Monschau - Textile Kunst: Mystisch-traumhafte Stimmung im Monschauer KuK

Textile Kunst: Mystisch-traumhafte Stimmung im Monschauer KuK

Von: avl
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Freuen sich auf spannende Kunst im KuK Monschau (von links): Werner Krickel, Maren Dubnick, Monika Ortmann, Dr. Nina Mika-Helfmeier und Axel Hartmann, stellv. Städteregionsrat. Foto: van Londen

Monschau. Überraschung und Begeisterung war in den meisten Gesichtern der Vernissage-Besucher der Ausstellung „épaississement” von Maren Dubnick und „Fädelwerk” von Monika Ortmann im Kunst- und Kulturzentrum Monschau zu lesen.

Wer eine beschauliche Auseinandersetzung mit der Mode und Textiler Kunst erwartete, wurde eines Besseren belehrt. Spannend, unorthodox, farb- und formgewaltig - mit großen Rauminstallationen bis hin zu überraschenden Kleinstobjekten - vermitteln die beiden Künstlerinnen einen sehenswerten Einblick rund um Kleider, Stoffe und Mode.

Monika Ortmann zeigt Installationen der Vergänglichkeit und Schönheit. In einem Raum, zwischen Decke und Wänden, spannt sie ein großes, unregelmäßiges Netzgebilde aus zerschnittenen und untereinander verknoteten Netzstrumpfhosen. Dem Besucher zeigt sich ein fragiles Kunstwerk aus unterschiedlich trapezförmigen dunklen Flächen und weißen Löchern.

Die Themen „Netz” und „Netzwerk”, durchgehendes Element in den Arbeiten Monika Ortmanns, werden in „Coco geht aus” zum Hauptthema gemacht. Spielerisch sprechen Kunstobjekt und Performance die dem Begriff innewohnenden gegensätzlichen Bedeutungen an: von den negativen Aspekten der Umzingelung, des Gefangenseins, der Verstrickung und Lebensgefahr bis hin zu den positiven Aspekten der Halt gebenden Funktion, der Sicherheit, des Auffangens, des Eingebundenseins in ein Netzwerk.

In einem weiteren Raum schmiegen sich unterhalb der Decke gespannte Schnüre aus Papier, an Kleider. Schwebend, leicht und luftig wirken die Installationen. Eine Schwarzlicht-Installation taucht die Zone D und die aus weißem Papier gestalteten Installationselemente in eine mystisch, traumhaft-entrückte Stimmung. Ein Kleid, ein Schuhpaar, eine liegende, kokonartig verpuppte Figur und Schwärme an Faltern, die den Fußboden übersäen, leuchten scheinbar von innen heraus.

Vergänglichkeit, Veränderung, Entwicklung sind wichtige Themen der Künstlerin. Auch ihre Kunstobjekte sind in ständiger Veränderung und Entwicklung. Dabei sieht sie ihre Installationen, die selbstverständlich begehbar sind, als fortlaufenden Kunstprozess. Jede Installation bleibt in ihrer Gestaltung an ihrem jeweiligen Präsentationsort - so auch in den Räumen des Monschauer Kunst- und Kulturzentrums - einzigartig.

Zeit um den Finger wickeln

Kilometer an Geduld, ständige Bewegung und ein Zeitvertreib werden bei Maren Dubnick zu Skulpturen. Näh- und Häkelnadeln, Dosenöffner, Krawattenbügel, Turnringe, Bootsmasten, Fahnenstangen, Druckwalzen - all diese biegsamen Senkrechten oder starren Kreisformen sind für die Künstlerin geeignet, um sie mit Garn oder Schnur, Nylon oder Hanf zu umwickeln.

Dem Feinen Volumen geben, ihm Muskeln verleihen, bis man die ursprüngliche Funktion vergisst, sind dabei ihre Beweggründe. Ein umwickelter Golfschläger oder Fahnenmast auf der einen Seite und einige kleinere serielle Objekte wie mit Garn verdickte Nadeln in ihren Mappen auf der anderen Seite: Immer dienen sie - auch als Skizzen oder Maßstabsstudien - für weitere, ehrgeizige Projekte, wie beispielsweise Industrieschornsteine, die nur von der Hand einer Riesin umwickelt werden können. Mit jeder ihrer Arbeiten lässt Maren Dubnick die Betrachter fühlen, wie sie die Zeit um die Finger wickelt, sie ein bisschen verdichtet und ihre Vergänglichkeit vergessen macht.

Die vielen verschiedenen Aspekte rund um Kleider, Stoffe und Mode greift das Projekt „Kleider machen Leute” auf, welches das KuK-Zentrum und die Stabsstelle für Kultur der Städteregion Aachen initiiert hat. In diesem Kontext konnte deren Leiterin Dr. Nina Mika-Helfmeier die beiden Künstlerinnen für eine Gemeinschaftsausstellung im KuK Monschau gewinnen.

Bei der Eröffnung verzichtete sie darauf, die Künstlerinnen und ihre Arbeiten in der üblichen Form einer Laudatio vorzustellen. Anstelle dessen vermittelte sie wohltuend erfrischend alles Wissenswerte durch ein öffentlich geführtes Interview. Die Ausstellung ist noch bis zum 30. Juni auf der ersten Etage des Kunst- und Kulturzentrums in Monschau zu sehen.
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