wurden. „Da sind einige Tränen geflossen“, erinnert sich auch Mario Schell-Schäfer, die zusammen mit einer Freundin ihre Tochter nach Köln begleitet hatte. Während die Ausgeschiedenen noch ein paar Tipps für die mögliche Gesangskarriere mit auf den Heimweg bekamen, musste Laura zunächst in einem 20-minütigen Interview, das auch gefilmt wurde, ein paar Fragen beantworten, was sie aber ebenso cool meisterte wie den ersten Gesangsauftritt an diesem Tag.

Doch es sollte noch ein zweiter folgen: „Eigentlich wollte ich dann noch einmal „Rolling in the deep“, singen, aber mein Playback funktionierte irgendwie nicht“, erzählt die Zwölfjährige. Die Jury kam – angeblich spontan – auf die Idee, Laura möge doch mal „Cello“ von Udo Lindenberg singen, ein Song, denn das Mädchen aus Monschau aber glücklicherweise kannte. Nach dem Auftritt vor laufender Kamera wurden Laura und ihre Begleiterinnen freundlich verabschiedet – „wir melden uns“, meinten die Leute vom Fernsehen.

Es verging eine gefühlt endlos lange Zeit; „als ich nach drei Wochen immer noch nichts gehört hatte, dachte ich: Das wird nix mehr!“ erzählt Laura. Doch dann kam besagter Anruf bei Mama... Laura Schell hatte die Jury also auch ein drittes Mal überzeugt und die nächste Runde erreicht.

Wann und wo sie wieder singen wird und ob sie dann schon in die sogenannten „Blind Auditions“ (hier singen die jungen Künstler vor der „blinden“ Promi-Jury und müssen ganz alleine durch ihre Stimme überzeugen!) und somit in die ersten TV-Sendungen gelangen kann, das dürfen wir leider an dieser Stelle nicht verraten, da die vierte Staffel erst im Frühjahr 2016 ausgestrahlt wird. Schließlich soll die Spannung erhalten werden.

Verraten werden darf aber, dass Laura für die nächste Runde eine Liste mit 400 Liedern erhalten hat, aus denen sie sich 15 aussuchen musste. Aus diesen 15 wiederum wählte die Jury inzwischen drei Songs aus, auf die Laura sich vorbereiten musste. Witzigerweise sind es drei „Männerstücke“: „Herz über Kopf“ von Joris, „Ich lass für Dich das Licht an“ von Revolverheld und „Blame it on me“ von George Ezra. „Das liegt mir einfach, ich kann nicht so gut hoch singen“, bekennt Laura, die die achte Klasse des Monschauer St. Michael-Gymnasiums besucht.

Alle fiebern mit

Auch dort fiebern ihre Freundinnen nun mit und sind gespannt, wie es weitergeht. Einig sind sich Laura, ihre Freundinnen und ihre Eltern aber darin, dass es nicht so wichtig ist, wie weit der Weg für das Mädchen aus Monschau beim Casting noch führen wird. „Egal wie es ausgeht – für Laura war es eine tolle Erfahrung, überhaupt mal bei so etwas mitgemacht zu haben“, sagt Papa Lutz Schell. Das sieht auch Laura so und meint ganz unaufgeregt: „Wenn es diesmal nicht klappt, dann vielleicht beim nächsten Mal. Schließlich bin ich erst zwölf.“

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert